Montag, 10. März 2008

Burma; EXCLUSIVFOTOS des 'Blutigen September'

Unveröffentlicht: Exklusiv - Bilder von der blutigen Niederschlagung in Rangun vom vergangenen September








Jonas M. Lanter

In den nächsten Tagen werden verschiedenste Exklusiv-Fotos der Unruhen vom vergangenen September in Burma auf diesem Blog 'aufgeschaltet'. Wim, ein Weltenbummler, hielt sich zu dieser Zeit gerade in Rangun auf. Seine Bilder sind einmalig. Nach Rangun reiste Wim weiter über verschiedene Länder wie Laos, Thailand, Kambodscha, Vietnam und Malaysia. Diese und weitere unveröffentlichte Fotos über die Unruhen, über Kinderarbeit und andere Aufnahmen werden in den nächsten Tagen einen getreuen Einblick über Burma zeigen.

Leider kann wegen Kapazitätsmangel nur ein Teil der Fotos, deren Betrachtung keiner Worte bedarf, gezeigt werden. Dennoch versuche ich, soviele wie möglich 'aufzuschalten'.

Sollte Interesse für Fotos vorliegen, so wendet Euch gerne an mich. Ein möglicher Erlös wird zu 100 % an die 'Mao Tao' Klinik an der Grenze Thailand zu Burma überwiesen. Dieselbe Klinik unter Dr. Cynthia Maung, welche den beachtlichen Erlös unserer Burma-Veranstaltung im Zürcher Volkshaus erhielt.
Vielen Dank auch an Wim.

Burma Berichterstattung, den 11. März 2008

Donnerstag, 6. März 2008

Burma: Das 'Panglong Agreement' tritt nach dem Sturz der Junta in Kraft

Burma: Das 'Panglong Agreement' tritt nach dem Sturz der Junta in Kraft

Jonas M. Lanter

Das 'Panglong' – Übereinkommen, welches 1947 unter Aung San, dem Vater von Aung San Suu Kyi und den '30 Kameraden' entworfen wurde, hat neu wieder seine Gültigkeit.

Sollte die Junta weichen haben sich die führenden Personen auf dieses Panglong-Agreement geeinigt.

Die sieben Staaten; der Arakan, Chin, Kachin, Kayah / Karen, Karenni, Mon und Shan State werden von den unterschiedlichsten Ethnien bevölkert und werden von dessen Chairman des 'Ethnic National Councils', Saw Ba Thin Sein, angeführt.

Die sieben Divisionen Burmas sind durch Dr. Sein Win, 'Premier Minister' der Exil-Birmanen und durch führende Mitglieder der 'Nationalen Liga für Demokratie'; sprich 'NLD' vertreten.

Im Exil wird Burma nebst der Junta durch die 'NCGUB'; 'National Coalition of Government of the Union of Burma' vertreten.

Die treibende Kraft nach einem möglichen Sturz der Junta ist die unter Hausarrest stehenden, charismatische Nobelpreisträgerin und Anführerin der 'NLD', Daw Aung San Suu Kyi (Anmerkung: Daw wird bei uns mit einer Lady gleichgesetzt).

Durch diesen Zusammenschluss sind die Bewohner Burmas an dieses Abkommen politisch gebunden.
1995 wurde das Übereinkommen durch den Chairman des 'Ethnic National Councils', Saw Ba Thin Sein wiederbelebt.
So soll ermöglicht werden, dass alle Birmanen und die der 135 unterschiedlichen Ethnien miteinander leben können.

Das Panglong-Übereinkommen umfasst folgende neun (9) Punkte:


'THE PANGLONG AGREEMENT'
1947 / 1995
Panglong,

A conference having been held at Panglong, attended by certain Members of the Ethnic Nationalities Council, all Saohpas and representative of the Shan States, the Kachin Hills and the Chin Hills:

The Members of the conference, believing that freedom will be more speedily achieved by the Shans, the Kachins and the Chins by their immediate co-operation with the Interim Burmese Government:

1. A Representative of the Hill Peoples, selected by the Governor on the recommendation of representatives of the Supreme Council of the United Hill Peoples (SCOUHP, ENC), shall be appointed a Counsellor for Frontier Areas shall be given executive authority by similar means.

2. The said Counsellor shall also be appointed a Member of the Governor's Executive Council, without portfolio, and the subject of Frontier Areas brought within the purview of the Executive Council by Constitutional Convention as in the case of Defence and External Affairs. The Counsellor for Frontier Areas shall be given executive authority by similar means.

3. The said Counsellor shall be assisted by two Deputy Counsellors representing races of which he is not a member. While the two Deputy Counsellors should deal in the first instance with the affairs of their respective areas and the Counsellor with all the remaining parts of the Frontier Areas, they should by Constitutional Convention act on the principle of joint responsibility.

4. While the Counsellor, in his capacity of Member of the Executive Council, will be the only representative of the Frontier Areas on the Council, the Deputy Counsellors shall be entitled to attend meetings of the Council when subjects pertaining to the Frontier Areas are discussed.

5. Though the Governor's Executive Council will be augmented as agreed above, it will not operate in respect of the Frontier Areas in any manner which would deprive any portion of those Areas of the autonomy which it now enjoys in internal administration. Full autonomy in internal administration for the Frontier Areas is accepted in principle.

6. Though the question of demarcating and establishing a separated Kachin State within a Unified Burma is one which must be relegated for decision by the Constituent Assembly, it is agreed that such a State is desirable. As a first step towards this end, the Counsellor for Frontier Areas and the Deputy Counsellors shall be consulted in the administration of such areas in the Myitkyina and the Bhamo Districts as are Part II Scheduled Areas under the Government of Burma Act of 1935.

7. Citizens of the Frontier Areas shall enjoy rights and privileges which are regarded as fundamental in democratic countries.

8. The arrangements accepted in this Agreement are without prejudice to the financial autonomy now vested in the Federated Shan States.

9. The arrangements accepted in this Agreement are without prejudice to the financial assistance which the Kachin Hills and the Union Hills are entitled to receive from the revenues of Burma, and the Exeutive Council will examine with the Frontier Areas Counsellor and Deputy Counsellors the feasibility of adopting for the Kachin Hills and the Chin Hills financial arrangement similar to those between Burma and the Federated Shan States.

