Dienstag, 23. September 2008

Burma: Unter den 9002 Freigelassenen nur sieben Politische

'Bassein-Prison' in Moulmein

jonas m lanter

Burmas Junta hat aus "Freundlichkeit und Wohlwollen" 9002 Gefangene freigelassen, wie "The New Light of Myanmar" berichtet.
Leider sind nur sieben politische Inhaftierte darunter. Der am längsten weggeschlossene politische Häftling, U Win Tin (78), kam nach 19-jähriger Haft und Folter frei. Er arbeitete als kritischer Journalist und war ein führendes Mitglied der Nationalen Liga für Demokratie. Aung San Suu Kyi, die Führerin der NLD, bleibt weiterhin unter Hausarrest.

Dienstag, 23. September 2008

Donnerstag, 11. September 2008

Burma; Keine Einigung in Sicht

Die Generäle sitzen fester im Sattel denn je



Dass ein Regierungssitz an einen anderen Ort verlagert wird, kommt nicht alle Tage vor, ist aber auch nicht völlig ungewöhnlich. Aber wenn es geschieht, dann nach langer öffentlicher Debatte. Anders in Birma (seit 1989 Myanmar), wo wichtige offizielle Entscheidungen stets klandestin getroffen werden. Was hier am 6. November 2005 geschah, kam völlig überraschend: Beladen mit Stühlen, Schreibtischen, Bänken und anderem Mobiliar, fuhren ganze Lkw-Kolonnen und tausende konsternierter Beamten aus Rangun hinaus in Richtung der 390 Kilometer nördlich gelegenen Stadt Pyinmana. Im hügligen, dschungelüberwucherten und malariaverseuchten Umland dieser Stadt entsteht der neue Regierungssitz namens Naypyidaw - Sitz der Könige.

Der militärische Bereich liegt im Osten, rund um das Kriegsministerium, die Ministerien und die Wohnsiedlungen für die Beamten erstrecken sich westlich des neuen Bahnhofs, der an der Strecke Rangun - Mandalay liegt. Allerdings ist auf der riesigen Baustelle erst ein Viertel der Gebäude fertiggestellt, die Stromversorgung ist unzureichend, eine Wasserversorgung so gut wie nicht vorhanden. Der Flughafen aber funktioniert, die Junta-Generäle sind ja auf ihn angewiesen, und unter den Hügeln im Umland sollen riesige Bunker für die Kommandozentralen der Streitkräfte entstanden sein.

Die Verlegung der Hauptstadt war die Idee von General Than Shwe, der an der Spitze der seit 1988 regierenden Militärjunta steht. Dahinter stehen drei Gedanken: Erstens will man erneut an das alte Königtum anknüpfen, denn Rangun war ja eine Schöpfung der britischen Kolonialherren(1). Zweitens will man verhindern, dass das Land noch einmal, wie 1988, durch Volksaufstände gelähmt wird. Und drittens will man einer Aggression der USA vorbauen.(2)

Der Rückzug von der Küste ins Hinterland war schon immer strategischer Leitgedanke des Regimes, aber nach dem Einmarsch der USA in den Irak wurde er zur Obsession. Dass der Umzug so plötzlich erfolgen musste, war dem Ratschlag von Than Shwes Astrologen zu verdanken.

Die in der Vergangenheit gefangenen und immer schon isolationistisch denkenden Generäle Birmas betrieben den Plan schon seit Jahren. Er war einer der Konfliktpunkte zwischen den Generälen Than Shwe, Maung Aye und Geheimdienstchef Khin Nyunt, dem Hauptrivalen der beiden. Khin Nyunt wurde im Oktober 2004 entmachtet. Kurz darauf beauftragte Than Shwe einen seiner Getreuen, General Thura Shwe, die Bautätigkeit in Pyinmana zu beaufsichtigen und zu beschleunigen (damals war freilich nur von einer Verlegung des Kriegsministeriums die Rede).

Unter den zahlreichen Baufirmen sind drei der wichtigsten nicht nur mit dem Regime verbunden, sondern auch in illegale Geschäfte verwickelt. Die Htoo Trading Company gehört dem Magnaten und Waffenhändler Tay Za, der eng mit General Than Shwe assoziiert ist. Die Asia World Co. des einstigen Opiumbarons Lo Hsing Han und die Olympic Construction Co. eines gewissen U Aik Htun stehen beide im Verdacht, Drogengelder zu waschen, seitdem im April 2005 die zum Olympic-Konglomerat gehörende Asia Wealth Bank nach Geldwäschevorwürfen aus den USA auf Befehl von General Maung Aye geschlossen wurde. Durch den Umzug konnte General Than Shwe auch seine Machtposition festigen. Zum Schutz der neuen Hauptstadt wurde zusätzlich zu den zwölf bestehenden Regionalkommandos das "Naypyidaw Regional Command" geschaffen. Es untersteht dem fünften "Special Bureau of Operation", dem auch das Kommando über die alte Hauptstadt Rangun zusteht. An die Spitze dieses neuen Special Bureau gelangte nicht zufällig der frühere Chef des Rangoon Command, Myint Swe, ein Neffe und treuer Gefolgsmann von General Than Shwe.

Eine von Clankämpfen geprägte Diktatur

Myint Swe sieht dadurch seine Position als Nummer vier des Regimes gefestigt. Und General Than Shwe kontrolliert nunmehr den gesamten Apparat des Staatsrats für Frieden und Entwicklung (State Peace and Development Council, SPDC), der das Land unter Kontrolle hat.

Das birmanische Militär ist heute mächtiger als je zuvor. Sein Beschluss, unter exorbitanten Ausgaben die Hauptstadt zu verlegen, ist um so verabscheuenswürdiger, als die Wirtschaft des Landes am Boden, die Bevölkerung ein erbärmliches Dasein fristet, und die Beamten, denen man die groteske Umzugsprozedur zumutet, nur die Wahl haben, mitzuspielen oder sich nach Thailand abzusetzen. Doch die große Mehrheit der Bevölkerung ist zu sehr mit dem Überleben beschäftigt, um an einen Aufstand zu denken.

Birmas Diktatur ist von permanenten Clankämpfen geprägt, auch jenseits der Rivalität zwischen den Generälen Than Shwe und Maung Aye, die über die entscheidenden Fragen zutiefst zerstritten sind. Das gilt vor allem für die Politik gegenüber der Opposition, den ethnischen Minderheiten und den wichtigsten Nachbarstaaten.

Die Spannungen mit Bangkok stehen im Vordergrund, obwohl (siehe den nachfolgenden Artikel) der gestürzte thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra bei der birmanischen Junta sehr geschätzt war. Doch als Thailand von US-Präsident George W. Bush als einer seinen treuesten Verbündeten außerhalb der Nato gelobt wurde, diente dies nicht gerade der Beilegung alter Streitigkeiten. In thailändischen Köpfen wiederum spukt immer noch die Erinnerung an die Plünderung der einstigen Hauptstadt durch die Birmanen - im Jahre 1767.

Die letzten großen Spannungen im Jahre 2001 hatten sich am Amphetaminschmuggel entzündet. Hundertmillionenfach waren die Tabletten ins Land gelangt, geschmuggelt von früheren Rebellengruppen, die mit der Junta einen Waffenstillstand geschlossen und sich der birmanischen Armee angeschlossen hatten. Birma musste die Schmach hinnehmen, dass es den thailändischen F-16-Bombern nichts entgegenzusetzen hatte, und beschloss überstürzt den Kauf russischer MiG-29.

Bis heute wirft Birma der Regierung in Bangkok vor, aufständische Gruppen zu unterstützen, etwa die nach wie vor rebellischen ethnischen Minderheiten der Karen, Karenni und Shan oder die Exilorganisation All Burmese Student Democratic Front (ABSDF). Dennoch schlossen beide Länder im November 2005 ein Abkommen über den Bau mehrerer Staudämme am Fluss Saluen.

Trotz des Abkommens hielt der birmanische Generalstab noch im Februar 2005 eine von der CIA ferngelenkte thailändische Invasion für denkbar, die ebenfalls als Argument für den Umzug nach Pyinmana diente. Die angebliche Bedrohung und potenzielle Instrumentalisierung durch Invasoren soll eine strenge Überwachung der politischen Parteien und ihrer Führer rechtfertigen, vor allem der National League for Democracy (NLD) mit der charismatischen Aung San Suu Kyi an der Spitze.

Die NLD ist heute, wie alle Oppositionsparteien, faktisch lahmgelegt. Die Parteizentrale in Rangun existiert noch, aber fast alle anderen Büros im Land sind geschlossen. Die wichtigsten NLD-Führer, Aung San Suu Kyi und deren Stellvertreter Tin Oo, stehen unter Hausarrest. Die Transmissionsriemen der Partei sind gekappt, Nachwuchs ist kaum vorhanden. Zwar wurden Anfang 2006 einige Büros der NLD zaghaft wieder eröffnet, doch es wird gewaltiger Anstrengungen bedürfen, um den Apparat wieder in Gang zu setzen.

