Montag, 11. Mai 2009

Burma: Aung San Suu Kyi schwer erkrankt - Junta verbietet Hilfe. Biografie dieser einzigartigen Ikone



Friedensnobelpreisträgerin Daw Aung San Suu Kyi ist schwer erkrankt.

Suu Kyi: Eine einzigartige, charismatische Persönlichkeit

jonas m. lanter

"Nicht Macht korrumpiert den Menschen, sondern Furcht.
Furcht vor dem Verlust der Macht korrumpiert jene,
die diese Macht ausüben,
und Frucht vor dem Zugriff der Macht korrumpiert jene,
die ihr unterworfen sind"


Anmerkung: Über die Ursache ihrer Erkrankung gibt es verschiedene wiedersprüchliche Informationen: Von einer Dehydration (Austrocknung des Körpes) bis zu schweren Krampfanfällen reichen die Meldungen über ein mögliches Krankheitsbild von Aung San Suu Kyi.


Die Historie dieser einzigartigen Frau:



jonas m lanter



1988 war ein spontaner Ausbruch der Frustration gegenüber einem untauglichen, repressiven Regime, welches nichts zur Verbesserung des Lebensstandards seines Volkes beigetragen hat. Hinter dem Protest standen keine Führer, keine grossen Organisationen, sondern einfache Studenten, buddhistische Mönche, die Lehrer und Juristen, welche zur Demonstration aufgerufen hatten.
Doch das begann anders zu werden am Abend des 25. August 1988, als sich eine grosse Menschenmenge am Fusse der Shwedagon-Pagode in Rangun versammelte. Man sah Leute die ersten Nachtlager aufzuschlagen und einzurichten. Ganze Familien hockten im Kreise um ihre Abendmahlzeit, und bis zu diesem Morgen waren eine halbe Million jeden Alters, aus allen sozialen Schichten und ethnischen Volksgruppen friedlich beisammen. Es war die grösste Versammlung in Burmas neuer Demokratiebewegung.
Alle waren rechtzeitig gekommen, um sich einen guten Platz zu sichern und um das grosse Ereignis, welches hier stattfand, nicht zu verpassen:


Aung San Suu Kyi trat zum ersten Male öffentlich auf.


Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt eine noch kaum bekannte Grösse in Burma war, löste ihr Namen etwas Magisches aus. Sie ist die 43jährige Tochter (Anmerkung: Anno 1988) des burmesischen Nationalhelden Aung San, welcher im Juli 1947, sechs Monate vor der Unabhängigkeit, von einem eifersüchtigen politischen Gegner ermordet worden war.
Für viele ist Aung San noch immer Symbol für all das, was Burma sein sollte, aber nicht ist: friedlich, blühend, demokratisch. Deshalb war sein Porträt bei den Demonstrationen in Rangun und anderen Orten auch oft zu sehen.


Aung San Suu Kyi kehrte vom Ausland zurück, kurz bevor die politischen Unruhen im Lande ihren Höhepunkt erreichten. Sie kam, um ihre kranke Mutter zu pflegen. Sie ist verheiratet mit Michael Aris (gestorben im Heimatland Grossbritannien, Aung San Suu Kyi sah ihren Mann nie mehr), einem bekannten britischen Tibetologen, und lebte gewöhnlich in Oxford. Während Suu Kyi noch am Sterbebett ihrer Mutter sass, wurde sie in die sich anbahnende Entwicklung hineingezogen.

Es herrschte Hochstimmung. Doch bevor die Versammlung am 26. August 1988 im Verlaufe des Morgens beginnen konnte, wurde die Menge von verschiedenen Bomben aufgeschreckt. Studenten und buddhistische Mönche bildeten eine Menschenkette um die Tribüne und hatten ein achtsames Auge auf allfällige verdächtige Personen. Das Gelände um die Pagode war ein einziges Meer von Menschen, die Strassen, welche zur Pagode führten, waren überflutet von neugierigen Zuschauern.


Endlich bahnte sich eine zarte, professorenhafte Frau den Weg durch die jubelnde Menge. Das übergrosse Porträt ihres Vaters hing über der Tribüne neben der Widerstandsfahne aus der Zeit der Unabhängigkeit von den Engländern in den 40er Jahren. Lautsprecher waren auf die Abertausenden von Menschen gerichtet, die vor der Pagode am Boden sassen. Unter tosendem Applaus und Jubelgeschrei betrat sie die Tribüne. Htun Wai, ein bekannter burmesischer Filmschauspieler, stellte Aung San Suu Kyi der ungeduldigen Menge vor und forderte sie auf, sich hinzusetzen, um ihrer Ansprache zu folgen. Übers Mikrophon sprach sie zuerst von Demokratie, die durch Einheit und Disziplin entsteht, und wechselte dann zu einem persönlichem Thema:


"Viele Leute sagen, ich sei mit den politischen Verästelungen in diesem Lande nicht vertraut, weil ich den grössten Teil meines Lebens im Ausland verbracht habe und mit einem Ausländer verheiratet bin. Ich möchte frei und offen sprechen! Es ist wahr, dass ich im Ausland lebe, es ist auch wahr, dass ich mit einem Ausländer verheiratet bin. Doch diese Tatsachen haben nie und werden auch nie und in keiner Weise meine Liebe und Hingabe zu diesem Land schmälern. Einige Leute behaupten, ich wisse nichts von der burmesischen Politik. Leider weiss ich nur allzuviel. Kaum eine Familie hat deutlicher erfahren, wie irrig die burmesische Politik sein kann. Mein Vater litt sehr unter dieser Politik."
Hunderttausende jubelten und klatschten. Jeder Schüler hat in der Schule vom Martyrium erfahren, das ihr berühmter und vergötterter Vater durchgemacht hat. Der donnernde Applaus erreichte den Höhepunkt, als sie ihre Rede abschloss:
" Die gegenwärtige Krise geht die ganze Nation an. Als Tochter meines Vaters kann ich gegenüber dem, was geschehen ist, nicht gleichgültig sein. Aus dieser landesweiten Not wächst der zweite Kampf um die Unabhängigkeit."
Die meisten, die Aung San Suu Kyi sehen und hören wollten, kamen aus purer Neugierde. Ein Anwesender erzählt: "Wir waren alle überrascht. Sie sah ihrem Vater nicht nur sehr ähnlich, sie hatte auch dieselbe Sprache: kurz, prägnant und verständlich."

Auch wenn sie lange weggewesen war, hatte sie die burmesische Politik im Blut.