6. März 2008

Donnerstag, 28. Februar 2008

Burma: Sieben Milliardäre stehen in der 'Gunst' der Generäle

Sieben Milliardäre buhlen um die 'Gunst' der Generäle

Die neue Hauptstadt ist in verschiedenste zum Teil geheimste Zonen eingeteilt

Jonas M. Lanter

Sieben Milliardäre leben in Burma

Laut dem 'National Security Agency', dem US-Geheimdienst zur Beschaffung von nachrichtendienstlichen Geheimnissen leben in Burma sieben Milliardäre. Diese burmesischen Milliardäre mussten in der neuen Hauptstadt Naypidaw innerhalb von drei Monaten je ein Hotelresort bauen. Laut dem 'NSA' und westlichen Beobachtern und Diplomaten sind diese nur so reich geworden, weil die Generäle es so wollten. Dafür müssen sie jetzt tun, was die Generäle von ihnen fordern.

Bunkersystem der höchsten Schutzklasse in der neuen Hauptstadt

Auch wurde die neue Hauptstadt in verschiedenste Zonen eingeteilt. Hinter einem künstlichen See stehen Häuser mit braunen Dächern. 'Senior Officials', heissen sie in der Amtssprache und gehören zur Zone B1; Fotos machen ist strengstens verboten und die ganze Anlage steht unter strengster Bewachung.


Mitten im Nichts steht ein fast fertiger Palast. Der wurde für den Vizepremier gebaut. Nur in Burma gibt es zwar keinen Vizepremier, ein Palast bekommt der nichtexistente Vize trotzdem. Für die Zonen B2 und B3 gibt es auch für höhere Angestellte kein Durchkommen. Die Villen der Generäle und der noch nicht fertige Parlamentstrakt sind abgeschottet. Auch die Residenzen der Minister wurden hierher gebaut. Hohe Mauern versperren die Sicht.

In den Zonen A1 bis A6 ist der unterirdische, atombombensichere Bunker-Palast für die führenden Generäle. Alle Ministerien sind in dem von vielen Kilometer umfassenden langen Gängen verbunden.

Diese sind Staatsgeheimnis Nummer eins und keiner hat einen genauen Überblick über das gesamte unterirdische System. Die drei 'höchsten' Generäle und Diktator Than Shwe wurden eingeweiht. Der Bunker ist vollkommen von der Aussenwelt abgeschottet und es lässt sich anscheinend monatelang in diesem System leben.

Gerüchte besagen, dass eine in Zug ansässige Firma vor einigen Jahren Pläne der höchsten Schutzklasse für einen Bau für die Junta entworfen hätten. Sollte dem so sein, müssten die Schweizer Behörden von sich aus aktiv werden.

29. Februar 2008

Montag, 25. Februar 2008

Burma; This boy dies! - Dieser kleine Junge stirbt!

Z W A N G S A R B E I T
Dieser Junge stirbt

Er weigerte sich, als die SPDC ihn verschleppen wollten. Da wurden ihm die Knochen mit einem Gewehrkolben zertrümmert (Junge der Rohingyas). Seine Eltern wurden umgebracht

Jonas M. Lanter

Dorfgemeinschaften werden zur Zwangsarbeit gezwungen. "Wir waren im Kino in der Nähe der Stadt Moulmein. Dieser liegt inmitten des Mon-States, der an Thailand grenzt. Kaum war der Film zu Ende, schlossen schwer bewaffnete Soldaten die Tür des Kinos ab. Dann befahlen sie den Alten und den kleinen Kindern, das Gebäude zu verlassen. Wir wurden alle an einem Seil zusammengebunden und zu einer Armeebaracke geführt. Zusammen mit Hunderten weiteren Menschen kamen wir auch an die Front im Kayin-State (Anmerkung auch Karen-Staat genannt). Dort mussten wir Waffen, Munition und Verpflegung für die Truppen schleppen. Einige wurden als Minensäuberer gebraucht. Sie mussten den Truppen vorangehen, um das Land von diesen zu säubern. Ich wusste, dass auch ich sterben würde, wenn ich nicht fliehen kann." Er ist einer von inzwischen 145'000 Menschen, die in Flüchtlingslagern jenseits der Grenze in Thailand leben.

Der oben abgebildete Junge lebt im Rakhing-State, inmitten von Burma. Der Staat grenzt an die Andaman-Sea bzw. den Golf von Bengalen. Er gehört der muslimischen Ethnie der Rohingyas an. Als die Junta in sein Dorf einfiel und die meisten Frauen vergewaltigten und andere ermordet wurden, versuchte er zu fliehen. Aber die Militärs 'wollten' ihn wie die Kinder anderer ethnischen Völkern in sogenannten 'Ye Younth' Schulen zu zukünftigen Militärs drillen. Später stellen diese Jungs die Elite in der burmesischen Junta. Sie kennen nur ein Leben, ein Leben im Militär. Dieser Junge weigerte sich. Seine Knochen wurden von einem Soldaten mit einem Gewehrkolben zerschmettert. Er kann kaum noch gehen und Medikamente bekommen diese Ethnien keine. Sein Bein hat sich entzündet und eitert. Trotzdem muss er Wasser holen gehen. Wie lange hat er noch zu leben?

25. Februar 2008

Mittwoch, 20. Februar 2008

Burma: Aung San Suu Kyi und ihre NLD darf an den Wahlen 2010 nicht teilnehmen

Die Nationale Liga für Demokratie und ihre Nobelpreisträgerin, Aung San Suu Kyi wurden von den Militärs für die 'Wahlen' 2010 ausgeschlossen!

Aung San Suu Kyi unter Hausarest
Jonas M. Lanter

Burmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi darf laut Berichten aus Burma bei den Wahlen im Jahr 2010 nicht antreten. Grund sei, dass sie mit einem Ausländer verheiratet gewesen sei, berichtete heute auch die Zeitung 'Straits Times'. Der neuen, noch zu verabschiedenden Verfassung zufolge sei dies ein Grund zum Ausschluss. Die Zeitung berief sich auf Singapurs Aussenminister George Yeo, der diese Details von seinem Amtskollegen aus Burma erfahren habe. Burma wird seit langem von der Junta mit 'eiserner Faust' geführt.
Zuletzt hatten sie 1990 Wahlen abgehalten. Als die Partei von Daw Aung San Suu Kyi dort einen klaren Sieg errang, wurde der Wahlausgang aber ignoriert. Die Trägerin des Friedensnobelpreises hat zwölf der vergangenen 18 Jahre im Gefängnis und unter Hausarrest verbracht. Sie ist mit dem Briten Michael Aris verheiratet, der 1999 in Grossbritannien verstarb.