Dasselbe Schicksal erleidet die mit der NLD verbündete zweite Oppositionsgruppe, die Shan National League for Democracy (SNLD). Nach einer Verhaftungswelle sitzen ihre führenden Mitglieder im Gefängnis. Wie die NLD verweigerte sich die SNLD der Farce eines Nationalkonvents, der von Ende Februar bis zum 31. März 2005 eine von allen Vertretern des Landes gebilligte neue Verfassung schreiben sollte, in Wirklichkeit aber dazu diente, die Rolle der Armee im politischen Machtgefüge zu legitimieren und zu zementieren.

Die ethnischen Minderheiten sind in zwei Gruppen gespalten. Die einen haben sich der Junta unterworfen oder einen Waffenstillstand unterzeichnet oder sich dem SPDC angeschlossen. Dem stehen die letzten noch kämpfenden Gruppen gegenüber, die ins Grenzgebiet abgedrängt wurden. Ihnen lässt General Maung Aye heute nur noch die Wahl zwischen Kapitulation und Tod.(3)

Ehemalige Kommunisten als Drogenbarone

Die Vertreter der größeren ethnischen Minderheiten haben sich, unabhängig von der jeweiligen politischen Orientierung, in einem Ethnic Minorities Council (ENC) zusammengeschlossen, nachdem sie einsehen mussten, dass sie zu schwach waren, um einen Dialog zu erzwingen oder sich im SPDC durchzusetzen. All diese Gruppen geben zu, dass sie mit dem Abschluss getrennter Waffenstillstandsvereinbarungen nur auf kurzfristige Partikularinteressen setzten, während die birmanischen Generäle von vornherein ihre Uneinigkeit ausnutzen wollten. In Wirklichkeit gibt es im SPDC keinerlei Dialogbereitschaft und auch keine Neigung, die Macht abzugeben oder auch nur zu teilen.

Einen besonderen Platz in der politischen Landschaft hat die nationalistische Bewegung der Wa, die United Wa State Army (UWSA). Die Wa waren früher die wichtigste Minderheitsgruppe innerhalb der Kommunistischen Partei Birmas und erbitterte Feinde der Zentralregierung in Rangun. Als dann die Partei 1989 auseinanderbrach, schlossen die Wa einen Waffenstillstand und erhielten im Gegenzug freie Hand für den Schmuggel. Seitdem hat sich die UWSA zum mächtigen Drogenkartell entwickelt. Sie ist zwar mit dem SPDC verbündet, legt sich mit diesem aber ständig an. Die Wa wollen nur eines: die alleinige Kontrolle über ein autonomes Gebiet ausüben, in dem sie nicht einmal die offizielle birmanische Währung (Kyat), sondern den chinesischen Yuan als Zahlungsmittel verwenden. Hier werden nur zwei Sprachen gesprochen und gelehrt: Wa und Chinesisch. Da sie von China gestützt werden, scheren sie sich keinen Deut um das innenpolitische Gerangel in Birma, für sie zählen einzig die Geschäfte, legale wie illegale.

Die Wa kontrollieren zwei große Gebiete. Im Norden, entlang der chinesischen Grenze, die Sonderregion Nr. 2. Und im Süden zwei weniger genau definierte Zonen, die ihnen die birmanische Armee zum Dank dafür überlassen hat, dass sie den Kampf gegen die Shan-Guerilla des verstorbenen Opiumbarons Khun Sa unterstützten.

Herr über diesen zweiten Einflussbereich, den die UWSA auszuweiten sucht, ist der Chinese Wei Shao Kang. Er hat die chinesischen Drogennetze der einstigen Kuomintang übernommen, das heißt jener Chinesen, die nach Maos Sieg aus China vertrieben worden waren und sich im nördlichen Thailand niedergelassen hatten. Wei Shao Kang wurde zum Hauptpartner des UWSA-Führers Pao Yo Chang und zum Hauptfinanzier für den Drogenhandel und allen anderen Aktivitäten der Wa. Zum Wirtschaftsimperium Kangs gehören Privatbanken, eine Inlandsfluggesellschaft sowie das riesige Geschäftsimperium Hong Pang Co., das in allen Bereichen tätig ist, in denen Geld gewaschen wird: in der Lebensmittelbranche, im Bausektor und in anderen Industrien, bis hin zum Geschäft mit DVD-Kopien.

Im Januar 2005 eröffnete ein Gericht in den USA ein Verfahren (in Abwesenheit) wegen Drogenhandels gegen die acht wichtigsten Führer der UWSA, darunter Pao Yo Chang und Wei Shao Kang. Vorausgegangen waren Anklagen wegen Geldwäsche gegen zwei der von den Wa kontrollierten Banken, die Asia Wealth Bank und die Myanmar Mayflower Bank. General Maung Aye, dem die dominierende Stellung der Chinesen und der Wa missfällt, nutzte diese Verfahren im Ausland und verfügte im April 2005 die Schließung beider Banken.

Damit waren gewaltige Löcher in die Finanzen der Wa gerissen. Allerdings waren an beiden Banken auch mehrere Clans von birmanischen Generälen beteiligt. Das mag die Attentate erklären, die im Mai 2005 in Rangun ein Dutzend Tote forderten. Diese Anschläge gegen Gebäude, zu denen sich niemand bekannte, waren offenbar eine Warnung an Maung Aye, dessen Tochter bedeutende Anteile an den zerstörten Immobilien besaß.

Nachdem im September 2005 in Fahrzeugen von Wa-Angehörigen 490 Kilogramm Heroin beschlagnahmt worden waren, wurde das Unternehmen Hong Pang offiziell aufgelöst. Es gründete sich jedoch sofort neu unter dem Namen Xinghong. Das birmanische Regime hatte offenbar die Lektion der Mai-Attentate verstanden. Seitdem erteilt sie wieder unbeschränkt Konzessionen und Aufträge an Firmen, die ganz oder teilweise UWSA-Führern gehören. Als man vor kurzem am Ostrand des Shan-Gebiets, bei Kengtung, Kohlelagerstätten entdeckte, ging die Konzession an die thailändische Firma Lampoon Dam Co., die als wichtigste Geldwaschanlage der Wa in Thailand gilt. Im Übrigen können sich die Wa-Führer trotz der Anklage in den USA in Birma wie in China frei bewegen.

Dabei übt Peking in letzter Zeit noch stärkeren Druck auf Pao Yo Chang aus als die internationalen Institutionen. Die Chinesen wollen die Drogengeschäfte der Wa eindämmen, weil die Drogenmengen, die auf ihr Territorium gelangen, dramatisch angewachsen ist und mit ihr die Zahl der Aidsinfektionen. In den Zonen entlang der chinesischen Grenze wurden zwar viele Mohnfelder vernichtet, wodurch zahlreichen Bauern der Ruin droht. Doch die Kampagne war längst nicht so radikal, wie Pao Yo Chang behauptet hat. Manche Kulturen wurden einfach innerhalb des birmanisches Territoriums nach Westen verlegt. Und auch in der Sonderregion Nr. 2 verblieben noch genug kleinere und besser versteckte Felder.

Doch Peking kann seine UWA-Schützlinge auch härter anfassen, wie das Beispiel der Sonderregion Nr. 4 zeigt. Diese von dem Chinesen Sai Lin(4) autokratisch geführte Region verdankt ihre Entwicklung und Finanzierung zwar ebenfalls Drogengeldern, aber mehr noch ihren Casinos, die hauptsächlich in Mong La angesiedelt waren.

Dieses ehemalige Shan-Bauerndorf hat sich in wenigen Jahren zum neonglitzernden kleinen Macao in den Bergen gemausert. Seine ultramodernen, rund um die Uhr geöffneten Casinos wurden Jahr um Jahr von hunderttausenden von Chinesen aufgesucht, die hier ihr Geld verspielten. Als aber am Ende auch hohe Verwaltungsbeamte, Parteikader und sogar Polizeioffiziere beim Glücksspiel bis aufs Hemd ausgenommen wurden und sogar ihre Dienstwagen einbüssten, konnte Peking nicht länger tatenlos zusehen.

Ein unbekannter Grenzkrieg um Casinoschulden

Um den Strom der spielsüchtigen Chinesen einzudämmen, wurde 2004 die Grenzöffnung teilweise rückgängig gemacht. Die chinesischen Einwanderer in Mong La erhielten den Befehl zur Rückkehr. Im Juli 2005 schließlich rückte die chinesische Militärpolizei am hellichten Tag mit mehreren Lastwagen in Mong La ein, um dutzende von Dienstwagen zurückzuholen, die Sai Lin als Pfand für unbezahlte Casinoschulden einbehalten hatte. Obwohl diese Aktion eine schwere Verletzung der birmanischen Grenze darstellte, kam aus Rangun nicht die geringste Reaktion: ein Indiz für den Einfluss Pekings, wie es deutlicher nicht sein könnte.