Ihr Vater, manchmal auch George Washington von Burma genannt, hatte den Burmesen die Unabhängigkeit gebracht.
Nach dessem Tode sorgte seine Frau Khin Kyi nicht nur für die drei kleinen Kinder - zwei Söhne und die damals zweijährige Suu -, sie wurde auch dank ihrer Persönlichkeit Burmas prominenteste Frau. Im Parlament übernahm Khin Kyi die Nachfolge ihres Mannes für den Wahlkreis 'Lanmadaw' in Rangun. 1948 trat sie zurück und führte den 'Women and Children Welfare Board'. Später leitete sie die 'Social Planning Commission' und den 'Council of Social Services'. Sie bereiste ausgiebig Europa, die USA und Südostasien, bevor sie Botschafterin von Burma in New Delhi wurde. Sie war die erste Burmesin, die ein solches Amt im diplomatischen Dienste des Landes bekleidete.
Aung San Suu Kyi war 15, als sie mit ihrer Mutter nach Indien kam. In Rangun hatte sie die 'Methodist School' besucht, eine der strengsten und angesehensten Schulen des Landes. Malavika Karlekar, eine Freundin aus der Indienzeit, schrieb am 31. August 1988 im 'Indien Express' ein paar ganz persönliche Zeilen über sie: "Suu sitzt am liebsten kerzengerade auf einem Stuhl. Sie betonte immer wieder, dass sie ihre Haltung von einer strengen und disziplinierten Kindererziehung habe."


U Ohn, ehemaliger burmesischer Botschafter in der Sowjetunion und in Grossbritannien, war mit der Familie eng befreundet. Jedesmal, wenn er nach Rangun kam, brachte er Bücher mit für Suu Kyi. Sie hatte die griechische und die römische Mythologie gelesen und kannte Lyrik und Prosa der europäischen Klassiker.
Sie schloss ihre Ausbildung in New Delhi ab, zuerst an der Mittelschule, später am 'Lady Shri Ram College', wo sie durch aussergewöhnliche Leistungen auffiel. Ihren Vater hatte sie zwar nie gekannt, doch die Geschichten und Legenden um ihn herum gaben ihr immer wieder Gelegenheit, ihre eigenen Ideale aufzubauen. Diese entwickelten sich mehr und mehr zu etwas Eigenständigem, weg von den Vorstellungen des burmesischen Armeegründers (Anmerkung ihres Vaters).
In den Indienjahren reifte in ihr eine nachhaltige Bewunderung für die Prinzipien der Gewaltfreiheit, denen Mahatma Gandhi in seiner politischen Philosophie und in seiner Lebenshaltung Ausdruck gab.



Aung San Suu Kyi ging 1964 nach Grossbritannien, um ihr Studium am 'St. Hugh's College' in Oxford weiterzuführen. 1967 erhielt sie ihren Magister in Philosophie, Politik und Wirtschaft und arbeitete eine Zeitlang als Forschungsassistentin an der Universität von London. 1967 bis 1971 bekleidete sie verschiedene Ämter bei der UNO in New York und heiratete 1972 Michael Aris, der seit 1967 Privatlehrer der königlichen Familie im Königreich Bhutan im Himalaja und Vorsteher des dortigen Übersetzungsdienstes war. Nach ihrer Heirat wurde Suu Kyi als wissenschaftliche Leiterin im Aussenministerium damit beauftragt, den Aussenminister in UN-Angelegenheiten zu beraten. Zwei Jahre nach der Geburt ihres ersten Sohnes Myint San Aung (Alexander) 1973 kamen sie nach England zurück, wo ihr Mann eine akademische Laufbahn an der Universität von Oxford einschlug. Der zweite Sohn, Htein Lin (Kim) wurde 1977 in Oxford geboren.


Aung San Suu Kyis Englandjahre und ihre Heirat mit einem Engländer sind wohl die widersprüchlichsten Seiten in ihrem Leben. Ihre politischen Gegner versuchten denn auch aus ihrer langen Abwesenheit von Burma Kapital zu schlagen. Die gegenwärtige Militärjunta hat immer wieder betont, ihr Fernbleiben von Burma beweise, wie unburmesisch sie sei. Andere behaupten - und dazu gehört der ehemalige 'Guardian'-Verleger Sein Win, der danach die 'Kyodo'-Nachrichtenagentur unter sich hatte - Suu Kyi sei in ihrer Studienzeit in Oxford in "radikale Studentenpolitik" verwickelt gewesen.
Ihre Freunde aus dieser Zeit erzählen eine ganz andere Geschichte. Niemand erinnert sich daran, dass sie sich als Studentin politisch betätigt hätte. Im Gegensatz etwa zu Benazir Bhutto, die Präsidentin der Studentenvereinigung in Oxford war, hielt sich Aung Suu Kyi klar abseits politischer Aktivitäten. Ihre Energie nutzte sie, um für verschiedene Seminare wissenschaftliche Berichte über Süd- und Südostasien zu schreiben. Eine ihrer engsten asiatischen Freundinnen war Sunethra Bandaranaike, die Tochter des verstorbenen Führers von Sri Lanka, S.W.R.D. Bandaranaike. Andere asiatische Freunde teilten mit ihr das grosse Interesse für die britische und die asiatische Kultur. Zu ihren westlichen Freundinnen aus der Studentenzeit gehört Anne Pasternak Slater, die Nichte des sowjetischen Schriftstellers und Dissidenten Boris Pasternak. Ihre Beziehungen und Interessen zeigen deutlich, dass sie kein Corazon-Aquino-Typ ist, keine Hausfrau, die durch unvorhergesehene Umstände in die Politik gehievt worden ist. Sie ist eine reife, gebildete Frau, welche die Geschichte und Kultur ihres Heimatlandes bestens kennt.


Während ihrer Auslandjahre hielt sie den Kontakt zu ihrer Heimat aufrecht. Sie behielt ihr burmesisches Bürgerrecht und schickte ihre Söhne als Novizen in buddhistische Klöster. Eine Mitstudentin aus Oxford erinnert sich, dass man sie die "burmesische Suu" nannte. Sie gab sich nie westlich und kam immer im traditionellen Sarong zu den Vorlesungen.
Suu hatte den Vater verloren, war von der Mutter getrennt und musste sich dem englischen Einfluss aussetzen. Dennoch hat sie unbestritten nichts von ihrer burmesischen Identität eingebüsst. Ihre Herkunft und das tiefe Bewusstsein, die Tochter ihres charismatischen Vaters zu sein, verliehen ihr eine innere Stabilität. Von dieser Kraft zehre sie, wenn sie länger in fremden Ländern und Kulturen lebte, ganz besonders aber in den Vereinigten Staaten. Damals war der Vietnamkrieg auf seinem Höhepunkt. Nach der Ermordung von Robert Kennedy und Martin Luther King fand ein Umbruch statt. Der heftige Konflikt an der 'Kent State University' im Jahre 1970 ist ein Markstein. "Diese Ereignisse konnten sie im Gegensatz zu andern Studenten aus der dritten Welt nicht aus dem Lot bringen. Sie blieb auch während des Tumults Burmesin", erinnert sich eine Freundin.
Sie lebte in einer kleinen Wohnung in 'Manhattan Island' zusammen mit Dora Than-E, einer guten Bekannten der Aung San-Familie und berühmten burmesischen Sängerin der 30er Jahre. Suu Kyi sprach oft von ihr als ihrer "Notfalltante".