Abstimmung im Mai

Die Junta wird das Land auch in Zukunft regieren. Ein Verfassungsentwurf, der gestern veröffentlicht wurde, weist den Streitkräften die "führende politische Rolle" zu. Burma soll im Mai über die neue Verfassung abstimmen. Medien hatten zudem darüber berichtet, dass General Than Shwe die mächtigste Person im Staat sein solle, Minister ernennen und 'im Notfall' die Regierungsgewalt übernehmen könne.

Burma hat keine militärische Feinde. Die 450'000 Soldaten und 120'000 Reservisten werden gegen die im eigenen Land lebenden 135 Ethnien eingesetzt oder gegen das eigene Volk wie vergangenen Herbst oder im '88.

Zudem sollten Angehörige der Streitkräfte ein Viertel der Parlamentssitze sowie ein Vetorecht über die Entscheidung der Abgeordneten erhalten.

Die Militärjunta regiert Burma seit 1962. Die Opposition lehnt das Verfassungsreferendum ab, weil sie befürchtet, dass sich danach die Lage in dem südostasiatischen Land verschlechtert.

20. Februar 2008

Burma Veranstaltung im Volkshaus ein voller Erfolg

Die Burma-Veranstaltung im Volkshaus Zürich war ein voller Erfolg!

Jonas M. Lanter


Dr. Cynthia Maung der Mao Tao Clinic in Mae-Sot (Grenze zu Burma)

'Amnesty International' Zürich und wir Mitwirkenden danken nochmals herzlichst für das zahlreiche Erscheinen im Zürcher Volkshaus diesen Montagabend. Auch die vielen eingegangenen Spenden freuen uns von ganzem Herzen.
Die Kollekte wird direkt an Dr. Cynthia Maung, Gründerin der 'Mao-Tao Klinik' an der Grenze Thailand / Burma durch 'Amnesty International' überwiesen. Cynthia Maung ist für ihren humanitären, unermüdlichen Einsatz mit dem Magsaysay Award ausgezeichnet worden. Dies ist in seiner Art der humanitäre Friedensnobelpreis Asiens.
Bereits zwei Mal wurde sie für den Nobelpreis nominiert. Dieses Jahr ist sie wieder für den Preis vorgeschlagen.

Vielen Dank an alle Spender und Mitwirkenden.

20. Februar 2008

Donnerstag, 14. Februar 2008

Burma: Der angekündigte Friedensprozess der Karens mündet in Mord und Totschlag

Burma: Nach der Ermordung des Sohnes des Generals des abgespaltenen Flügels der 'Karen National Liberation Army' (KNLA), des 'Karen National Liberation Army Peace Councils' (KNLA PC) fiel nun auch der Generalsekretär des politischen Flügels der Karens einem Attentat zum Opfer

Padoh Mahn Sha im Gespräch mit mir. Als Übersetzerin seine Nichte, welche das Attentat am 14. Februar 2008 mit ansehen musste

Anschlagsserie innerhalb der Karen National Union und des 'Ethnic National Councils'

Jonas M. Lanter

Soeben wurde bekannt, dass der Generalsekretär der Karen National Union und der Karen National Liberations Army (KNU-KNLA), Padoh Mahn Sha, auf offener Strasse in der Grenzstadt Mae Sot erschossen wurde.

Schon vor einigen Tagen wurde der Sohn von General Htein Maung’s Karen National Union / des Karen National Liberation Army Peace Councils (KNU/KNLA PC) bei einem Meeting erschossen. Angeblich hätte er nicht offen an der Rede teilgenommen!

Der KNU / KNLA PC ist eine neu abgesplittete Gruppe der KNU / KNLA und bildete sich nach dem Tode des Generals Bo Mya, des Anführers des militärischen Flügels der Karen National Liberation Army (KNLA), welcher letzte Weihnachten verstarb. Beide Gruppen sind seither untereinander verfeindet. Früher waren sie Waffenbrüder. Heute kämpft der Peace Council auf Seiten der Junta. Die KNU / KNLA unter dessen Führer Ba Thin Sein, welcher auch Chairman oder oberster Führer des 'Ethnic Nationa Councils' Burmas ist. Ba Thin unterstehen alle sieben (7) grossen Ethnien, also alle Staaten in Burma. Die Divisionen, welche meist von den Burmesen selbst bewohnt sind, werden von der Junta ('SPDC'; sprich Staatsrat für Frieden und Entwicklung) mit eiserner Faust geführt.

Dies verunmöglicht die inneren Ziele des Ethnic National Councils, des ENC. Auch die vorher mit der Karen National Liberations Army verbrüderten Democratic Karen Buddhist Army hat sich bereits vor einigen Jahren zur Junta bekannt und die KNLA verraten. Seither gibt es immer wieder Scharmützel zwischen den Karens und der Junta und der Democratic Karen Buddhist Army.

Die KNU / KNLA unter Ba Thin Sein ist eine der wenigen Gruppierungen, welche nie die Seiten zur Junta wechselten. Daher wurde Ba Thin auch als Chairman aller sieben grossen Ethnien (ENC) gewählt und hat die UN-Security Council Resolution 1612 zum sofortigen Stopp von Kindersoldaten unter 18 Jahren ratifiziert. Ba Thin will Reformen einführen und die Gegner an einem runden Tisch in wesentlichen Punkten einigen. Vorab der gemeinsame Kampf gegen die Junta. Auch bestehen bereits exakte Pläne nach einem Sturz der Militärs.

Dieses Ziel wird so in weiter Ferne rücken und stürzt die Ethnien in einen offenen Krieg untereinander.

Auch wurde bekannt, dass das in Thailand liegende 'Mae La' - Flüchtlingscamp an der Grenze zu Burma über den Moi-Fluss mit Mörsern beschossen wurde. Dies ist eine gemeinsame Aktion der Junta (SPDC) und der 'Democratic Karen Buddhist Army' (DKBA) auf die Flüchtlinge der vorwiegend christlichen Glaubensgemeinschaft der Karens und Karenis (rote Karens). Über Tote in den Flüchtlingscamps wurde und darf vom thailändischen Militär keine Auskunft erteilt werden. Einst ein für 20'000 Internally Displaced Peoples / Personen geplantes Camp, welches heute unter widrigsten Bedingungen 45'000 Menschen beherbergt. Krankheiten und Feindschaften brechen offen unter den verschiedenen Ethnien, sprich 'Internally Displaced Persons' aus. Aber auch andere Flüchtlings - Camps der Karens wurden von der neu abgespaltenen Gruppe des Karen National Liberation Army Peace Councils angegriffen. Es soll laut internen Quellen Tote gegeben haben.