Aufgrund dieser chinesischen Polizeioperation und der totalen Grenzblockade, die am Ende zur Schließung sämtlicher Casinos führte, hat Sai Lin sehr viel Geld verloren. Seine Schwächung wurde von der herrschenden SPDC sofort genutzt. Peking ließ Sai Lin fallen, als man ihm als Gegenleistung den gigantischen Nutzungsvertrag anbot, mit dem sich die chinesische Petro China im Dezember 2005 die Ausbeutung der Erdgasvorkommen in den birmanischen Gewässern sicherte.

Dieses chinesische Doppelspiel hat vor allem dazu geführt, dass Birma von der Militär- und Finanzhilfe Pekings abhängig gemacht wurde. Und wenn China sich am Ausbau der Infrastrukturen beteiligt, hat es vor allem die Ausfuhr chinesischer Produkte im Auge: Die jetzt ausgebauten Massenverkehrswege von Lweje nach Bhamo und von Tengchong nach Myitkyina enden an dem Fluss Irawadi, der in absehbarer Zeit zu einem für China wichtigen Wasserweg werden wird. China hat auch einen grossen Teil des Hafens von Rangun angemietet.
Ein oppositionelles Informationsbüro hat sogar schon die Vermutung kolportiert, Birma könnte irgendwann zur 24. Provinz Chinas werden.

Anmerkungen:

(1) Birma war traditionell ein Vasall des Reichs der Mitte. 1825 fiel es unter britische Herrschaft, 1937 wurde es Britisch-Indien angegliedert. Am 4. Januar 1948 wurde das Land als Birmanische Union unabhängig und schied auch aus dem British Commonwealth aus.

(2) Im Februar 2005 wurde Birma von US-Außenministerin Condoleezza Rice zusammen mit Nordkorea und Kuba als einer der Vorposten der Tyrannei bezeichnet.
(3) Die drei bewaffneten Widerstandstruppen, die Shan State Army-Sud (SSA-S), die Karen Nation Unio (KNU) und die Karenni National Progress Party (KNPP) stellen für die Junta keine echte Gefahr mehr dar.
(4) Sein chinesischer Name ist Lin Ming Shin. Er gehörte zu den Freiwilligen, die Peking Ende der 1960er-Jahre nach Birma schickte, um dort der KPC zu helfen. Er kehrte nicht nach China zurück und rückte nach Unterzeichnung des Waffenstillstands 1989 an die Spitze der Sonderregion Nr. 4.

11. September 2008

Samstag, 6. September 2008

Kalaga aus Burma


Kalaga aus Burma


Who knows the History of this wonderful piece of Burma-Art?


Kalaga im Traputo Stil:
Bei Arbeiten im Traputo-Stil handelt es sich um eine Form des Applique, bei dem die applizierten Stoffstücke meist mit Rosshaar ausgestopft werden, so dass ein Hochreliefmuster entsteht. Die dreidimensionale Wirkung kann mit strukturierten Stickstichen und aufgenähten Fäden zusätzlich betont werden.
Dieser Klagas aus Burma ist sehr fein verarbeitet. Die antiken Klagas sind mit aufgenähten Kordeln aus Gold und Silber bestickt. Ebenso werden diese mit Kristallen und andere Pailletten und Metallfaden verziert.
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Who knows the history of this wonderful Kalagas- item? The owner means that is from the 1850's. But I don't know. The Length is 1.32 m x 0.86 m. Thick one of the embroidery approx. 6 cm.
A Dragon is shown above. A Tiger, a horse, one tiger more? and a white elephant, we think. Outside is a rectangle from stones (easily brownish - Red Spinell Crystals?). Also on the inside gold embroiders and afterwards again stones. Please look on this wonderful item.

Who can tell me any details above the age and from which part in Burma is this item?
It's very important to promote the Burmese culture.

Best regards.

6th Septembre 2008

Montag, 1. September 2008

Burma; Kleiner Junge der Rohingyas gestorben

Vier Monate nach dem Bericht vom 25. Februar ist dieser Junge verstorben


Dieser kleine Junge der muslimischen Rohingyas weigerte sich, als die SPDC ihn verschleppen wollten. Da wurden ihm die Knochen mit einem Gewehrkolben zertrümmert. Seine Eltern im Rakhine- bzw. Rakhing-States wurden umgebracht

jonas m lanter

Viele Dorfgemeinschaften ethnischer Gruppierungen und auch Burmesen selbst werden zur Zwangsarbeit gezwungen. "Wir waren im Kino in der Nähe der Stadt Moulmein. Dieser liegt inmitten des Mon-States, der an Thailand grenzt. Kaum war der Film zu Ende, schlossen schwer bewaffnete Soldaten die Tür des Kinos ab. Dann befahlen sie den Alten und den kleinen Kindern, das Gebäude zu verlassen. Wir wurden alle an einem Seil zusammengebunden und zu einer Armeebaracke geführt. Zusammen mit Hunderten weiteren Menschen kamen wir auch an die Front im Kayin-State (Anmerkung auch Karen-Staat genannt). Dort mussten wir Waffen, Munition und Verpflegung für die Truppen schleppen. Einige wurden als Minensäuberer gebraucht. Sie mussten den Truppen vorangehen, um das Land von diesen zu säubern. Ich wusste, dass auch ich sterben würde, wenn ich nicht fliehen kann." Er ist einer von inzwischen 145'000 Menschen, die in Flüchtlingslagern jenseits der Grenze in Thailand leben.

Der oben abgebildete Junge lebt im Rakhing-State, inmitten von Burma. Der Staat grenzt an die Andaman-Sea bzw. den Golf von Bengalen. Er gehört der muslimischen Ethnie der Rohingyas an. Als die Junta in sein Dorf einfiel und die meisten Frauen vergewaltigten und andere ermordet wurden, versuchte er zu fliehen. Aber die Militärs 'wollten' ihn wie die Kinder anderer ethnischen Völkern in sogenannten 'Ye Younth' Schulen zu zukünftigen Militärs drillen. Später stellen diese Jungs die Elite in der burmesischen Junta. Sie kennen nur ein Leben, ein Leben im Militär. Dieser Junge weigerte sich. Seine Knochen wurden von einem Soldaten mit einem Gewehrkolben zerschmettert. In Folge fehlender Behandlung und Medikamente starb der Knabe kurze Zeit später. Sein Bein hatte sich entzündet.

1. September 2008

Donnerstag, 21. August 2008

Burma: Vage Hoffnungen auf eine Öffnung zunichte gemacht

Aung San Suu Kyi erteilt der UNO eine Absage

Demonstration vor dem Chinesischen Konsulat in der Schweiz

jonas m lanter

Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat ein Treffen mit dem UNO-Sondergesandten Ibrahim Gambari abgelehnt. Die Verweigerung ging laut Gambari von der Friedensnobelpreisträgerin selbst und nicht von der Militärjunta aus. Die Opposition kritisierte Gambaris Mission mit ungewöhnlich scharfen Worten.

Der UNO-Gesandte habe "wertvolle Zeit vergeudet", weil er mit der Junta über mögliche Wahlen in zwei Jahren diskutiert habe, anstatt die Aufnahme von Gesprächen mit der Opposition einzufordern, erklärte ein Sprecher von Daw Aung San Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie (NLD).

Die 63-jährige verbrachte von den vergangenen 18 Jahren mehr als zwölf Jahre im Gefängnis oder unter Hausarrest. Die letzte Hausarrest-Anordnung wurde vom Militärregime erst im Mai um ein weiteres Jahr verlängert; es war bereits die sechste Ausweitung in Folge. Obwohl laut dem Dekret der burmesischen Militärs Aung San Suu Kyi dieses Jahr die Freiheit erlangen sollte.

Die NLD hatte 1990 die Parlamentswahl gewonnen; die Militärregierung hat den Sieg jedoch nie anerkannt und die Demokratiebewegung nach 1988 erneut blutig niedergeschlagen.

Sonntag, 24. August 2008gun


Dienstag, 19. August 2008

Das 'THW' geriet an die Firma 'Htoo Trading Co.' des Juntagünstlings Tay Za

Die Htoo Trading Co. hat ihre Hilfskräfte nicht bezahlt!

jonas m lanter

Das Deutsche Technische Hilfswerk 'THW' geriet an einen der Günstlinge (oder 'Cronies') der Junta. Wie jetzt aus sicherer Quelle zu erfahren ist, hat diese juntanahe Firma keinen ihrer angeheuerten Arbeiter entschädigt.
Nein, die 'Htoo Trading Company' hat die Helfer, welche zum Teil selbst schwer unter dem Wirbelsturm 'Nargis' leiden, ohne einen Kyat oder sonstiger Hilfe wie Lebensmittel oder technisches Hilfswerk zurück in ihre zerstörten Dörfer geschickt.