Die beiden assen und sprachen burmesisch, und ihre Wohnung war bekannt als "burmesisches Zuhause in Manhattan", Wenn sie nicht gerade an ihrer Arbeit bei der UNO war, engagierte sie sich als freiwillige Sozialarbeiterin am 'Belleview Hospital' in New York. Die Bürgerrechtsbewegung hat sie in dieser Zeit stark inspiriert, und in den Reden von Martin Luther King erkannte sie Parallelen zu den Idealen von Mahatma Gandhi, die ihr schon vorher sehr vertraut waren.
Zu Beginn der 80er Jahre, zehn Jahre nach ihrer Heirat, wollte sie ins akademische Leben zurück. Sie begann zu unterrichten und betrieb neben der Erziehung ihrer beiden Söhne Forschungsstudien über Burma. 1985 wurde sie ans Zentrum für Südostasiatische Studien an der Universität von Kyoto als Gaststudentin eingeladen. Hier beschäftigte sie sich mit Material über Burma während des II. Weltkrieges, vor allem im Zusammenhang mit ihrem Vater, der in den 40er Jahren einige Zeit in Japan verbrachte. Sie lernte Japanisch zusammen mit ihrem Sohn Kim, der sie nach Kyoto begleitete.
In diesem Jahr konnte Suu Kyi intensiv arbeiten. Von ihren Freunden wissen wir, dass sich ihr hier in Japan neue geistige Horizonte erschlossen haben. Da sie sich ungestört und eingehend mit ihrem Vater auseinandersetzen konnte, gelang es ihr, sich mehr und mehr mit seinen Prinzipien zu identifizieren. Nach Abschluss ihrer Studien ging sie direkt nach Burma zurück, bevor die dann 1986 mit Kim nach Shimla in Indien reiste. Jetzt war die Familie wieder vollständig.


Während sie in Kyoto weilte, wurde ihr Mann am 'Indian Institute of Advanced Study' als Fellow (Kamerad) aufgenommen. Ihr wurde jetzt eine ähnliche Stelle angeboten, und sie arbeitete an einem Manuskript, das den burmesischen und indischen Nationalismus während der Zwischenkriegsjahre miteinander verglich. Ihre heute bekannte Studie 'Burma and India - Some Aspects of Intellectual Life under Colonialism' erschien dann im Juni 1990.
Kaum hatte sie angefangen, an ihrer Dissertation an der 'School of Oriental and African Studies' in London zu arbeiten, als ihre Mutter im April 1988 einen Schlaganfall erlitt.
Suu Kyi eilte unverzüglich nach Rangun. Fast vier Monate blieb sie neben Daw Khin Kyi im Spital. Sie brachte ihre Mutter noch rechtzeitig nach Hause; ihre Söhne und ihr Ehemann Michael Aris kehrten Ende Juli an die University Avenue zurück, wo das Anwesen der Familie ist; bevor sich die Spannung in Burma entlud.
Bevor Aung San Suu Kyi vor der Shwedagon-Pagode in der Öffentlichkeit auftrat, hatten viele gehofft, ihr Bruder Aung San Oo würde aus den USA zurückkommen und den Befreiungskampf führen.


Doch trotz seines familiären Hintergrundes hatte Aung San Oo nie grosses Interesse an der Politik gezeigt. Er lebte zurückgezogen in San Diego und hat das amerikanische Bürgerrecht angenommen. Der andere Bruder, Aung San Lin, ertrank als Kind in einem Teich in der Nähe des Familiengrundstücks in Rangun.
Es blieb also nur Suu Kyi, welche die Familientradition übernehmen und den zweiten Kampf für die Unabhängigkeit anführen konnte.

Dass gerade eine Frau diese bedeutende Aufgabe in einer grundsätzlich patriarchalischen Gesellschaft übernehmen musste, erstaunt manchen Aussenseiter. Doch in der Geschichte Burmas haben Frauen immer wieder Macht und Einfluss ausgeübt. In der Kolonialzeit besetzten die Frauen wichtigste Positionen in akademischen Berufen und auch in der Politik.
Viele beteiligten sich am Kampfe für die Unabhängigkeit.

Seit der Militärdiktatur 1962 spielen Frauen jedoch kaum noch eine Rolle in der Politik, was in einer von der Armee dominierten Administration nicht überrascht.

Gerade auch deshalb ist Aung San Suu Kyi so beliebt und auch die ethnischen Völker sehen sie als einzigen Ausweg aus der jetzigen prekären Situation. Sollte Daw Aung San Suu Kyi nicht genesen, würde dies die burmesische Junta in arge Bedrängnis bringen. Was haben die BurmesInnen noch zu verlieren? Die meisten hungern und sind im Wissen, dass China fest hinter den korrupten Generälen steht.

Suu Kyi ist die einzige und letzte Hoffnungsträgerin für das heutige Burma. Das wissen auch die Generäle. Daher erstaunt es umso mehr, dass man der Friedensnobelpreisträgerin und Ikone die nötige Hilfe verweigert!


11th May 2009

Sonntag, 3. Mai 2009

Burma: Freiwillige Helfer im Knast

Burma: Ein Jahr nachdem der Zyklon 'Nargis' wütete ist die Menschenrechtslage schlimmer denn je -
21 Helfer in Haft



Militärs überwachen die Aufräumungsarbeiten und helfen mit




Zehntausende von Toten im Irrawaddy-Delta nach Nargis




Damit keine Seuchen ausbrechen, müssen Kadaver sofort verbrannt werden

Burmas totalitärer Alptraum: Helfer im Knast


'Amnesty International', UNO und die ASEAN verlangen die bedingungslose und
sofortige Freilassung der Inhaftierten


jonas m lanter

Ein Jahr nachdem der Zyklon 'Nargis' gewütet hat und 138'000 Menschen in den Tod riss, zeigt sich die Generalität hinter ihrer gewohnt-düsteren Maske. Nicht nur, dass 2,4 Millionen Einwohner Burmas obdachlos wurden, werden indirekt immer mehr Menschen Opfer des Zyklons. 'Nargis' geht als schlimmste Natur- und Humankatastrophe der letzten Jahrzehnte nebst dem Tsunami; der anbei erwähnt auch in Burma vielen Menschen das Leben kostete, in die Geschichte ein.

Nachdem die verschiedensten Hilfsorganisationen nur zögerlich ins Land gelassen wurden und sich dadurch die Lage noch verschlimmerte, haben sich viele Leute zusammengerauft, um vor Ort zu helfen.
Sie berichteten darüber, verteilten Hilfsgüter und begruben die Toten. Was mancher Insider hinter vorgehaltener Hand dachte aber nicht wahrhaben wollte, ist eingetreten: Die freiwilligen Helfer werden von der Diktatur als subversiv und staatsgefährdend behandelt; 21 von ihnen wurden ins Gefängnis geworfen. "Zusammen mit den über 2'100 politischen Gefangenen müssen sie unverzüglich und ohne Bedingung freigelassen werden" so 'Amnesty International'. Auch die Vereinten Nationen und die Vereinigung der Südostasiatischen Staaten 'ASEAN', deren Mitglied auch Burma ist, verlangen sie die sofortige Freilassung der 21 Gefangenen.
20 davon wurden unter fadenscheinigen Gesichtspunkten verhaftet, sechs zu 10 bis 35 Jahren Haft verurteilt. Einige davon sitzen weitab ihrer Familien ein. Dies im Wissen, dass diese ihre Angehörigen mit Nahrung, Medizin und Kleidung versorgen müssen.