Aus der Schweiz, dem 14. Oktober 2008, Jonas M. Lanter. Exklusivbericht auf Anfrage!



Burma, wohin?

Diskussionsabend mit Filmbeitrag über Burma. Wohin führt der Weg dieses verarmten Landes?
Jonas M. Lanter
Nutzen Sie Ihre Freiheit –
um unsere voranzubringen!"
Aung San Suu Kyi


Auch nach dem Volksaufstand vom letzten Jahr geht die Repression in Myanmar/Burma mit unverminderter Härte weiter. Die Diktatur der skrupellosen Militär-Junta lässt zahllose Oppositionelle willkürlich verhaften. Viele verschwinden ohne Gerichtsverfahren für Jahre in Arbeitslager und berüchtigte Gefängnisse, werden gefoltert und hingerichtet. Die Zahl der Opfer, darunter auch Frauen und Kinder, wird auf mehrere tausend Menschen geschätzt. Deswegen laden wir – einige Mitglieder von Amnesty International, Zürich und einige Freunde und Freundinnen von Burma - Sie herzlich zur Info- Veranstaltung ein:

Myanmar/Burma wohin?

Film „Birmanie - la révolution par l’image“ von Claude Schauli. Einführung auf Deutsch

Diskussion mit

Stanley Van Tha (ausgeschafft 2004 und jetzt zurück in der Schweiz)

Ashin Kovida, buddhistischer Mönch

Jonas Lanter, Journalist und Dokumentarfilmer

Walter Ebnöther, Amnesty International, Zürich

Mo.18.Februar 2008,19.30 Uhr, Volkshaus Zürich, Gelber Saal



Zürich, den 14. Februar 2008
Anmerkung: Birmaberichterstattung.blogspot.com ist auch über die Webside von Amnesty International Schweiz abrufbar. Vielen Dank! Gruss jonas

Samstag, 9. Februar 2008

Burmas Militärjunta kündigt Wahlen an - Die Nationale Liga glaubt an einen weiteren Schachzug der Junta und lehnt die Verfassungsreform ab


Burmas Militärjunta kündigt Wahlen an - Die Nationale Liga glaubt an einen weiteren Schachzug der Junta und lehnt die Verfassungsreform ab
Jonas M. Lanter

Nicht überraschend hat die Regierung von Burma bekannt gegeben, dass im Mai über eine neue Verfassung abgestimmt werden soll. Im Jahr 2010 werden dann allgemeine Parlamentswahlen stattfinden.

"Im Jahr 2010 wird es gemäss der neuen Verfassung demokratische Wahlen geben", heisst es in der Erklärung, die in staatlichen Medien veröffentlicht wurden. Im September hatte die Militärjunta die Massenproteste blutig niedergeschlagen. Nachdem nun China Burma unter Druck gesetzt hat, musste die Junta handeln. Zuletzt wurden in Burma 1990 Wahlen abgehalten. Als sich ein Sieg der Nationalen Liga für Demokratie von Aung San Suu Kyi abzeichnete, wurde der Wahlgang annulliert. Die Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin steht seither die meiste Zeit unter Hausarrest.

Die NLD lehnt diese Verfassungsreform ab: "Dies ist nur ein weiterer Schachzug der Junta, diese Reform wurde schon einige Male versprochen, um vor der Weltgemeinschaft besser dazustehen".

9. Februar 2008


Freitag, 1. Februar 2008

Burma / Myanmar wohin?

Burma, wohin?

Diskussionsabend mit Filmbeitrag über Burma. Wohin führt der Weg dieses verarmten Landes?
Jonas M. Lanter

Nutzen Sie Ihre Freiheit –
um unsere voranzubringen!"
Aung San Suu Kyi


Der trügerische und verhängnisvolle Schein vom friedlichen Myanmar/Burma:


Die Diktatur einer skrupellosen Militär-Junta unterdrückt die Zivilbevölkerung in Myanmar weiterhin mit extremer Härte. Oppositionelle werden willkürlich verhaftet, verschwinden ohne Gerichtsverfahren für Jahre in Arbeitslager und berüchtigte Gefängnisse, werden gefoltert und hingerichtet. Die Zahl der Opfer, darunter auch Frauen und Kinder, wird
auf mehrere tausend Menschen geschätzt.


Myanmar/Burma wohin?

Film „Birmanie - la révolution par l’image von Claude Schauli. Einführung auf Deutsch


Diskussion mit

Stanley Van Tha (ausgeschafft 2004 und jetzt zurück in der Schweiz)

Ashin Kovida, buddhistischer Mönch

Jonas Lanter, Journalist und Dokumentarfilmer

Walter Ebnöther, Amnesty International, Zürich

Volkshaus Zürich, Gelber Saal, Mo.18.Februar 2008,19.30 Uhr

Eintritt frei. Kollekte

Organisiert von Amnesty International, Zürich und Freunden von Burma

nebenbei: Burmaberichterstattung/blogspot.com kann auch über Amnesty International Schweiz abgerufen werden

14. Februar 2008


Mittwoch, 23. Januar 2008

Burma: Ein Viertel aller zwangsumgesiedelten Opiumbauern starben

Fakten zu Burma 2007

Kinder bei Zwangsarbeit

Shan-State: Viele zwangsumgesiedelte Opiumbauern starben

Jonas M. Lanter

Hauptstadt: Rangun (Yangon)
Notiz: Nay Pyi Taw 'Bleibe der Könige' ist neu die administrative Hauptstadt

Zeitzone: Greenwich +6.5 Stunden


Grösse des Landes:

Total: 678,500 sq km
L
and: 657,740 sq km
Wasser
: 20,760 sq km

Angrenzende Länder:

Total: 5,876 km
Bangladesh 193 km, China 2,185 km, Indien 1,463 km, Laos 235 km, Thailand 1,800 km


Küstenlänge: 1,930 km


Klima:

Tropischer Monsun: Nebel, regnerisch, heiss

Regenzeit: Sommer (Südwest-Monsun: Juni bis September); weniger bewölkt, geringer Regenfall, milde Temperatur, niedrigere Feuchtigkeit während des Winters (Nordost-Monsun, Dezember bis April)