Kyat ist die burmesische Währung. Offiziell erhält man für 1 US$ 7 Kyats; auf dem Schwarzmarkt dagegen das 50-fache! Auch sonst hat sich diese Firma, welche zuoberst auf der EU-Embargoliste steht, nicht an die Abmachungen gehalten. Warum hat sich das 'THW' nicht genügend informiert oder sich Vor-Ort ein Bild gemacht?

Jeder Einheimische weiss, dass hinter dem roten H im roten Kreis der 44-jährige Zögling Tay Za des Generals Than Shwe steht.

Sieht so die Internationale Hilfe aus?

Bitte lesen Sie den untenstehenden Artikel.


19. August 2008

Dienstag, 12. August 2008

Das Deutsche Technische Hilfswerk 'THW' geriet an den Günstling von Juntachef Than Shwe

Wie das THW bei seinem Einsatz für Zyklonopfer in Burma in die Nähe eines Günstlings der Junta geriet
Than Shwe bei der 'Stimmabgabe'



Es ist nur ein einziger Buchstabe. Ein H. Rot ist dieses H, rot in einem roten Kreis. H könnte das Symbol für Hilfe sein. Doch dieses H steht für etwas anderes: für Probleme der Hilfe, der Helfer. Es steht für die Konflikte bei der Hilfe in einem Land, dessen Regime seinem Volk nicht helfen lassen will. In einem Land, das unter Embargo steht. Der vertrackte Buchstabe findet sich in Burma.

Es war schwierig, nach dem Zyklon 'Nargis' zu den Opfern ins verwüstete Irrawaddy-Delta zu kommen. Vor allem für die internationalen Helfer. Die Junta wollte keine westlichen Zeugen in der Krisenregion, sie wollte allenfalls Hilfe entgegennehmen und alles weitere selbst übernehmen. Das lehnten die Geber ab. Wie hilft man Menschen in solch einer Situation?

Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) waren bereits in Rangun, als Juntachief Than Shwe rund drei Wochen nach der Katastrophe von Anfang Mai endlich die Verbote für Helfer lockerte. Die THW-Helfer waren dann schnell im Ort Bogale, Sie seien einfach losgefahren und durchgekommen, lautete die Auskunft. Sie waren, „das erste internationale Team“ mit Trinkwassertechnik im Delta, erklärt das Auswärtige Amt (AA).
Wochenlang versorgten sie zusammen mit Einheimischen Opfer mit Wasser. Anschliessend wurden Anlagen sowie Zelte, Feldbetten und ein Stromaggregat im Wert von insgesamt 1,3 Millionen Euro an die lokalen Behörden übergeben.

Das ist ein Teil der Geschichte. Ein anderer zeigt, wie schwierig es ist, Menschen in einem Land zu helfen, das mit internationalen Sanktionen belegt ist. Gegen Burmas Junta und ihre Handlanger hat die EU seit Jahren Strafmaßnahmen verhängt. Im sogenannten Gemeinsamen Standpunkt des EU-Rates heißt es, der Junta und ihren Helfern dürften „weder unmittelbar noch mittelbar Gelder oder wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden oder zugute kommen“. Ausnahmen für humanitäre Projekte sind aber möglich.

Einer, der auf der EU-Embargoliste ganz oben steht, ist Tay Za. Er ist 44, hat ein leicht pausbäckiges Gesicht und steht an erster Stelle derjenigen, die „Nutzen aus der Wirtschaftspolitik der Regierung ziehen“. In der Fassung vom 29. April dieses Jahres folgen fünf weitere Familienmitglieder. Dort finden sich auch acht Firmen, als deren Chef Tay Za genannt wird. Darunter die Htoo Trading Company. Tay Za gilt als reichster Mann Burmas und Vertrauter von Juntachief Than Shwe.

An Tay Za und Htoo kamen die Deutschen offensichtlich bei ihrer Hilfsaktion nicht vorbei. Die THW-Mitarbeiter schlugen ihr Lager auf einem Gelände auf, das Tay Za und seiner Htoo gehörte. Über ihren Köpfen wehte eine Flagge mit dem Firmenlogo, ein rotes H in einem roten Kreis, als Aufkleber gelangte das H auch auf die Wassertanks und Generatoren. Während die Deutschen endlich „Wasser machen“ und Brunnen sanieren konnten, tauchte Tay Za dort persönlich auf. Er stellte sich freundlich lächelnd als „Partner“ der Deutschen vor, wie ein Reporter
im Magazin „Geo“ berichtet.


Eine Nachfrage beim Technischen Hilfswerk. Der Einsatzleiter von damals ist im Urlaub und nicht zu erreichen. Sprecher Nicolas Hefner kann aber einige Daten zusammenstellen. Unter Punkt vier listet er die „Kooperationspartner“ auf: Unicef, Malteser Hilfsdienst, lokale Verwaltung von Bogale, lokale Verwaltung von Rangun, DDA, Department of Development Authority, Htoo Trading. Im Übrigen sei vereinbart, dass zu diesem Thema das Auswärtige Amt Auskunft gebe, das den Einsatz finanziert hat.

Nach einer weiteren Nachfrage gab das Auswärtige Amt folgende Aussage: "Es wurden 'unentgeltlich Leistungen' der Firma Htoo Trading in Anspruch genommen". Dies mache auch Unicef. Das sei nötig gewesen, denn "in Bogale verfügte in dieser Situation nur die Firma Htoo Trading über die für den THW-Einsatz notwendigen Möglichkeiten. Nur durch Nutzung dieser Möglichkeiten (insbesondere Transportkapazität, geeignetes Gelände für die Trinkwasseraufbereitungsanlagen) konnte die humanitäre Hilfe des THW schnell an die Bedürftigen gelangen." Gegenleistungen haben demnach weder das THW noch die Bundesregierung erbracht. Htoo Trading ist aus Sicht der Bundesregierung auch "kein ‚Partner’ im von Ihnen beschriebenen Sinne". Dort heisst es: "Kooperationspartner des THW in Bogale ist die lokale Distriktverwaltung", und die Massgaben des EU-Embargos seien eingehalten worden. "Das Embargo hat durch die punktuelle Inanspruchnahme von unentgeltlichen Leistungen der Firma Htoo Trading keinen Schaden genommen." An burmesische Firmen oder die Armee sei kein Material übergeben worden.

Warum die Htoo-Fahne wehte? "Das Gelände (…) gehört diesem Unternehmen." Dass das Logo der Firma auch auf Tanks und Generatoren klebte, war wohl nicht vorgesehen. In den Fällen, in denen neben "dem deutschen Herkunftszeichen" noch "ein zusätzliches Logo angebracht worden ist, sahen die Mitarbeiter im Interesse einer schnellen Hilfe davon ab, eine Inbetriebnahme von deren Entfernung abhängig zu machen. Angesichts der akuten Notlage der Menschen wäre dies nicht zu verantworten gewesen".

Mindestens einmal soll einem Boot mit THW-Wassertanks das Ablegen erst gestattet worden sein, nachdem Tay Zas Firmenflagge mit einem roten H in rotem Kreis gehisst worden war. So steht es im 'Geo'-Magazin. Dazu erklärt das Aussenamt: "Hierzu liegen der Bundesregierung keine Informationen vor." Wenn es so gewesen wäre, könnte das ein Bruch der eigenen Regeln gewesen sein, fand der Sprecher mündlich. Hat der Intimus der Junta also meisterlich die Notlage der Überlebenden im Delta für sich ausgenutzt? Für die Bevölkerung dürfte es so ausgesehen haben, dass die deutsche Hilfe gleichbedeutend ist mit Htoo Trading und Tay Za. Denn jeder, der mit Hilfe ins Delta gefahren ist, hat es mit seinem Emblem versehen – die Opfer sollten sehen, wer sie bringt.

Einheimische in Rangun, die Tay Za kennen, schütteln den Kopf. "Die Regierung ist Htoo und Htoo ist die Regierung", sagt einer und presst beide Handflächen aufeinander, um die enge Verbindung deutlich zu machen. Tay Za habe Juntachief Than Shwe und die Seinen während des Aufstands der Mönche im Herbst vergangenen Jahres nach Dubai geschafft, heisst es in unterrichteten Kreisen: "Sie hatten Angst um ihre Macht."

Einer in Rangun sagt: "Sind die Deutschen verrückt? Alle hassen Tay Za." Er bekomme jedes Geschäft, andere hätten immer das Nachsehen. Ein Hotel in einer unberührten Gegend? Nicht erlaubt. Tay Za darf eins bauen.