Auch ist von entlassenen Gefangenen her bekannt, dass diese die Folter als normales Instrument des Strafvollzuges ansehen und im festen Glauben sind, dies werde in anderen Ländern auch so praktiziert.

28th April 2009 - 5th May 2009

Samstag, 2. Mai 2009

Burma: Volk der moslemischen Rohingya hat im eigenen Land kein Existenzrecht

Die moslemischen Rohingya: Laut der burmesischen Verfassung
gehören sie nicht zu den Völkern Burmas




Im Kampf gegen die Junta -
Jugendlicher des moslemischen Volkes der Rohingya


Rohingya; ein Volk wird durch die Junta deportiert

jonas m lanter

Obwohl sie von der burmesischen Regierung als "bengalische Muslime" bezeichnet werden und ihnen der Status einer offiziellen Volksgruppe verwehrt wird, haben die Rohingya eine eigene Kultur und Sprache.

Die Regierung betont, dass die Rohingyas vor nicht allzu langer Zeit aus Bengalen eingewandert seien und verweigern ihnen daher den Status als einheimische Bevölkerungsgruppe. Diese hätte ihnen laut der bis heute nicht verbrieften burmesischen Verfassung die Staatsbürgerschaft gesichert.

1991 suchten 250'000 Flüchtlinge dieser moslemischen Minderheit Schutz im benachbarten Bangladesch. Obwohl später einige zurückkehrten, blieben Tausende in den dortigen Flüchtlingscamps. Es wird geschätzt, dass seit der Unabhängigkeit Burmas etwa ein bis anderthalb Millionen Rohingyas so ins Exil gedrängt wurden. Diese leben heute hauptsächlich in Bangladesch, aber auch in Malaysia und Thailand.

Seit 2005 hat das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) bei der Rückführung von Rohingyas aus Bangladesch geholfen, doch Berichte von schwersten Menschenrechtsverletzungen in den neu geschaffenen Flüchtlingslagern in Burma unterwanderten diese Bemühungen und machen diese gar unmöglich.

Die Herkunft dieser Volksgruppe ist heftig umstritten. Die Rohingyas bezeichnen sich selbst als die eigentliche Urbevölkerung des 'Arakan-States', die vor Jahrhunderten zum Islam konvertierten. Die burmesische Junta sehen in ihnen illegale Einwanderer aus den Regionen des benachbarten Bengalen.

Die verbliebenen Rohingyas leben in Burma hauptsächlich in den drei nördlichen grossen Zentren des 'Rakhaing-States' oder besser bekannt unter dem ehemaligen Namen des 'Arakan-States': In Maungdaw, Buthidaung und Rathedaung. Sie haben den Kampf gegen die Zentralregierung bis heute nicht eingestellt; wie weitere neun Gruppierungen innerhalb Burmas.
Die Junta macht auch keinen Hehl daraus, dass sie die Rohingyas im eigenen Land nicht haben wollen. Sie werden umgebracht und vertrieben. Nicht nur die Junta bekämpft sie, auch andere Volksgruppen buddhistischen Glaubens nehmen an diesen systematischen Säuberungen teil.

2nd May 2009

Donnerstag, 30. April 2009

Der verzweifelte Kampf der Karens gegen die burmesische Junta


Der verzweifelte Kampf der Karens gegen die burmesische Junta



Geschütz beim Einjustieren


Wah Lay Kee Headquarter der KNLA
(oben mit Fremdenlegionären aus aller Welt)


Innerster Verteidigungsring im Wah Lay Kee


Der verzweifelte Kampf der Karens gegen die burmesische Junta

Wah Lay Kee - Headquarter of the Karen National Liberation Army, 2009-04-29

Mae Sot border town Thailand / Myanmar
Exklusiv aus dem Kriegsgebiet um die letzte Stellung der ‚Karen National Liberation Army’

jonas m lanter

Seit jeher kämpfen die indigenen Karens gegen die Unterdrückung und die vorherrschende Militärdiktatur. Seit Langem für ihre Unabhängigkeit, für ihren eigenen, autonomen ‚Kayin-State’, der früher auch Karen-Staat hiess.
Im Zweiten Weltkrieg kämpften sie erfolgreich Seite an Seite mit den Alliierten gegen die Japaner; den Verbündeten der Birmanen. Die Japaner glaubten, Burma so in kurzer Zeit einnehmen zu können.

Gegen die fremden Machthaber wurden die nach Freiheit strebenden Karens unter der burmesischen Junta und deren Truppen des ‚State Peace and Development Councils’ ‚SPDC’ im längst-andauernden Bürgerkrieg der Welt mehr und mehr auf die Seite der Verlierer gedrängt.

Mit Hilfe von Geldern des amerikanischen CIA, aber auch der ‚First Baptist Church’
und anderen „Verbündeten“ führen sie den Kampf bis heute fort.


Steht die KNLA kurz vor ihrem Fall?

Nun aber scheint die letzte Bastion der Karens kurz vor ihrem Fall zu stehen. Obwohl
die burmesischen Truppen und die mit ihr verbrüderten ‚Demokratic Karen Buddhist Army’ ‚DKBA’ in den letzten 16 Tagen bei über 40 schweren Zwischenfällen alleine am Montag weitere fünf Soldaten durch Anitpersonen- und Claymore-Minen verloren haben, ist deren Übermacht nur allzu gross.

Das legendäre Hauptquartier Wah Lay Kee der ‚Karen National Liberations Army’ ‚KNLA’ bietet den verbliebenen Kämpfern der 6. Brigade unter Colonel Nerdah Mya und seinen treuen Gefährten noch Rückhalt. Doch liegt ihr Hauptquartier in der Reichweite der Geschütze der Juntatruppen und deren Verbündeten.
Colonel Nerdah Mya ist der Sohn des verstorbenen Führers und Gründervaters der ‚KNLA’, General Bo Mya.
Aber auch die Karens mussten in den vergangenen Tagen schwerste Verluste hinnehmen. Nebst Verwundeten fielen auch zwei ihrer Soldaten einem der Angriffe zum Opfer. Oberst Saw Jay (Anmerkung ‚Saw’ steht in Burma für ehrenwerter Herr), einer ihrer Anführer, erlag noch an Ort und Stelle seinen Splitterverletzungen.


Kommt ihnen Thailändisches Militär zur Hilfe?