Zentrales Plateau. Gegen Nordosten steiles, schroffes Hochgebirge und Täler


Natürliche Ressourcen: Erdöl, Bauholz (Teak), Zinn, Antimon, Zink, Kupfer, Wolfram, Blei, Kohle, etwas Marmor, Kalkstein, Edelsteine, Erdgas, Wasserkraft


Urbares Land: 14.92%, Dauerkulturen: 1.31%, anderes (Urwald, Gebirge, Seen): 83.77%


Tiefster Punkt:
Andamann Meer 0 m

Höchster Punkt: Hkakabo Razi 5.881 m


Bewässerte Anbauflächen: 18'700 sq km


Natürliche Gefahren: Erdbeben und Wirbelstürme; Überschwemmung und Erdrutsche allgemein während der Regenzeit (Juni bis September); periodische Dürren

Umwelt; aktuelle Angaben:

Abholzung; industrielle Verunreinigung der Luft, des Bodens und des Wassers; unzulängliche Hygiene und unsauberes Wasser tragen zu Krankheiten bei

Strategisch-wichtige Position der Hauptschifffahrtswege in der Andaman Sea


Population: etwas über 43 Millionen Menschen

Die Aidsrate bei Erwachsenen liegt bei ungefähr 1,4 %; steigend


Ethnische Gruppen: Birmanen 68%, Shan 9%, Karen 7% (mit den IDP's in Thailand 1,5 Mio. Einwohner mehr, ca. 9 %), Rakhine 4%, Chinese 3%, Indian 2%, Mon 2%, andere 5%


Religionen:

Buddhisten 89%, Christen 4% (Baptist 3%, Römisch-katholisch 1%), Moslem 4%, Animismus 1%, andere 2%


Sprachen: Burmesische, ethnische Gruppierungen haben ihre eigene Sprache und Dialekte


Name: Union of Burma

Vollständiger Name: Pyidaungzu Myanma Naingngandaw ehemals 'Socialist Republic of the Union of Burma'


Administrative Landesteile: 7 Divisionen (taing-myar, singular - taing) und 7 Staaten (pyi ne-myar, singular - pyi ne)

Divisionen: Ayeyarwady, Bago, Magway, Mandalay, Sagaing, Tanintharyi, Yangon

Staaten: Chin State, Kachin State, Kayah State, Kayin State, Mon State, Rakhine State, Shan State


Unabhängigkeit: 4. Januar 1948 (von Grossbritannien)

Nationalfeiertag: 12 Februar (1947)


Verfassung: im Jahre 2004 wiedereingeführt. Keine Opposition zugelassen.


Politische Partien und deren Leader: National League for Democracy or NLD [AUNG SHWE, AUNG SAN SUU KYI]; National Unity Party or NUP (pro-regime) [TUN YE]; Shan Nationalities League for Democracy oder SNLD [HKUN HTUN OO]; und andere kleine Gruppierungen (regimtreu).


Opposition und deren Leader: Ethnic Nationalities Council or ENC (based in Thailand); Federation of Trade Unions-Burma or FTUB (exile trade union and labor advocates); National Coalition Government of the Union of Burma or NCGUB (self-proclaimed government in exile) ["Prime Minister" Dr. SEIN WIN] consists of individuals, some legitimately elected to the People's Assembly in 1990 (the group fled to a border area and joined insurgents in December 1990 to form parallel government in exile); Kachin Independence Organization or KIO; Karen National Union or KNU; Karenni National People's Party or KNPP; National Council-Union of Burma or NCUB (exile coalition of opposition groups); several Shan factions; United Wa State Army or UWSA; Union Solidarity and Development Association or USDA (pro-regime, a social and political mass-member organization) [HTAY OO, general secretary]; 88 Generation Students (pro-democracy movement) [MIN KO NAING].


Flüchtlinge und 'Internally displaced persons/peoples': I
DPs: 540,000 (Junta Offensive gegen ethnische Gruppierungen an der östlichen Grenze). Die meisten IDPs sind Karen, Karenni, Shan, Tavoyan, and Mon. Stand 2006.

Gegenwärtige Lage: Burma ist bekannt für die sexuelle Ausnutzung von Frauen und Kindern. Auch als 'Touristen-Attraktion' werden Menschen umgesiedelt. Eine grosse Anzahl von Opfern wird zu Zwangsarbeit und der damit verbundenen Prostitution gezwungen. In geringerem Ausmaß ist Burma ein Durchfuhrland und Bestimmungsort für die Frauen, die von China für sexuelle Ausnutzung gehandelt werden. Der interne Handel mit Personen tritt hauptsächlich für Arbeiten in industriellen Zonen auf.


Drogen:

Burma bleibt zweitgrösster Opium-Produzent der Welt mit einer geschätzten Produktion von 380 metrischen Tonnen im Jahre 2005, einer Anbaufläche von 40.000 Hektaren. Obschon die Opiumproduktion in den vereinigten Regionen der Wa-State Army um ein Vielfaches zurückging und viele Bauern zwangsumgesiedelt wurden, hat sich dafür eine Zunahmen im Süd- und Ost-Shan-State ergeben.


Das UNHCR hat noch darauf hingewiesen, dass die eilige Durchsetzung des Opiumanbauverbotes eine Drama heraufbeschwören würde und sie dieses lieber auf das Jahr 2008 verschieben würden.

Die Tragödie ist eingetreten: Ein Viertel aller zwangsumgesiedelten Bauern starben, entweder weil sie selbst opiumsüchtig waren oder an den eingeschleppten Krankheiten anderer Völker verstarben.

23. Januar 2008


Mittwoch, 16. Januar 2008

Burma: What next?

Burmas Zukunft und wie lassen sich so viele Ethnien miteinander verbinden. China kann es sich in seiner momentanen Wirtschaftslage erlauben, nicht härter gegen die burmesischen Generäle vorzugehen. Olympiade hin oder her. UN-Sicherheitsrat und Burma-Experten sehen keine demokratischen Fortschritte

Jonas M. Lanter


"Geputscht werden muss von Innen her"

Burma, wohin führt dein Weg?

Der UN-Sicherheitsrat hat am Donnerstag auf fehlende Fortschritte seitens der Militärjunta in Burma verwiesen, die demokratische Wandlungen und einen Dialog mit der Opposition versprochen hatte.

Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die nach Abschluss von Konsultationen des Sicherheitsrats unter Ausschluss der Öffentlichkeit veröffentlicht wurde.