Offensichtlich ist es in Burma so: Den 'Cronies', den eng mit der Junta verbundenen Geschäftsleuten, werden lukrative Aufträge zugeschanzt, sie bringen Geld ins abgeschottete Land. Von ihnen werden 'donations' für Regierungsprojekte erwartet, einige sind in humanitären Projekten engagiert. Das Delta soll nach dem Zyklon unter 43 Firmen aufgeteilt worden sein, die am Wiederaufbau verdienen dürfen – so berichtete das in Thailand gegründete Dissidenten-Magazin Irrawaddy Mitte Mai. Eine von ihnen: Htoo Trading.

Tay Za, ehemals eingeschrieben an der Militärakademie, ist unter anderem in der Baubranche aktiv, er verkauft Teakholz ins Ausland, gerne nach China, ihm gehören zahlreiche Hotels wie die 'Aureum Palace Hotels and Resorts', die Fluglinie Air Bagan, Schiffe. Ausserdem soll er der Junta unter anderem zehn russische MiG-29-Kampfjets beschafft haben.

Die Anlagen des THW sind mit Ende des Einsatzes der Deutschen an die lokalen Behörden in Bogale übergeben worden. Es soll weiter Wasser an die Opfer verteilt werden. "Die Nutzung der Anlagen zu einem anderen als dem vereinbarten Zweck ist nicht genehmigt worden", teilt das Auswärtige Amt mit. Sie stehen auf dem Firmengelände von Tay Zas Htoo Trading. Die Firma mit dem roten H auf weissem Logo.

12. August 2008

Montag, 4. August 2008

Burma: Abzockerei im grossen Stil

Das 'World Food Programme' der UN, verschiedene Länder und Hilfsorganisationen wissen, dass von den Militärs in Burma abgezockt wird. Vorab NGO's haben damit zu kämpfen. Dennoch wird den Generälen indirekt weiterhin Devisen geschoben


jonas m lanter

Obwohl man schon lange weiss, dass der burmesischen Junta nicht zu trauen ist, und im Wissen, dass Gelder nicht den Bedürftigen im Irrawaddy Delta zu Gute kommen, werden weiterhin nebst Nahrungsmittel grosse Mengen an Devisen nach Burma 'verschoben'.

Dies zum einen, dass im Westen der Eindruck entsteht, die verschiedenen Organisationen helfen vor Ort. Leider aber ist es so, dass viele Organisationen zum offiziellen Wechselkurs 1 US$ = 7 Kyats tauschen. Auf dem Schwarzmarkt erhält man dagegen das 50-fache, also für 1 US$ 350 Kyats!

Somit verdient die Junta an der offiziellen Politik verschiedenster Hilfsorganisationen und Ländern den grössten Teil mit, ohne irgendwelchen Finger zu krümmen. Nein, sie befehligen gar, wer helfen bzw. spenden darf und wer nicht!

Laut Aussagen und Analysen lassen sich viele Hilfsorganisationen von den Generälen indirekt Bestechungsgelder abnehmen, damit diese auch ihre Spendengelder einsetzen bzw 'abgeben' dürfen. Obwohl bekannt ist, dass die gespendeten Gelder ebenfalls wieder in den Taschen der Generäle verschwinden. Denn für einen Aussenstehenden sieht es nach wirklicher Hilfe aus.

Es wäre viel wichtiger, die Hilfe zum Beispiel der 'Mao Tao Clinic' ins nahe thailändische Mae Sot zu spenden. Denn ihre Gründerin, Dr. Cynthia Maung, hilft den Burmesen wo sie kann und die Gelder werden richtig eingesetzt.

Verschiedenste Organisationen, wie auch die UN, wissen um diese Zwiespaltigkeit!

Es nützt nichts, wenn man Gelder an eines der korruptesten Länder vergibt. Denn dies kann kein Hilfsmittel sein, wie es die Situation nach drei Monaten aber auch die Vergangenheit unter den Militärs in Burma zeigt! Mitgebrachte Nahrungsmittel, Kleider und sonstige Geräte scheinen viel dringender nötig zu sein.

Auch klopfen immer wieder sogenannte Mönche, welche aus Burma kommen, in den westlichen Ländern an und geben sich als Flüchtlinge aus. Anscheinend wollen sie nur eines; ihren 'Brüdern' und 'Schwestern' zu Hause helfen.

Nur sollten sich viele Organisationen auch vergewissern, warum überhaupt ein Mönch Burma verlassen kann, hier Geld eintreibt und wieder zurück in sein Land geht. Jeder Kenner Burmas weiss, dass ein Mönch, welcher geflohen ist, nie mehr nach Burma zurückkehren kann und darf. Dies wäre sein sicheres Ticket ins Zuchthaus oder Arbeitslager.

Sind wir so blind geworden und glauben einfach alles, was man uns auftischt? Ich bin auch dafür, dass man den Menschen in Burma hilft. Aber eben zu aufrichtigen Konditionen und nicht zu Versprechen irgendwelcher paranoiden Generäle, welche wissentlich nicht eingehalten werden.

Die Frage ist berechtigt.

Viele Hilfsorganisationen gehen solche Deals ein, denn auch diese sind 'National Global Player' mit Umsätzen, die in die Milliarden gehen!

4. August 2008

Montag, 21. Juli 2008

Burma ratifiziert Charta der ASEAN-Staaten

Burma ratifiziert ASEAN

In Singapur treffen sich die Aussenminister Südostasiens

jonas m lanter

Burma hat als siebter Mitgliedstaat die Charta der Staatengemeinschaft der ASEAN ratifiziert, wie die Teilnehmer des Aussenministertreffens ins Singapur am Montag erklärten. Die Charta enthält erstmals verbindliche Bestimmungen zur Einhaltung der Menschenrechte.

Die Charta soll bis zum kommenden Jahr in Kraft treten. Angesichts zahlreicher politischer Häftlinge in Burma bezweifeln Beobachter, dass sich die Militärjunta an die in der Charta festgelegten Menschenrechtsprinzipien halten wird.

Die Charta soll der 40 Jahre alten Organisation einen rechtlichen Rahmen geben. Sie sieht unter anderem die Schaffung einer Behörde zur Überwachung der Menschenrechte vor. Ob die Behörde Verstösse ahnden kann, steht noch nicht fest. Aber anzunehmen ist dies nicht. Denn Sanktionsmöglichkeiten sind jedenfalls keine vorgesehen. Drei der zehn ASEAN-Mitglieder; die Philippinen, Thailand und Indonesien, haben die Charta bislang nicht ratifiziert. Sie fordern, dass zunächst in Burma die Demokratie wiederhergestellt wird.

Am Sonntag hatte die ASEAN Burma so scharf wie nie zuvor wegen demokratischer Defizite kritisiert. Die ASEAN-Außenminister erklärten am Vorabend des Treffens in Singapur, sie seien „zutiefst enttäuscht“ über die Verlängerung des Hausarrests, den die Militärjunta über die Oppositions- und Friedensnobelpreisführerin Daw Aung San Suu Kyi verhängt hat.

Doch es gibt auch Hoffnung, dass Suu Kyi möglicherweise in sechs Monaten aus dem Hausarrest entlassen wird. Dies habe der birmanische Aussenminister Saw Nyan Win während eines Treffens am Sonntag angedeutet, erklärte dessen singapurischer Amtskollege George Yeo. Nyan Win habe gesagt, dass ein politischer Gefangener nach den Gesetzen des Landes bis zu sechs Jahre festgehalten werde dürfe. Dies sei im Fall Suu Kyi in einem halben Jahr der Fall.

Auf die Frage von Journalisten, ob dies bedeute, dass die Friedensnobelpreisträgerin nach Ablauf der sechs Jahre freikommen könne, sagte Yeo: „Dies ist keine inakkurate Schlussfolgerung.“

Die 63-Jährige Suu Kyi war mehr als zwölf der vergangenen 18 Jahre im Gefängnis oder stand unter Hausarrest. Suu Kyis Partei, die Nationale Liga für Demokratie (NLD), gewann 1990 eine Parlamentswahl, die Militärregierung hat den Sieg jedoch nie anerkannt und die Demokratiebewegung blutig niedergeschlagen.

21. Juli 2008

Sonntag, 13. Juli 2008

Burmas Generäle steinreich

Burma; Korruptionsrate höher als in Indonesien

Burmas Generäle steinreich

jonas m lanter

Burmas Generäle: 2,6 Milliarden Euro an ausländischen Devisen

Während der durchschnittliche Bürger in Birma immer ärmer wird, füllen die Generäle nach Angaben von Kritikern ihre Taschen mit Erträgen aus Verkäufen der reichen Öl-, Gas-, und Edelsteinressourcen des Landes. Auch Teakholz ist ein beliebtes Exportgut. Dabei stören sie die Wirtschaftssanktionen nur wenig, die Europa und die USA nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung im vergangenen Jahr noch weiter verschärft haben. Denn die boomenden asiatischen Staaten Thailand, Indien und China sind weiterhin gute Abnehmer. Eine birmanische Zeitung berichtete im vergangenen Monat von Erlösen in Höhe von umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro allein aus Gasexporten in 2007.