Wie ihr Sprecher gegenüber Birmaberichterstattung sagte, wollen die verbliebenen Kämpfer der 6. Brigade die Stellung bis zum letzten Mann halten. Wie lange ihnen dies noch gelingt, ist nur eine Frage der Zeit. Das Hauptquartier liegt in unmittelbarer Nähe zur thailändischen Grenze.

Obwohl sie von der burmesischen Junta und deren Verbündeten der ‚DKBA’ eingekesselt werden, keimt im Stillen die Hoffnung, dass ihnen das thailändische Militär zur Hilfe eilt.
Denn die burmesischen Truppen und die ‚DKBA’ bewegen sich auf der östlichen Flanke auf thailändischem Territorium.


29th April 2009

Montag, 27. April 2009

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon prangert Burma und verschiedene Gruppierungen an, Kinder als Soldaten zu missbrauchen

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon prangert Burma und verschiedene Gruppierungen an, Kinder weiterhin als Soldaten zu missbrauchen






jonas m lanter

Wie der UN-Generalsekretär berichtet, prangert er Burma und weitere neun Gruppierungen innerhalb des Landes an, weiterhin Kinder als Soldaten zu missbrauchen. Obwohl die UN-Resolution No. 1612 zur Ratifizierung von Kindersoldaten deren Einsatz in bewaffneten Gebieten untersagt, werden weiterhin Kinder von der SPDC (State Peace and Development Council; wie sich das burmesische Militär offiziell bezeichnet) und weiteren neun bewaffneten Gruppierungen in Burma missbraucht. "Dies zum Teil auch in Unwissenheit gegenüber der unterzeichneten Jarta der niedrigen Ränge in der burmesischen Armee und den neun weiteren Guerillaorganisationen in Burma", so Ban Ki-moon weiter.
"Die Burmesen und die Guerillaorganisationen rufe ich daher dringend auf, sich für den Einhalt und die Umsetzung der UN-Jarta einzusetzen".

27th April 2009

Burma: Schildbürgerstreich der Junta: Wie sie das Verbot von Satellitenkanälen begründet



Wie die burmesische Junta in der eigenen Zeitung "The New Light of Myanmar"

das Verbot von Satellitenkanälen begründet


jonas m lanter

Die Junta begründet das Verbot von Satellitenkanälen darin, "dass leistungsfähige Nationen die Satelliten dazu benützen, Ruhelosigkeit anzustiften und die Kultur der einheimischen Bevölkerung mit hinterhältigen Methoden zu schädigen. Sie übertragen Unterhaltungen und haben diese mit Hintergedanken manipuliert!" Wie die Staats-Zeitung 'The New Light of Myanmar' weiter berichtet, will die Junta nun ab sofort jeglichen Verkauf von Satellitenschüsseln und deren Empfänger verbieten.
Weiterhin berichtet sie, dass einige andere Länder wie Singapur, Indonesien, Malaysia, China, Pakistan und der Iran den Empfang ebenso untersagen, um die Menschen im eigenen Lande zu schützen.


27th April 2009

Samstag, 25. April 2009

Burma - Thailand: Wasser in Flüchtlingscamp vergiftet

Gift im Wasser des Mae-La Flüchtlingscamps

Mae-La Flüchtlings Camp (Population 2005: 52'000 Menschen)

jonas m lanter


Das Mae-La Flüchtlingscamp liegt an der burmesichen Grenze in Thailand. Unbekannte haben das Trinkwasser vergiftet. Die Flüchtlinge haben für vier Tage kein Trinkwasser zur Verfügung. Das Gesundheitsministerium hat eine Probe des Wassers zur Kontrolle nach Bangkok gesendet.
Das vergiftetes Trinkwasser im Mae-La Camp festgestellt wurde, ist nicht das erste Mal. Bereits früher wurden mehrere mit Rückständen von Pestiziden behaftete Behältnisse in der Nähe des Camps gefunden. Wie die Behörden befürchen, wird das Trinkwasser seit längerer Zeit systematisch vergiftet. Das Camp liegt an der Grenze zu Burma und wird auf der anderen Seite von mit Junta operierenden Guerillas kontrolliert. Betroffene fürchten innerhalb sechs Monaten zu sterben. Im 2005 fand die letzte offizielle Flüchtlingszählung statt. Die Population umfasst 52'000 vertriebene Menschen. Obwohl 18'000 Menschen in Drittstaaten Zuflucht fanden, hat sich die Lage nicht verbessert. Seitdem sich die KNLA gegenseitig bekämpfen und die Junta mit harter Hand gegen die dortige Bevölkerung der Karens vorgeht, kommen tausende von "intern vertriebenen Menschen" (Internally displaced Peoples oder IDP's) hinzu. Nach Angaben des 'Ethnic National Komitees' nahm die Flüchtlingszahl daher nicht ab.
Ein Untersuchungsteam aus Bangkok ist im Mae-La Camp angekommen und hat seine Ermittlungen aufgenommen.

Mae Sot(d), 25. April 2009

Sonntag, 22. März 2009

Burma; das Land mit den meisten Kindern an Waffen. Niederschlagung blutiger als Junta zugibt.