Laut Dokument äussern die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats "Bedauern über das zu langsame Fortschrittstempo".

Der Sicherheitsrat hat erneut seine Unterstützung für den Beauftragten des UN-Generalsekretärs, Ibrahim Gambari, bekundet, dessen Burma-Besuch von den dortigen Behörden auf Mitte April verschoben wurde - trotz seinem Bemühen, den politischen Dialog zwischen der Regierung und der Opposition zu fördern.

„Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates hoben die Wichtigkeit weiterer Fortschritte hervor und betonten, dass ein baldmöglichster Besuch von Gambari in Myanmar (Anmerkung Burma) dazu beitragen könnte“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die UNO besteht darauf, dass die Regierung alle politischen Gefangenen, darunter auch die Oppositionsführererin Daw Aung San Suu Kyi, sowie die während der Protestaktionen im September verhafteten Studenten und Mönche freilässt.

Wie der UN-Botschafter der USA, Zalmay Khalilzad, sagte, muss die Weltgemeinschaft bei fehlendem Fortschritt seitens der Militärregierung den politischen Druck verstärken, wobei der Sicherheitsrat mit Sanktionen gegen dieses Regime beginnen sollte.

Anlass für die Massenunruhen, die Ende August in Burma begonnen hatten, war eine drastische Erhöhung der Rohstoffpreise.

Neben einer Verbesserung der sozialen und ökonomischen Bedingungen im Land hatten die Teilnehmer der Protestaktionen demokratische Reformen gefordert. Die Militärjunta von Burma unterdrückte die Demonstrationen mit Gewalt, erklärt sich jedoch unter dem Druck der UNO und der einflussreichen Nachbarstaaten Indien, China und der ASEAN bereit, Verhandlungen mit der Opposition aufzunehmen.

18. Januar 2008


Sonntag, 6. Januar 2008

Burma - Schweiz: Ausgeschaffter 'Stanley Van Tha' wieder zurück

Anmerkung: Die Ausstrahlung des Dokumentarbeitrages "Ausgeschafft" von Irene Marty hat die Schweizer Regierung zum Handeln veranlasst. Mit gutem Ausgang (s. Tagesanzeiger, 5. Januar 2008)


Burma; Stanley Van Tha wieder in der Schweiz

© tagesanzeiger.ch

Ein 2004 nach Burma zurückgeschaffter und dort mehrere Jahre inhaftierter Asylbewerber befindet sich wieder in der Schweiz. Stanley Van Tha wurde von den burmesischen Behörden aus der Haft entlassen und heute von seinen in der Schweiz lebenden Familienangehörigen auf dem Flughafen Zürich-Kloten empfangen. Van Tha treffe seine in der Schweiz lebende Familie, die Frau und ein Kind, teilte das Bundesamt für Migration (BFM) mit. Das BFM und das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) begrüssen die Freilassung.

Das EDA habe sich in Absprache mit dem BFM wiederholt bei den burmesischen Behörden für eine Freilassung eingesetzt. Die Interventionen hätten aber bisher zu keiner Änderung des Urteils geführt. BFM-Direktor Eduard Gnesa sagte am Mittag auf Radio DRS, dass die Bemühungen nun offenbar Früchte getragen haben. Genauere Angaben über Umstände und Zeitpunkt von Van Thas Freilassung lagen am Mittag ebensowenig vor wie Auskünfte zum Gesundheitszustand.

BFM-Sprecher Jonas Montani erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, Van Tha werde von dem Bundesamt nun zu einem Gespräch geladen. Es sei davon auszugehen, dass er in der Schweiz bleiben könne. Frau und Kind dürften bereits im Land bleiben. Die Frau sei zu einem späteren Zeitpunkt als Van Tha eingereist, sagte Montani.

In Rangun den Behörden übergeben

Van Thas Geschichte sorgte für grosses Aufsehen: 2003 wurde sein Asylgesuch sowohl vom BFM als auch von der Asylrekurskommission abgelehnt. Seine Asylgründe wurden als nicht glaubhaft eingestuft. Mitte April 2004 schaffte ihn die Schweiz in die Militärdiktatur Burma aus.

Drei Schweizer Polizisten übergaben ihn am Flughafen von Rangun unverzüglich Vertretern des Regimes, wie die mit dem Fall seit Jahren befasste Burma-Expertin und Filmemacherin Irene Marty heute sagte. Bereits zuvor hätten sich die Schweizer Asylbehörden beim burmesischen Konsulat in Genf über die Indentität Van Thas erkundigt.

Blocher räumte Fehler ein

Im berüchtigten Insein-Gefängnis sei Van Tha gleich zu Beginn drei Tage lang verprügelt worden, wisse sie von ihm selbst, sagte Marty weiter. In der Folge wurde Van Tha zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt.

Gemäss Mitteilung des BFM lautete das Urteil auf "Gefährdung der Sicherheit und des Friedens des Landes sowie Fälschung von Stempeln im Pass und illegale Einreise".

Wie Montani erklärte, hatten die Schweizer Behörden diese Reaktion des Regimes zum Ausschaffungszeitpunkt nicht erwartet und die Rückschaffung als zumutbar erachtet. Van Tha sei seit 1996 der erste nach Burma zurückgeschaffte Asylbewerber gewesen. Der damalige Justizminister Christoph Blocher habe die Inhaftierung bedauert. Er hatte wiederholt zugegeben, dass es in dem Fall zu einem Fehler gekommen sei.

Samstag, den 05. Januar 2008

Mittwoch, 2. Januar 2008

Burma: Den Bürgern wird das Fernsehschauen verunmöglicht

Erhöhung der Konzessionsgebühren für den Satellitenempfang um das 166-fache erhöht! Somit bleibt nur noch das staatliche 'MRTV'- Sprachrohr

Burma muss sich selber helfen. Nachbarstaaten betreiben eine doppelte Moral. Ressourcen werden 'geplündert'

Jonas M. Lanter

Mit einer drastischen Anhebung von Fernsehgebühren hat die Militärjunta in Burma die Informationsmöglichkeiten der Bevölkerung weiter beschnitten.