Offiziell zählt Birma nach 45 Jahren Militärherrschaft und Isolation zu den ärmsten Ländern der Welt mit einem Pro-Kopf-Einkommen, das unter dem von Kambodscha, Laos oder Bangladesch liegt. Nur 0,3 Prozent des BIP gibt die Junta laut UNO für das Gesundheitswesen aus, gerade einmal 1,3 Prozent für Bildung.

Ausbeutungen und Zwangsumsiedlungen

Dabei haben die Generäle rund 2,6 Milliarden Euro ausländischer Devisen in Reserve, wie der australische Experte für die birmanische Wirtschaft, Sean Turnell, schätzt. Diese Summe erhöhe sich um rund 97 Millionen Euro pro Monat. "Es scheint, dass nur die oberste Spitze des Regimes Zugang (dazu) hat", sagt Turnell. Selbst ranghohe Militärs hätten teilweise keine Ahnung von den Reichtümern. Die gewöhnlichen Bürger haben unter den Reichtümern ihrer Machthaber hingegen eher gelitten, sagt der Chef des südostasiatischen Arms der unabhängigen Organisation International Crisis Group, John Virgoe. Sie seien für die Ausbeutung der Ressourcen zwangsumgesiedelt oder sogar zur Zwangsarbeit eingesetzt worden.

Ende 2006 tauchte ein Video von der Hochzeit der Tochter von Junta-Chef Than Shwe im Internet auf. Die Bilder von Thandar Shwe - behängt mit Perlen, Diamanten und anderen Edelsteinen - sowie von ihrem mit Champagner um sich spritzenden Ehemann verstörten die wenigen Birmaner, die sie zu Gesicht bekamen. Die in Thailand erscheinende burmesische Exil-Zeitschrift 'Irrawaddy' schätzte allein den Wert der Hochzeitsgeschenke auf umgerechnet 32 Millionen Euro.

Noch mehr Geld soll 2006 der Bau des neuen Regierungssitzes Naypyidaw - der 'Wohnsitz der Könige bzw. Bleibe der Könige' - im entlegenen Hinterland gekostet haben. "Wenn sie über ein wenig Selbstlosigkeit verfügen würden, wäre Burma ein ganz anderes Land", sagt Aung Naing Oo. Doch das Tragische ist nach Ansicht von Experten, dass Burma gar nicht in die eigenen Kassen greifen müsste, um etwa die notleidenden Opfer von 'Nargis' zu versorgen. Die Weltgemeinschaft wie auch die Geberkonferenz versprachen bereits Hilfe in der Höhe von über 800 Millionen Euro.

13. Juli 2008


Mittwoch, 9. Juli 2008

Burma: Erschiessung von Häftlingen während Sturm

Insein-Prison: Eine der schlimmsten Folterstätten

Gefangenen werden ins berüchtigte Insein verbracht

jonas m lanter

Genf. sda/baz. Der UNO-Menschenrechtsexperte für Burma hat die regierende Militärjunta aufgefordert, Berichten über die Erschiessung von Gefängnisinsassen während der Wirbelsturmkatastrophe nachzugehen.

Rund eintausend Insassen des Gefängnisses der Stadt Insein seien in eine Halle getrieben worden, nachdem Zyklon «Nargis» das Dach der Anstalt weggerissen habe, hiess es in einem Bericht des Argentiniers Tomas Ojea Quintana.

Um die ausgebrochene Panik zu kontrollieren, hätten Soldaten gemäss verschiedenen Berichten das Feuer eröffnet. Dabei seien zahlreiche Häftlinge getötet worden. Eine thailändische Menschenrechtsgruppe berichtete damals von 36 toten Gefangenen.

Ojea Quintana, der im Mai das Amt von dem Brasilianer Paulo Sergio Pinheiro übernahm, forderte die burmesische Regierung zugleich auf, die internationalen Helfer ungehindert zu den Opfern des Wirbelsturms zu lassen. Die mit der UNO geschlossenen Vereinbarungen über Hilfsleistungen müssten eingehalten werden.

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Die burmesische Regierung warf unterdessen «skrupellosen Bürgern» und ausländischen Medien vor, ein falsches Bild von den Auswirkungen des Zyklons nach aussen zu tragen.

In der Regierungszeitung hiess es, es seien Videoaufnahmen erfundener Geschichten an ausländische Medien verkauft worden, die dem Bild Burmas im Ausland geschadet hätten. Durch den Zyklon am 2. Mai kamen 234 000 Menschen ums Leben oder werden seither vermisst. 2,4 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen.

Siehe dazu Bericht vom Montag, den 5. Mai 2008

Montag, 5. Mai 2008

Burma: Im berüchtigten Insein – Gefängnis wurde während des Wirbelsturms das Feuer auf die Insassen eröffnet

Im berüchtigten Insein – Gefängnis wurde während des Wirbelsturms das Feuer auf die Gefangenen eröffnet

Exklusiv-News aus Rangun

jonas m. lanter

Am Freitag den 2. April 2008 gen Mitternacht erreichte der tropische Wirbelsturm 'Nargis' Burma. Der Sturm zerstörte auch einen Teil des berüchtigten Insein - Gefängnis ausserhalb Ranguns. Viele Dächer wurden nacheinander auseinander gerissen. In Folge der Zerstörung in einem Bereich des Gefängnisses wurden über 1000 Gefangene gezwungen sich innerhalb des Hauptkomplexes zu versammeln. Es wurde ihnen nicht erlaubt, sich in Sicherheit zu bringen.

Der Gefängniskomplex wurde abgeriegelt.
Die Insassen waren vor Nässe, Kälte und Hunger ausgelaugt. Um etwas Wärme zu haben, begannen sie ein Feuer zu machen. Da das Holz aber vom Salzwasser der drei Meter hohen Flutwelle noch feucht war, entwickelte sich starker Rauch. Die Insassen des berüchtigten Folter-'Knastes' wie auch die Wärter und Soldaten gerieten in Panik. Darauf eskalierte die Situation und Chaos brach aus. Um die Lage wieder in den Griff zu bekommen, wurden Soldaten und eine Polizei-Spezialeinheit zur Bekämpfung von Aufständen aufgefordert, das Feuer auf die Gefangenen zu eröffnen. Nach bestätigten Angaben wurden sechs Gefangene sofort getötet und 30 weitere zum Teil schwer verletzt. Nach inoffiziellen Angaben wurden während des Durchgreifens mindestens zehn Gefangene ermordet. In den frühen Morgenstunden seien durch die Gefängnisbehörden weitere sechs Gefangene exekutiert worden.

Yangon, 5. Mai 2008

Sonntag, 29. Juni 2008

Amnesty International: "Ausländische Hilfsgüter verschwinden"





Amnesty International: "Ausländische Hilfsgüter verschwinden"

Reporter ohne Grenzen" meldet Festnahmen von Helfern

jonas m lanter

Rangun - Acht Wochen nach dem verheerenden Wirbelsturm "Nargis" behindert die burmesische Militärdiktatur nach Angaben internationaler Organisationen weiter die zivile Hilfe für die Opfer. Wie die Organisation 'Reporter ohne Grenzen' am Donnerstag mitteilte, wurde eine Gruppe von Helfern nach ihrer Rückkehr aus dem Katastrophengebiet in Rangun festgenommen. Unter den 17 Festgenommenen sei auch der Herausgeber der Zeitschrift 'Myanmar Tribune', Saw Aung Kyaw San, der als Freiwilliger ohne Genehmigung der Behörden bei der Beerdigung von Leichen im besonders betroffenen Irrawaddy-Delta geholfen hatte. Nach 'RSF'-Angaben wurden die Helfer festgenommen, als sie in Rangun weitere Leichensäcke abholen wollten. Fünf von ihnen, darunter der Journalist, würden seit Mitte Juni im berüchtigten Insein - Gefängnis im Nordwesten Ranguns gefangen gehalten. Mindestens zehn Journalisten und Internet-Blogger seien inhaftiert.

Mehr als 138.000 Menschen kamen durch den Sturm 'Nargis' ums Leben oder werden vermisst, seit dieser am 3. und 4. Mai Teile des Landes verwüstete. Nach UNO-Schätzungen benötigen rund 2,4 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe. Die Militärjunta unter Generalissimus Than Shwe hat internationalen Medien eine verzerrte Berichterstattung vorgeworfen und zahlreiche ausländische Helfer nicht ins Land gelassen. Das Regime lässt nach einer Untersuchung der Menschenrechtsorganisation 'Amnesty International' auch ausländische Hilfsgüter verschwinden. Amnesty bestätigte Berichte, dass die Junta Zyklon-Opfer aus ihren Zufluchtsstätten vertreibt.