copyright by jonas m lanter aseannews@gmx.net
jonas m. lanter Padoh Man Sha: Kurz nach seiner Wahl zum neuen Chairman der 'Karen National Union' - KNU. Bei unserem Interview im Dezember 2007. Kurze Zeit später wurde Padoh Man Sha hier von einem zwei Mann zählenden Exekutionskommando einer rivalisierenden Rebellenorganisation erschossen. Seine Dolmetscherin (rechts) blieb unverletzt.
Mit einem Angriff durch Regierungstruppen der Junta oder verfeindeter Gruppierungen ist jederzeit zu rechnen
Immer noch fallen Hunderte von Menschen jährlich in der Grenzregion Burma / Thailand den Minen zum Opfer. Vorab Kinder sind die Leitragenden. Diese Plastikminen 'Made in French' können auch nicht mit Detektoren aufgespürt werden Der zitierte Bericht des Ombudsamtes und Studien der UNO gehen davon aus, dass "wenn sofort der Einsatz von Antipersonenminen gestoppt würde, es 1'100 Jahre dauern und 33 Mrd. US$ kosten würde, um im jetzigen Rhythmus die verlegten Minen in der gesamten Welt zu räumen". Antipersonenminen sind sehr leicht herzustellen und zu installieren und haben einen Wert von ca. 3 US$. Nach dem Abkommen von Ottawa versteht man unter eine Mine jeglichen Sprengkörper, der dazu hergestellt wurde, um unter, über oder nahe der Oberfläche des Bodens oder jeglichen anderen Oberfläche verlegt zu werden und durch die Anwesenheit, Nähe oder den Kontakt mit einer Person oder einem Fahrzeug zu explodieren. Unter Antipersonenmine versteht man jede Mine, die so konstruiert ist, dass sie durch die Anwesenheit, Nähe oder den Kontakt einer Person explodiert und eine oder mehrere Personen handlungsunfähig macht, verletzt oder tötet.
Burma ist das Land mit den meisten Kindern an Waffen. Nach neuesten Berichten ist bereits jeder dritte Rekrut ein Kind.
Auch viele Mädchen kämpfen...
Kinder ab zehn Jahren kämpfen auch bei den Gruppierungen, die gegen die brutale burmesische Junta ankämpfen
Die Junta zwingt Kinder in sogenannten Ne Yount Youth Schulen. Von kleinauf lernen sie das Wichtigste: Gehorchen und töten. Später bilden genau sie die Elite
Die Zwillinge Martin & Jonathan Luther King. Sie führten die 'Gods Army' im südlichen Kayin-State an (Grenze zu Thailand). In der Blütezeit umfasste die Truppe maximal 400 Mann (die meisten aus den umliegenden Dörfern).
Die Jungs im Alter von acht Jahren. Viele der Burmesen folgten ihnen, denn für sie sind Martin & Jonathan Luther von guten Geistern beseelt. Die Mitkämpfer glaubten, Kugeln prallen an ihnen ab....
Sie wurden von Thai-Militärs gefangengenommen und in den USA "umerzogen". Heute wohnen sie wieder zu Hause in Burma
Junta-Soldat des burmesischen 'State Peace and Development Councils' - SPDC am Moi-Grenzfluss
Zu Trainingszwecken: Thai-Militärs mit ihren bumesischen Junta-Verbündeten
Anmerkung: Viele Thais haben eine grosse Abneigung gegenüber den Burmesen. Dies führt daher, dass die Burmesen die frühere thailändische Hauptstadt Aautthaya zerstörten. Die Thais selbst sind friedliebend. Von ihnen ging noch nie ein Krieg gegen die Nachbarländer aus. Auch heute noch sind die Burmesen und viele Ethnien in Konflikte verstrickt. Zusätzlich stellen die über fünf Millionen illegalen BurmesInnen in Thailand ein grosses Problem dar.
Im Mae-La refugee-camp derben offiziell 38'000 - 40'000 Menschen. Andere Schätzungen gehen von einer Anzahl von über 50'000 IDP's aus (Internally displaced peoples)
Zurück aus dem umkämpften Gebiet
Kameramann Sven Jakal beim Betrachten von erbeuteten Blindgängern und gebastelten Sprengsätzen für Sabotageakte gegen die burmesische Armee und deren Verbündete: Die Karens führen einen eigenen Demolition-Minister
Der gefangene 17-jährige Übermittlungssoldat der burmesischen Junta (SPDC) im HQ (Hauptquartier) der 'Karen National Liberations Army' - KNLA
Wäre er nicht der Funker der Junta und könnte er keine Aussagen machen, hätten sie ihn wohl auch getötet.
Seine Kollegen der burmesischen SPDC wurden bei der Einnahme des Aussenpostens at " BaYinNaungHill " erschossen. Offiziell wurde mir gesagt, sie hätten vier Gegner getötet und keine eigenen Verluste. Vorab haben sie viel Munition wie Mörser, 'Claimore'-Minen und vieles anderes erbeutet. Auch Geschütze und andere Waffen sind dabei. In ihren Reihen sah ich einen Verwundeten. Hinter dem Posten werfen sie einen Leichnam die Böschung hinunter.
Zu seiner Einheit kann der 17-jährige Soldat nicht mehr: Burmesische Militärs erlauben keine Gefangennahme oder Verluste an Material.
Der Karensoldat oben links hat immer seine eigene (violette) HG bereit (oberhalb M16): "Damit ich nicht meinen Feinden in die Hände falle.."
Infolge kriegerischer Ereignisse: Grenzstelle geschlossen..
Bereits zum dritten Male für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen; Dr. Cynthia Maung leitet die Mao Tao Clinic in Mae Sot(d). Sie gilt als erste Anlaufstelle für verwundete oder kranke BurmesInnen. Vorwiegend die ethnische Volksgruppe der total 7 Millionen Karens & Karennis, aber auch arme Thais gehen in ihr Hospital, in deren Waisenschule und Prothesenwerkstatt. Als ich Cynthia in den 90-ern kennenlernte, stand eine kleine Holzhütte....
Dieser Doktor erhielt den asiatischen Friedensnobelpreis; den Magsaysay-Award. Der Junge ist sein Assistent.
Ein Kämpfer der Karens wurde beim Clash verletzt...
Kindersoldat der 'Demokratik Karen Buddhist Army' (DKBA) nach dem Rauchen der selbstgedrehten Zigarren. Eine narkotisierende Wirkung "übermannt" diesen 'Private soldier'.
unten: Der Besitzer dieses Wagens wurde von Banditen bzw. Rebellen erschossen. Seine Frau weint am Polizei-Checkpoint... Vor der Grenzstadt und um die Camps hat es viele Militärsperren. In diesen dienen 20 Soldaten und mehr. Auch Artillerie und gepanzerte Fahrzeuge mit Geschütztürmen kommen zum Einsatz. Am Tage wird die Grenzstrasse, welche auch am grössten Internierungscamps für Burmesen vorbeiführt (Anmerkung Mae La), auch durch die thailändischen 'Rambo-Unit' kontrolliert. Diese staatliche Eltieeinheit wurde in den USA ausgebildet. Sie sind schwarz masskiert, bis auf die Zähne bewaffnet. Gefangene im Dschungel werden selten gemacht, da ein Aneinandertreffen mit den Guerillas in offenen Gefechten enden. Brigadegeneral Supachoke Visetdhiphan, der Chef der Rambo Unit, wird vom thailändischen Volk und vom Könighaus sehr verehrt. Er ist Weltmeister in verschiedenen asiatischen Kampfsportarten und ist für viele Kinder ein Vorbild. 'Rambo', wie ihn seine Freunde nennen, ist ein sehr aufrechter Offizier. Seine oberste Devise ist Loyalität und Ehre. Bei einem Treffen höre ich ihn schon von Weitem seine Eisenbeschläge an seinen polierten Stiefeln. Er trägt stets Uniform. Wir hoffen dieses Jahr mit seiner Einheit filmen zu können
Die 105 Strasse gilt als die gefährlichste Strasse Thailands. Überfälle, Schiessereien und Entführungen durch an der Grenze operierenden burmesische Guerillas sind häufig. Die meisten arbeiten mit regulären burmesischen Truppen zusammen. Ganze Baustellen mit Baumaschinen wie Caterpillars werden abgebaut. Bauarbeiter werden danach freigelassen und die schweren Geräte nach Burma verbracht.
Geflüchtete Burmesen werden zurück nach Burma geschickt. Die Folgen sind ungewiss....
Viele versuchen illegal nach Thailand zu gelangen. Sei es über den Fluss oder schnell unter dem Grenzzaun hindurch.....
Kampf um BaYinNaung Hill am frühen Morgen des 10. November 2000: 05.00 a.m.
Illegale MigrantInnen in Bangkok kommen vorwiegend aus Burma
16 Jahre jung mit einem amerikanischen M16-Gewehr. Tätowierungen haben Tradition und sollen auch vor bösen Geistern schützen. Die Karens sind indigenen Ursprungs und baptistischen und /oder buddhistischen Glaubens. Früher kämpften die Gruppierungen Seite an Seite gegen die Junta. Heute bekämpfen sie sich gegenseitig.....
Auch thailändische Soldaten sind keine 18..
Ba Thin Sein, der Chairman aller sieben grossen Ethnien Burmas und Premier der Karens. Sein letztes Interview. Zwei Monate später verstarb Saw Ba Thin. Seither haben sich noch mehr Gruppierungen abgespalten, die sich auch gegenseitig bekämpfen. Die 'Karen National Union' ist die einzige, welche die Seite seit Bestehen im Jahre 1947 nie zur Junta hin gewechselt hat.
Ba Thin kämpfte bereits gegen die Japaner im II Weltkrieg.
Durch sein Engagement wurden die sieben grössten Ethnien (12 Millionen Bewohner) seinerzeit vereint. Ba Thin und die Exilregierung haben viel Positives erreicht. Nach seinem Tod stehen die Karens und andere Ethnien vor einem Scherbenhaufen.....
Burmesischen Kindersoldaten
jonas m lanter In keinem anderen Land werden so viele Kindersoldaten eingesetzt wie in Burma. Ihre Zahl geht in die Zehntausende. Sie alle sind Opfer der zahllosen ungelösten Konflikte im Land. Und sie alle werden zu Tätern gemacht von skrupellosen Offizieren, Milizenführern und Guerilleros, die mit oder gegen die burmesische Junta kämpfen. Sie leiden ihr Leben lang. Manche wurden mit nicht einmal zehn Jahren zwangsrekrutiert. Auch werden Eltern ihrer Kinder beraubt, vorab in ethnischen Konfliktgebieten zu Thailand, Laos, China oder Bangladesch. In sogenannten Ne Yount Youth Schulen werden sie gedrillt und zum Kampfe ausgebildet. Auch werden diese Kinder und Jugendliche bewusst missbraucht, über Minenfelder zu gehen, um den nachkommenden Junta-Soldaten den Weg "freizuschaffen". In wenigen Fällen gelingt es, durch Verhandlungen Kindersoldaten aus den Kasernen zu holen. Den Patenschaftsprogramme und die dazu gehörigen Projekte helfen diesen Mädchen und Jungen ihre Vergangenheit zu verarbeiten und schaffen zugleich Perspektiven für die Zukunft. Psychologische Betreuung, Ernährung, Bildung und medizinische Versorgung sind feste Bestandteile der Arbeit vor Ort. Dies ist ein Anfang. Bei der grossen Anzahl an burmesischen Kindersoldaten leider 'ein Tropfen auf den heissen Stein'. Dennoch muss gehandelt werden. Obwohl der 'Ethnic National Council' (ENC) die Jarta der UN gegen Kindersoldaten ratifiziert hat, ist es schwer, diese im Lande selbst auch durchzusetzen. Denn die Führung des 'ENC' sitzt vorwiegend im benachbarten Thailand. Ein Kind, dessen Eltern ermordet, kämpft mit oder gegen die Junta. Eine andere Perspektive kennen diese verlorenen und vergessenen Kinder nicht. Genau diese Erkenntnis wird von den verschiedensten Gruppierungen sowie der burmesischen Junta schamlos ausgenutzt. Kinder gehorchen und lassen sich gut kommandieren. Sie befolgen Befehle, ohne Fragen zu stellen.
Niederschlagung der Proteste blutiger als Junta zugibt
Verhaftungswelle geht ohne Reaktion der internationalen Gemeinschaft weiter!