Die Regierung des verarmten Landes erhöhte kurz nach der Neujahresfeier ohne Angaben von Gründen die Gebühren für das Satellitenfernsehen um das 166-fache. Wie ein Vertreter der Burmesischen Telekom bestätigt müssen Besitzer einer Satellitenschüssel nun statt 6000 Kyats neu knapp eine Million Kyats für den jährlichen Satelliten- TV- Empfang bezahlen. (Anmerkung: Aussprache 'Tschats'. Für einen US$ erhält man offiziell zwischen 7 und 9 Kyats; auf dem Schwarzmarkt aber zwischen 450 bis 550 Kyats). Dies bedeutet eine so unrealistische Erhöhung, grösser könnte der Unterschied gar nicht sein. Denn dies bedeutet alleine TV-Satelliten-Gebühren, welche das Dreifache des durchschnittlichen Jahreseinkommens eines Birmanen ergeben. Somit kann nur noch dieser einte, staatlich - kontrollierten TV-Sender 'MRTV' verfolgt werden.

Ausländische Medien wie die Dissidentenzeitung 'Irrawaddy'-News (online und als Magazin) oder des in Oslo sendenden Dissidentensender 'Democratic Voice of Burma' spielten während der Demonstrationen gegen die Generäle im August und September 2007 eine bedeutende Rolle. Die wenigen privaten Burmesischen Stationen verzichten auf eine aktuelle Berichterstattung und konzentrieren sich in ihrem Programm auf Seifenopern und Musiksendungen.

Die Junta des südostasiatischen Landes hatte die Proteste im September gewaltsam niedergeschlagen. Nach Uno-Angaben ging die Militärregierung mit exzessiver Gewalt gegen die von Mönchen angeführten Demonstrationen vor. Dabei wurden den Vereinten Nationen zufolge mindestens 31 Menschen getötet.
Mittwoch, den 2. Januar 2008

Samstag, 15. Dezember 2007

Burma: Drogensucht wird 'gefördert'; Sanktionen fruchten nicht. Die Olympischen Spiele sollten boykottiert werden

Burma: Drogensucht wird durch die Junta toleriert und gefördert. Sanktionen fürchten die Generäle schon gar nicht. Die Olympischen Spiele in China sollen boykottiert werden. Menschenhandel als Einnahmequelle
Völlig geschafft. Nach dem Trip mit der 101st. Special Forces der KNLA

Jonas M. Lanter, Umphang; Burma

Wann zuletzt hat eine Regierung auf seine eigenen religiösen Würdenträger schießen lassen? Wohl zuletzt im Dritten Reich, sonst nirgends; ausser eben in Burma!

Mit den läppischen US$ 8'000.00 als Reparationszahlung oder eben als Wiedergutmachung der Generäle an die Klöster Burmas kann man als westlicher Beobachter nur den Kopf schütteln. Denn immer noch müssen sich die Mönche im ganzen Land verstecken, um nicht verhaftet zu werden. Einigen wenigen gelingt die Flucht nach Thailand.

Zwischen Gefängnis, Folter, Zwangsarbeit und der Freiheit liegen gerade mal 340 km. 340 Kilometer ins benachbarte Thailand, nach Mae Sot. Dorthin sind auch viele Verletzte verbracht worden. Tagelang wurden sie von ihren Kollegen durch den Dschungel vorbei an Militärposten geschleppt. Bis sie die Grenzgebiete der bewaffneten Karens (KNLA) und den Studenten der All Burma Student's Democratic Front (ABSDF) erreichen; dann sind sie in Sicherheit vor den Schergen.
Obwohl der Weg nur 340 Kilometer auf den Strassen Burmas misst, benötigt man ganze acht Stunden mit dem Bus. Auf Thailändischer Seite sind die Strassen bestens ausgebaut, in Burma sind es Schotterpisten.
Angriffe auf Geistliche hat es immer wieder gegeben – sei es in Polen oder in Russland. In San Salvador wurde Erzbischof Romero von bezahlten Killern der Regierung in seiner Kirche ermordet.

Im totalitären und von Spitzeln durchsetzten Burma haben Attacken auf die buddhistischen Mönche gewissermaßen Tradition. Steht die Macht auf dem Spiel, wird auf den Strassen geschossen. 1988 war dies so, als die Studenten die Demokratie wollten und die Geistlichen sich auf ihre Seite stellten. Schon 100 Jahre zuvor hatten sich die Geistlichen am Aufstand gegen die britischen Kolonialherren beteiligt und dafür bitter bezahlt. Dies hat Tradition in diesem einst reichsten Land Südostasiens; dem ehemals grössten Reisexporteur. Heute muss noch zusätzlich aus China und Indien importiert werden.
Der Schiessbefehl gegen die Mönche in Rangun zeigt, wie sehr sich das Militärregime in die Enge getrieben fühlt. Die Propaganda über die 'angeblich' aus dem Ausland gesteuerten 'Putschisten', vorab der 'BBC world', nimmt den Generälen niemand im Lande mehr ab. Die jungen Mönche kommen aus deren Mitte. Aus der Mitte des Volkes.
Für die Junta birgt die Niederschlagung der Straßenproteste einige Gefahren: Abgesehen davon, dass sich die älteren Herren mit den selbst verliehenen Orden an der Brust um ihr eigenes Seelenheil bringen und in der Öffentlichkeit künftig von einem großen Teil des buddhistischen Klerus boykottiert werden, haben sich die Generäle ihrer gesellschaftlichen Stellung selbst beraubt. In einem Land, das angeblich 87 Prozent Buddhisten zählt, kommt der Angriff auf die Mönche einer Exkommunikation gleich.
General Than Shwe und seine Handlanger erkaufen sich den Verbleib an der Macht mit beträchtlichem Imageverlust. Das Gesicht zu verlieren gilt in Asien als das Schlimmste, welches man sich vorstellen kann.
Gelingt ihnen die Unterdrückung der Demokratie-Revolte, bleibt die grosse Solidarisierung der Bevölkerung mit den Mönchen aus. Dann können sie es erneut versuchen, ihr Scheinprojekt einer Demokratisierung mit einer neuen Verfassung fortzusetzen: mit nun geschätzten über 10'000 politischen Häftlingen in den Gefängnissen (Anmerkung: Studenten, Mönche aber auch Beifall klatschende Schaulustige und deren Angehörige werden interniert. Sippenhaft ist ein Druckmittel der Junta). Laut Augenzeugen (s. Artikel "unterwegs im Feindesland" vom 5. Dezember 2007) wurden neben den über 30 bestehenden Gefängnisse über 20 neue geplant und einige wurden als Provisorium bereits in Stadien eingerichtet. Dies erinnert an Südamerika. In Chile oder der Dominikanischen Republik werden Fussball-Stadien als Gefängnisse 'missbraucht'. Daw Aung San Su Kyi, die den Großteil der letzten 20 Jahren unter Hausarrest verbracht hat, bringt den Generälen noch zusätzliche internationale Ächtung.