Die Friedensnobelpreisträger Shirin Ebadi und Erzbischof Desmond Tutu, die ehemaligen Präsidenten von Tschechien, Indonesien und den Philippinen, Václav Havel, Abdurrahman Wahid und Corazon Aquino, sowie die Hollywoodstars Brad Pitt, George Clooney und Matt Damon haben an die Militärjunta appelliert, mehr Helfer einreisen zu lassen. In einer ganzseitigen Anzeige in der englischsprachigen Tageszeitung 'Jakarta Post' riefen sie am Mittwoch die Junta zum Einlenken auf. Während Hunderttausende Menschenleben in Gefahr seien, dürfe die Welt nicht schweigen.

29. Juni 2008

Donnerstag, 19. Juni 2008

In Folge des Zyklons 'Nargis' rückt Burma in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Was geschieht politisch in Burma?


In Folge des Zyklons 'Nargis' rückt Burma in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit.
Was geschieht politisch in Burma?


jonas m. lanter

Der Zyklon 'Nargis, welcher am 3. und 4. Mai über das Delta des Irrawaddy-Flusses über den Mon und den Karen-State (Kayin-State) fegte, stürzte Millionen Menschen in Not und Elend. Hunderttausenden hat er den Tod gebracht und Asiens „Reisschüssel“ buchstäblich auf Jahre hinaus zerstört. Mit einem Schlag steht Burma im Blickpunkt der Welt-Öffentlichkeit. Nicht nur wegen des Ausmasses der Naturkatastrophe, sondern auch, weil das Militärregime des Landes ausländische Hilfslieferungen; außer aus Thailand, dem befreundeten China und Indien, stark einschränkt und damit das humanitäre Desaster noch verschlimmert.

Die Generäle befürchten, der Westen könnte die internationale Katastrophenhilfe dazu missbrauchen, die Opposition im 52-Millionen-Vielvölkerstaat gegen die Militärjunta anzustacheln. Auch deshalb hielten die Generäle am Referendum vom 10. Mai zu einer Verfassung fest, obwohl die 'Irrawaddy-Division' und die 'Rangun-Division' furchtbar unter den verheerenden Auswirkungen des Wirbelsturms leiden. Dort wurde das Referendum lediglich auf den 24. Mai verschoben. Das Ergebnis der 'Volksbefragung' überraschte niemanden: 92 Prozent der 22 Millionen Wahlberechtigten stimmten angeblich mit einem Ja. Die Beteiligung, so wurde offiziell mitgeteilt, lag bei 99 Prozent! Saw Nyan Win, der Sprecher der oppositionellen Liga für Demokratie, NLD. kommentierte: "Dieses Referendum strotzt von Betrug und Fälschungen. Es gab Dörfer, in denen die Behörden die Wahlscheine selber ausfüllten und die Wähler Statisten waren.“

Worüber stimmte das burmesische Volk überhaupt ab? Die Verfassung von 1974 wurde im September 1988 nach einem blutig niedergeschlagenen Volksaufstand ausser Kraft gesetzt. Ein Jahr später gab sich die Junta den Namen „Staatsrat für Frieden und Entwicklung“; 'SLORC'. Dieser rief 1993 einen aus Regimetreuen bestehenden Nationalkonvent ins Leben und beauftragte ihn, eine Verfassung auszuarbeiten. Dieser Prozess, an dem das Volk nicht beteiligt war, dauerte nahezu 15 Jahre! Anfang April war der in geringer Auflage gedruckte Verfassungstext endlich veröffentlicht worden. Die Absicht war offenkundig: Das Volk sollte über die 457 Paragraphen eines Dokuments abstimmen, dessen Inhalt weiterhin unbekannt bleibt. Die Verfassung zielt, wie nicht anders erwartet werden konnte, auf Verewigung der seit 47 Jahren bestehenden Militärdiktatur. Sie soll mit einem demokratischen 'Anstrich' überzogen werden, damit den Kritikern im In- und Ausland den Wind aus den Segeln genommen und der Weltöffentlichkeit Akzeptanz durch die eigene Bevölkerung vorspielen.

Der Konstitutionsentwurf schreibt fest, dass die Offiziere 56 von 244 Sitzen im Unterhaus und 110 von 440 Sitzen im Oberhaus einnehmen müssen. Diese werden nicht gewählt, sondern von der Armeeführung nominiert. Der Oberkommandierende kann den Ausnahmezustand ausrufen. Die Junta wird eine künftige Regierung direkt kontrollieren und kann alle Posten der wichtigsten Ministerien belegen. Eine Klausel richtet sich gegen die Friedensnobelpreisträgerin und NLD-Vorsitzende Daw Aung San Suu Kyi, ohne sie beim Namen zu nennen. Denn wer mit einem ausländischen Bürger verheiratet ist oder war, darf nicht gewählt werden und kein politisches Amt belegen. Aung San Suu Kyi's war mit einem Engländer verheiratet, der 1999 verstarb. Sie durfte nicht mal an seine Beerdigung. Die Verfassung gewährleistet keine demokratischen Rechte oder Menschenrechte. Sie ist Teil eines im Jahre 2003 vom Militär erstellten siebenstufigen "Roadmap zur Demokratie“ und soll den Weg für Parlamentswahlen im Jahre 2010 ebnen.

Die Streitkräfte mit heute 550 000 Mann unter Waffen halten das Volk seit dem Putsch von General Ne Win im Jahre 1962 mit eiserner Faust an den Zügeln. Ne Win liess alle politischen Parteien verbieten und gründete die "Burmesische Sozialistische Programmpartei“, die einen "burmesischen Weg zum Sozialismus“ proklamierte, in Wirklichkeit jedoch die Militärherrschaft institutionalisierte. Diese wurde allerdings beim Volksaufstand 1988 erschüttert. Die Generäle erstickten den Widerstand zwar im Blut, mussten aber im Jahre 1990 Parlamentswahlen zustimmen. Das Ergebnis fiel vernichtend für die Junta aus: Von 489 Sitzen gingen 392 an die NDL. Darauf hatte das Militär nur eine Antwort: Rückfall in eine der brutalsten Diktaturen überhaupt. Tausende Oppositionelle wurden inhaftiert, gefoltert und verschleppt. Daw Aung San Suu Kyi, die Tochter des Freiheitskämpfers General Aung San und einstige Mitarbeiterin von Uno-Generalsekretär Saw U Thant, setzten sie bis heute unter Hausarrest.

Teil des ungerechten Systems sind permanente Menschenrechtsverletzungen, Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Sexsklaverei, keine unabhängige Justiz sowie Korruption und Drogenschmuggel. Burma geniesst den traurigen Ruf, zweitgrösster illegaler Opiumproduzent der Welt zu sein. Kein Wunder, dass das Regime angesichts dieser Lage mit Sanktionen belegt wurde und international in die Isolation geriet. Daran änderte auch 1997 der Beitritt zur ASEAN (Assoziation Südostasiatischer Nationen) nichts. Auch ist in Burma die grösste Amphetamin-Produktionsstätte der Welt.

Trotz aller Repressalien wirkt, wenn auch unter schwierigen Bedingungen, die NLD weiter. Auch Studenten und buddhistische Mönche leisten Widerstand. So im vergangenen Herbst, als Zehntausende in verschiedenen Städten auf die Strassen gingen und gegen die Misswirtschaft der Junta protestierten. Diese liess wiederum ihre Soldaten aufmarschieren, auf die Demonstranten schiessen und Hunderte von ihnen wurden festnehmen. Ausser der NLD gibt es den 'ENC'; den 'Ethnic National Council', welche ebenfalls aus dem Exil arbeiten müssen. Als regimetreu agieren die Nationale Einheitspartei 'NUP' und die Assoziation für Solidarität und Entwicklung, auch Speerspitzen genannt.

Außer dem tiefen Konflikt zwischen den demokratischen Kräften und der Militärdiktatur besteht ein weiterer zwischen den Generälen und den ethnischen Minderheiten. 72 Prozent der Bevölkerung sind Burmesen, neun Prozent Shan, sieben Prozent Karen, vier Prozent moslemische Rohyngias, drei Prozent Chinesen, zwei Prozent Mon und zwei Prozent Inder und die anderen 132 ethnischen Völker. Viele von ihnen verlangen, teils mit bewaffneten Aufständen, weitgehende lokale Autonomie. Doch der „Staatsrat für Frieden und Etnwicklung“, die 'SPDC', will die Macht nicht teilen und alles zentral bestimmen; „Staatsvereinheiligung“; so wie sie es nennen.