" Die Generäle haben ihre Zivilschergen, Soldaten und Polizisten auf Mönche und andere friedlich demonstrierende Menschen losgelassen. " Brad Adams, Direktor der Asien-Abteilung von Human Rights Watch

Bei der Niederschlagung der von buddhistischen Mönchen angeführten friedlichen Proteste im September 2007 wurden mehr Menschen getötet, als die burmesische Regierung bisher zugegeben hat, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht. Seit der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste geht das Militärregime mit allen Mitteln gegen Oppositionellen vor. Anführer der Demonstrationen werden in Nacht- und Nebelaktionen gejagt und Mönche aus ihren Ämtern entlassen.

Der 140-seitige Bericht „Crackdown: Repression of the 2007 Popular Protests in Burma” beruht auf über 100 Interviews mit Augenzeugen in Burma und Thailand. Es ist der bisher umfassendste Bericht über die Ereignisse in Burma im August und September.

Human Rights Watch kommt aufgrund eigener Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass die Sicherheitskräfte mit scharfer Munition und Gummigeschossen in die Menschenmenge gezielt haben. Demonstranten und Mönche sind geschlagen worden, bevor man sie auf Lastwagen verlud, und Tausende Personen sind willkürlich verhaftetet und an mehr oder weniger offiziellen Orten festgehalten worden. Neben Mönchen wurden auch zahlreiche Studenten und andere Zivilisten getötet. Doch die genaue Zahl der Todesopfer lässt sich ohne freien und uneingeschränkten Zugang in das Land unmöglich feststellen.

„Die aktuelle Repressionswelle in Burma ist noch längst nicht vorbei”, sagt Brad Adams, Direktor der Asien-Abteilung von Human Rights Watch. „Die gnadenlose Unterdrückung geht weiter, und die Regierung verbreitet weiterhin Lügen über die Zahl der Todesopfer und Verhafteten.”

An der Niederschlagung der Proteste war auch die USDA (Union Solidarity and Development Association) massgeblich beteiligt, eine parteiähnliche Massenorganisation mit mehr als 23 Millionen Mitgliedern, die von der burmesischen Armee als mögliche Führungspartei einer zukünftigen Zivilregierung geschaffen wurde. Gemeinsam mit Swan Arr Shin-Milizionären, Armeesoldaten und Bereitschaftspolizisten schlugen USDA –Mitglieder auf die Demonstranten ein und beteiligten sich an Verhaftungen.

Der Bericht dokumentiert die Tötung von 20 Personen in Rangun, doch Human Rights Watch glaubt, dass die Zahl der Todesopfer dort wesentlich höher ist; Hunderte Personen befinden sich zudem weiterhin in Haft. Aus anderen Städten und Ortschaften, wo ebenfalls Demonstrationen stattgefunden haben, konnte Human Rights Watch keine Informationen über Tötungen und Verhaftungen erhalten.

Auf einer Pressekonferenz am 3. Dezember in der neuen Hauptstadt Naypidaw sagte der Chef der nationalen Polizei, Generalmajor Khin Ye, „während der Mönchs-Proteste vom 26. bis 30. September sind zehn Menschen ums Leben gekommen und vierzehn weitere wurden verletzt. Die Sicherheitskräfte haben sich durchwegs an ihre Weisungen gehalten.” Human Rights Watch liegen Informationen vor, dass Khin Ye persönlich die Gewaltanwendung gegen Demonstranten, die brutalen Verhaftungen sowie die Tötung der Mönche bei der Shwedagon Pagoda am 26. September in Rangun überwacht hat.