Ein gutes Omen für die Generäle ist dies bestimmt nicht.

Burmas Militär hat in den bisher vier Jahrzehnten seiner Herrschaft das südostasiatische Land heruntergewirtschaftet und sich selbst bereichert. Das Bruttosozialprodukt liegt total bei maximalen 200 US-Dollar pro Kopf, legt man den offiziellen Wechselkurs zugrunde. Dies sind gemessen an der realen Kaufkraft im Land etwa 2000 US-Dollars.

Eine Minderheit von 5 Prozent des Volkes erhält auf dem Schwarzmarkt zehn Mal mehr (10!) für einen US$ als der offizielle Wechselkurs auf einer Burmesischen Militär-Bank!

Inoffiziell ist immer noch der US-Dollar die Leitwährung des verarmten Landes; denn 95 Prozent der Bevölkerung lebt mit weniger als einem US$ pro Tag. Davon wiederum gelten 30 Prozent als völlig verarmt, ohne jegliche medizinische Hilfe. Eine Mahlzeit pro Tag gilt hier als Ausnahmen.

Inzwischen spritzen zwei Prozent (2%) des Volkes Heroin, weitere vier Prozent rauchen Opium. Amphetamine, die sogenannten YABA - Pillen, werden auch von den Burmesischen Lastwagenfahrern und Arbeitern eingenommen. Dies wird vom Staate toleriert, wenn nicht gezielt gefördert.
- Anmerkung: Drogenabhängige gelten als berechenbar und werden durch die Junta gezielt für deren schmutzige Geschäfte missbraucht.

Fünf (5 %) Prozent des Landes gilt als die herrschende Minderheit. Deren Einkommen lässt sich nicht nur an deren Einkommen ermessen. Sie erhalten auch Vergünstigungen wie frisches Fleisch oder eine Staatskarosse und ein schönes Haus zum Teil mit Swimming-pool. Auch erhalten sie einen Pass und können auf Reisen nach Singapur und anderen Staaten gehen.

Als die Tochter Than Shwe im vergangenen Jahr heiratete, hat sie Geschenke für angeblich sage und schreibe 52 Millionen Dollar 'eingenommen'.
Dies ist mehr als das Dreifache des jährlichen Budgets für die Gesundheitsvorsorge und Schulung des verarmten Landes.
Burmas Junta wird sich weiterhin an der Macht halten, da sie keine Skrupel kennt, ihre eigenen Bürger zu versklaven. Menschenhandel gilt als legitim im Lande der Golden-Pagoden.
Aber gerade auch darum, weil sie auf die Regierungen in den Nachbarländern, den ASEAN, setzen können. Eine Verurteilung Burmas gilt in Asien als nicht opportun. Man mischt sich nicht in Angelegenheiten anderer Staaten ein. Und welches Land der ASEAN wird nach demokratischen Regeln geführt? Keines. Auch Thailand hat sich momentan davor verabschiedet.

So funktioniert der Südostasiatischen Staatenbund Asean, der vor einigen Jahren zum Leide aller Burma als Mitglied aufgenommen hat.

So verhält sich selbst die Regierung im entfernten Japan: "Ich glaube nicht, dass es klug, sich blind den westlichen Ländern anzuschließen und auf Myanmar zu schlagen", erklärte der Japanische Regierungssprecher in Tokio. Zur derselben Stunde feuerten die Soldaten in Rangun auf einen ihrer Journalisten.

Burma ist ein durch und durch organisiertes Chaos, ein Durcheinander: Seine Generäle 'verhökern' das teure Teak-Holz des Landes nach China und lassen geschützte Tiere für die Küchen des Nachbarlandes abschlachten. Absprachen der Zentralregierung mit Milizen verschiedener Volksgruppen schaffen die Basis für den Opiumhandel und den Einsatz von Zwangsarbeitern. Ohne China und die Asean können Europa und die USA das Regime in Burma so viel sanktionieren, wie sie wollen - es wird sich nichts ändern. Solange China nicht unter internationalen Druck gerät und die Olympischen Spiele nicht boykottiert werden, wird sich in Burma nichts ändern. Die verschiedenen Ethnien werden ausgerottet und der Dschungel in Burma schwindet täglich.
Burma, Umphang Distrikt, den 15.Dezember 2007

Dienstag, 11. Dezember 2007

Burma; Junta zerstört Dörfer der Karens

Burmas Junta zerstört Dörfer der Karens
Kurz nach dem Angriff durch Burmesiche Junta-Soldaten
und deren Verbündete, der DKBA (Democratic Karen Buddhist Army)

Jonas M. Lanter
Durch die Junta zerstörtes Dorf der Karens. Dieses Bild entstand kurz nach dem Angriff am 7. Dezember 2007. Die Bewohner konnten noch rechtzeitig in den umliegenden Dschungel fliehen. Deren Ernte wurde gestohlen und die Felder vernichtet.
Zwei Tage später kommen wir am gleichen Dorf vorbei. Wir müssen auf Minen acht geben. Sie könnten überall neu gelegt worden sein. Dies um die Bewohner zur Flucht nach Thailand zu zwingen. Dort müssen sie unter unwürdigen Bedingungen leben. Jedes zweite Kind hungert in diesen 'Flüchtlingscamps' nahe der Grenze auf Thailändischem Gebiet. Sie gelten nicht als Flüchtlinge, sondern als 'intern umplazierte Personen'; sprich 'IDP's'.
Besser ergeht es denen, welche in die Camps der ABSDF (All Burma Students Democratic Front) oder der Karen National League Army (KNLA) verbracht werden. Diese liegen zwar auf Burmesischer Seite, sind aber durch die Soldaten der ABSDF und der KNLA geschützt. Hier erhalten sie auch erste Medikamente, Nahrung und können eigene Felder bewirtschaften.


Zwei Tage später. Ein Junge vor seinem gebrandschatztem Haus, seine Eltern sind zu diesem Zeitpunkt unauffindbar

Er hat überlebt. Aber seine Eltern kann er nicht finden. Viele irren noch im Dschungel umher. Ob Bewohner ermordet wurden, ist momentan nicht bekannt.

Copyright by aseannews@gmx.ch (Text und Fotos).