Der innen- und aussenpolitische Kurs von General Than Shwe, der seit 1992 Staats- und Armeechef ist, hat nicht zuletzt die sozialökonomische Misere ständig verschärft. 37 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Das oft als Asiens „Reisschüssel“ bezeichnete Agrarland – auf 60 Prozent der Ackerfläche wird Reis angebaut; der größte Teil davon im Irrawaddy-Delta – ist unter die am wenigsten entwickelten Staaten der Welt eingestuft, obwohl es über Erdgas und andere Bodenschätze, Wasserkraft, Holz aber auch über Erdöl und Edelsteine verfügt und viele touristische Sehenswürdigkeiten bietet. Seine Auslandsverschuldung liegt bei sieben Milliarden Dollar, die Inflationsrate bei 40 Prozent, die Arbeitslosenrate bei angeblichen fünf Prozent. Die Kindersterblichkeit liegt bei 59 von 1000 Geborenen, die durchschnittliche Lebenserwartung 57 Jahre. Und das alles im 60. Jahr der Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht. Wahrlich kein Ruhmesblatt für die Herrscher in Uniform.

19. Juni 2008

Sonntag, 15. Juni 2008

Burma: Wenig Hilfe und immer mehr Tote

Hilfe für ein Viertel der Bedürftigsten im verwüsteten Irrawaddy-Delta



Neue Regenfälle und wenig Hilfe

jonas m lanter

Trotz der angebotenen Hilfe vieler Nationen lassen die Generäle weiter auf sich warten. Viel Geld haben sie von den Geberländer erhalten, wovon das Volk nichts oder sehr wenig erhält. Schon gar kein Bares. Einige Zelte durften im 'Vorzeigeauffanglager' der Junta um die zerstörte Stadt Bogolay von der UNHCR im Irrawaddy-Delta; nach drei Wochen unendlicher Schikane durch die Generäle, spät aufgebaut werden. Trinkwasser und eine minimale Mahlzeit werden täglich verteilt.
Bogolay ist der Ort im riesigen Delta, wo sich Hilfsorganisationen und die wenigen auswärtigen Medienvertreter mit Juntabegleitung aufhalten dürfen. Medienschaffende arbeiten vorab selbst für die Vereinten Nationen oder andere NGO's und sind ausnahmsweise geduldet.

Wie der Generalsekretär der UN, Ban Ki-moon sagt: "This is a critical moment for Myanmar. We have a functioning relief program in place but so far we have been able to reach only about 25 percent of Myanmar's people in need".

15. Juni 2008

Samstag, 7. Juni 2008

Daw Aung San Suu Kyi, eine Frau, die viel erreicht hat, und ihr Schicksal mit Würde trägt

Suu Kyi hat viel erreicht und noch mehr gelitten. Auch Anschlägen zum Trotz, trägt sie ihr Schicksal mit Würde


Vor einer Wahlveranstaltung geriet ihre Wagenkolonne in einen Hinterhalt der Junta Schergen,
ihr Fahrer rettete Suu Kyi. Etliche ihrer Freunde und Parteimitglieder wurden ermordet

"Sie wollen sie langsam umbringen"

jonas m lanter

Birmas Junta verlängert erneut den Hausarrest für Oppositionsführerin Suu Kyi – ohne Begründung.

Die Hoffnung auf einen Schimmer Menschlichkeit bei der Militärjunta Birmas dauerte keine 48 Stunden: Kaum hatte sie mit der versprochenen Öffnung für ausländische Helfer weitere Millionen Spendengelder für die Zyklonopfer eingestrichen, zeigte sie wieder ihr hässliches Gesicht: Sie verlängerte erneut den Hausarrest für Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, die jetzt schon fast 13 der vergangenen 18 Jahre in fast völliger Isolation leben muss. „Die Auflagen des Hausarrests sind immer weiter verschärft worden – sie wollen sie langsam umbringen“, meint der Birma-Berichterstatter von Human Rights Watch, David Mathieson.

US-Präsident George W. Bush kritisierte die neuerliche Verlängerung des Hausarrests gegen Suu Kyi scharf. Er sei „tief besorgt“. Von der Junta verlangte Bush die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen. Rechtsexperten hatten in den vergangenen Tagen darauf hingewiesen, dass Bürger Birmas laut nationalem Recht nicht länger als fünf Jahre ohne Anklage gefangen bleiben dürfen. Für Suu Kyi lief diese Frist nun eigentlich ab. Die Junta äußerte sich nicht zur Verlängerung des Hausarrests.

Warum die zierliche Frau die mächtige Junta so das Fürchten lehrt, wurde erst wieder im vergangenen September deutlich. Mönche und Zivilisten schafften es während der Demonstrationen, zu Suu Kyis sonst abgesperrtem Haus durchzudringen. Die Politikerin trat nur vor die Tür, winkte und sagte nichts – doch die Menschen waren wie elektrisiert. Die „Demokratie-Lady“, wie sie ehrfürchtig genannt wird, ist die einzige Hoffnung des Volkes auf eine bessere Zukunft.

Suu Kyis Nationale Liga für Demokratie hatte 1990 die Wahlen haushoch gewonnen, die die Junta dann kurzerhand für nichtig erklärte. Jedes Mal, wenn sie kurzzeitig in Freiheit lebte, zog sie die Massen an. 2003 heuerte das Regime nach Überzeugung von Menschenrechtsgruppen sogar Schlägertrupps an, die ihren Konvoi überfielen und zahlreiche Anhänger töteten. Die Junta drehte Suu Kyi daraus einen Strick – Erregung öffentlichen Ärgernisses – und sperrte sie erneut ein. Nach der brutalen Niederschlagung des Aufstands im vergangenen September versprach sie unter internationalem Druck einen Dialog mit Suu Kyi. Getan hat sich nichts und eine Einigung ist nicht in Sicht.

8. Juni 2008


Freitag, 6. Juni 2008

Burma; Sohn von Top-General wegen Drogenhandels verhaftet

Sohn von General Ye Myint verhaftet

Heroin Nr. 4 wird hier hergestellt; als 'Abfallprodukt' entsteht Opium

Militärs nehmen Drogen und Kindersoldaten werden gezwungen, diese zu nehmen

Auch dieser Kindersoldat nimmt Drogen, es stillt den Hunger und macht kämpferisch

Keinen Kilometer von hier ist die grösste Yaba-Produktionsstätte der Welt

Burma; Sohn von Top-General wegen Drogenhandels verhaftet

jonas m lanter

Aung Zaw Ye Myint, Sohn des Generals Ye Myint, Oberbefehlshaber des 'Büros für Spezialoperationen', wurde letzten Samstag nach einer Militärrazzia des berüchtigten Inlandgeheimdienstes und von Sondereinheiten des Innenministeriums verhaftet.

Wie Polizeikreise verlauten liessen, soll der Sohn von General Ye Mint auch den burmesischen Filmstars Drogen verkauft haben.
Und dies in grossen Mengen und in andere Länder.

Seiner Familie gehören viele grosse Firmen wie die 'Yetagun Construction Company', die im gleichnamigen Tower beheimatet ist.
Eine bekannte Filmschauspielerin wurde ebenfalls verhaftet. "Um wessen Name es sich handelt werde später mitgeteilt" so ein Sprecher des Innenministeriums.
Von burmesischen Filmstars ist bekannt, dass diese illegale Drogen wie Ekstase, Yaba, Kokain und Heroin nehmen.

Nur 20 Kilometer nordöstlich der thailändischen Grenzstadt 'Mae Sot' befindet sich die weltgrösste 'Yaba'- Produktionsstätte auf burmesischer Seite des Staates der 'Kayin' oder der 'Karens'; eines christlich-buddhistischen indigenen Volkes.

Auch lokale Drogenfürsten wie die der 'Democratic Karen Buddhist Army'; die 'DKBA' und die neu abgespaltene Gruppe der KNU mischen kräftig mit.

Noch vor wenigen Jahren kämpften die lokalen Kriegsfürsten und Barone gegen die Juntasoldaten.
Um weiter Drogen produzieren zu können und einen 'Freipass' für den Verkauf zu erhalten, wurde auch die Seiten zur Junta des 'State Peace and Development Councils', der 'SPDC gewechselt, wie der offizielle Name der burmesischen Armee ironischerweise heisst.

Diese Produktionsstätte wie auch einer der grössten Produktionsorten von Heroin werden von den Militärs mehr als geduldet (siehe letztes Interview vom 22. Dezember 2007 mit dem verstorbenen Leader der Karens und des 'Ethnic National Councils', Saw Ba Thin Sein, welcher 22 Millionen Menschen Burmas vertretten hat. Ein Nachfolger wird noch bestimmt).

Die obersten Generäle des Landes haben seit Beginn Kenntnis davon und verdienten kräftig mit. "Wenn das Heroin 'verpulverisiert' wird, müssen sich die Menschen bei Westwind im Umkreis von 5 Kilometer mit einer Maske schützen", so Ba Thin in seinem letzten Interview.

Nach einer Bezahlung einer Kaution wurde der Sohn von General Ye Mint aus der Haft entlassen.

6. Juni 2008