Nach Angaben des regierenden „Staatsrats für Frieden und Entwicklung“ (SPDC) sind insgesamt 2.927 Personen, darunter 596 Mönche, verhört worden, und fast alle sollen wieder freigelassen worden sein. Neun Personen sollen zu Gefängnisstrafen verurteilt worden sein, 59 Laien und 21 Mönche befinden sich demnach weiterhin in Haft.

Laut Human Rights Watch sind jedoch nach wie vor Hunderte Demonstranten verschwunden, darunter Mönche und Mitglieder der Studentenorganisation Generation ‘88, die die Proteste bis zu ihrer Verhaftung Ende August angeführt hatten. Human Rights Watch weist darauf hin, dass sich bereits vor den Protesten 1.200 politische Häftlinge in burmesischen Gefängnissen und Arbeitslagern befanden.

„Die Generäle haben ihre Zivilschergen, Soldaten und Polizisten auf Mönche und andere friedlich demonstrierende Menschen losgelassen,” sagt Adams. „Jetzt sollten sie zumindest die Zahl und Identität der Getöteten bekanntgeben und über das Schicksal der Vermissten berichten.”

Human Rights Watch ruft die internationale Staatengemeinschaft auf, entschlossener zu handeln. Zudem soll der Sicherheitsrat, die burmesische Regierung zu umfassenden Reformen drängen. Am 11. Dezember wird der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Burma, Paulo Sérgio Pinheiro, vor dem Menschenrechtsrat in Genf die Ergebnisse seiner Mission präsentieren.

Human Rights Watch kritisierte, dass Länder mit guten Beziehungen zu Burma und somit einem gewissen Einfluss auf das Land, insbesondere China, Indien, Russland, Thailand und andere ASEAN-Mitgliedstaaten, nicht entschlossen genug handeln. China hat deutlich gemacht, dass die Situation in Burma nicht vor den UN-Sicherheitsrat gebracht werden soll. Auch Japan hat äußerst verhalten reagiert, obwohl bei der Niederschlagung der Proteste auch ein japanischer Journalist getötet wurde.

„Es ist höchste Zeit, ein UN-Embargo und finanzielle Sanktionen gegen Burma zu verhängen, damit die burmesische Führung gezwungen wird, endlich wirkliche Reformen vorzunehmen,” so Adams. „Länder wie China, Indien und Thailand können nicht einfach die Augen schließen, sondern müssen mithelfen, die Generale zur Rechenschaft zu ziehen, damit dieser Albtraum einer Militärdiktatur endlich ein Ende hat.”

Augenzeugen berichten: Auszüge aus dem „Crackdown” - Bericht

„Der Angriff auf das Kloster begann um 1 Uhr morgens. Die Soldaten verlangten lautstark nach Einlass, doch als niemand das Klostertor öffnete, rammten sie dieses kurzerhand mit ihrem Lastwagen. Unter lautem Geschrei warfen sie Tränengaspatronen, feuerten mit ihren automatischen Waffen in die Klostergebäude und schlugen bei jeder Gelegenheit mit ihren Knüppeln auf die Mönche ein. Viele Mönche liefen weg, kletterten auf Bäume oder versuchten, sich in den Häusern der Nachbarschaft in Sicherheit zu bringen. Ich wurde mit einem Knüppel am Kopf verletzt. Ich sah Blutlachen, zerbrochene Fensterscheiben und leere Patronenhülsen überall auf dem Boden, als ich am Morgen ins Kloster zurück kam. Von unseren 230 Mönchen waren ungefähr 100 spurlos verschwunden. Sie hatten auch unser Geld und unseren Schmuck genommen und was sie sonst noch an wertvollem im Kloster vorfanden”.

– Der Mönch U Khanda über den Angriff auf sein Kloster am 27. September.

„Wir hatten solche Angst. Meine beiden Freunde weinten laut, und ich fürchtete, die Soldaten würden uns finden. Dann zeigten die Informanten auf das Gras. Sieben junge Leute hatten sich dort versteckt. Sie erhoben sich und rannten weg, doch die Soldaten eröffneten von hinten sofort das Feuer. Nach höchstens sechs oder sieben Schritten lagen sie alle am Boden. Drei oder vier der 20 bis 22jährigen Jungen waren sofort erschossen worden. Die andern versuchten wegzurennen, aber sie wurden gefasst und in Militärautos abtransportiert.”

– Thazin Aye beschreibt die Tötungen bei der Tamwe No.3 High School am 27. September:

„Nach den Warnungen schossen die Soldaten in der vordersten Reihe Tränengas in die Menge. Fünf Soldaten schossen das Tränengas. Sie begannen sofort nach der Ankündigung damit. Die Leute flüchteten in alle Richtungen. Zwanzig Soldaten kamen über die Barrikade und begannen, auf die Leute loszuschlagen. Zwei Personen starben… Es war nicht wie im Kino. So wie die Soldaten auf die Leute eindroschen, war klar, dass sie sie töten wollten. Sie schlugen sie auf den Kopf und in den Bauch. Dann zogen sie sie an den Beinen über die Barrikade… und legten die Leichen neben ihre Lastwagen.

– Zaw Zan Htike beschreibt einen Zwischenfall vom 27. September im Stadtzentrum von Rangun.

„Das Mädchen wusste nicht, ob es aufstehen oder sich hinlegen sollte. Dann schlug ein Bereitschaftspolizist dem Mädchen mit seinem Knüppel ins Gesicht. Das Mädchen brach zusammen. Sie war vielleicht etwas über 20 Jahre alt – Blut lief ihr über das Gesicht und ihr Schädel war möglicherweise gebrochen. Ich kann nicht sagen, ob sie gestorben ist. Niemand konnte ihr helfen. Wenn wir den Kopf gehoben hätten, dann hätten sie uns geschlagen oder mit ihren Stiefeln getreten.”

– Htun Kyaw Kyaw beschreibt die Festnahmen am 27. September.

Mae Sot(d), Border town, Thailand / Burma 22nd March 2009 Anmerkung des Autors in Sachen Genozid in Burma und Anerkennung dieser durch die Vereinten Nationen: 29th March 2009 Burma, Birma, Union of Myanmar Die Arbeit scheint angesichts der Tatsachen, dass die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates jeglichen Boykott der burmesischen Generäle unterbinden, aussichtslos zu sein. Die Staaten schieben den "Schwarzen Peter" der UN zu. Die UN wiederum kann sich nicht offiziell in Konflikte (wie die durch ethnische Säuberungen in vielen Staaten Burmas leider zum alltäglichen Bild gehören) einmischen, ohne ein Mandat zu haben. De Facto ist alles nur eine Alibiübung (siehe Darfur), um das Gewissen der Menschen zu beruhigen. Birmaberichterstattung.blogspot.com