Dienstag, 23. April 2013

Syrien: Kriegsverbrecher Baschar al-Assad setzt geächtetes Sarin ein

Syrien: Kriegsverbrecher Baschar al-Assad soll geächtetes Sarin einsetzen


Ein Panzer der Syrischen Armee bei einem Einsatz in der Stadt Idlib (Oktober 2012). Die CIA warnte damals davor, dass Assad über Chemiewaffen besitze und diese auch einsetzen werden 

jonas m lanter



Ein israelischer Brigadegeneral hat den syrischen Streitkräften vorgeworfen, im Kampf gegen die Rebellen auf chemische Waffen zurückzugreifen. Wahrscheinlich sei Sarin eingesetzt worden. Die USA zweifeln eine Meldung der israelischen Armee an. Russland fordert, ein internationales Expertenteam solle die Vorwürfe in Syrien prüfen.

 23. April 2013

Montag, 22. April 2013

Burma: Wenn wir essen, essen wir 969, wenn wir gehen, gehen wir 969, wenn wir kaufen, kaufen wir 969

 

Burmas Verbrechen gegen Menschlichkeit an der Minderheit der Muslimen 

Die Burmesische Antimuslim-Bewegung wird immer stärker


sven m jakal
jonas m lanter


In Burmas Bevölkerung wächst eine Schattenbewegung heran, wessen Mitglieder es sich zum Ziel gemacht haben, die Muslimische Bevölkerung in Burma auszurotten. Dies kommt zu einem extrem ungünstigen Zeitpunkt, da Burma gerade im Begriff ist sich zu öffnen und der über Generationen geschundenen Bevölkerung immer mehr Rechte einräumt.

Pamphlete, öffentliche Anschläge, DVD's, sowie diverse Twitter Postings schüren den Hass auf die Muslimische Minderheit. Mit dem Ergebnis, dass es letzte Woche zu Übergriffen auf Muslimische Siedlungen kam, bei denen 43 Personen getötet und etliche Siedlungen niedergebrannt wurden.

Für den "Reformpräsidenten" Thin Sein dürfte es einer der grössten Aufgaben sein, die Muslimfeindlichkeit in seinem Land zu bekämpfen. An der Eröffnungsrede zum vier Tage dauernden Neujahrsfest sagte der Präsident dann auch, dass man aus der Gewalt der Vergangenheit lernen müsse.

Die Muslimische Minderheit, welche 4% des Bevölkerungsanteils stellt, hat über Generationen friedlich neben den Buddhisten gelebt.

Nyunt Maung Shein, Vorsitzender der Organisation Islamischer Angelegenheiten in Burma, sagt aus dass sich alle Muslime seit einiger Zeit nicht mehr sicher fühlen in Burma. Auf diese Weise sei es nicht möglich, mit den Buddhisten in einer Gemeinschaft zu leben. "Warum werden unsere Glaubensbrüder so brutal getötet?", fragt er.

Seit einigen Jahren müssen die Muslime in diesem Land für vieles was falsch gelaufen ist, den Sündenbock geben. Was Mung Shein weiter Angst macht ist, dass diesmal der Hass in der Bevölkerung verankert und nicht wie Früher von "Oben" verordnet ist.

Einflussreiche Buddhistische Mönche stehen hinter der Antimuslim-Bewegung die auch unter dem Namen 969 bekannt ist (Die drei Nummern beziehen sich auf Buddha und seine Leeren). Die Mönche welche schon an der Spitze der Pro-Demokratie Bewegung beteiligt waren sind bestens beim Volk bekannt, organisiert und können Ihre Glaubensgemeinschaft von dem Boykott gegen Muslimische Geschäfte überzeugen.

Einer der führenden Mönche der Bewegung ist der aus Mandalay stammende Mönch Wiseitta Biwuntha – besser bekannt als der ehrwürdige Wirathu. Dieser brandmarkte die Muslime als Feinde und warf ihnen vor, für Verbrechen in Burma die Schuld zu tragen.

Der ehrwürdige Wirathu der sich selbst als "Burmesischer Bin-Laden" bezeichnet, wurde im Jahr 2003 wegen Anstiftung zu Antimuslimischen Unruhen inhaftiert und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Vor einem Jahr wurde er jedoch von der Amnesty Bewegung für Politische Häftlinge, mit Hunderten von anderen Gefangenen befreit.

Es gibt unter den Muslimhassern ein Motto: Wenn wir essen, essen wir 969, wenn wir gehen, gehen wir 969, wenn wir kaufen, kaufen wir 969. Was das jetzt genau bedeuten soll, konnte niemand schlüssig erklären.

Der ehrwürdige Wirathu hat vor vier Monaten eine umstrittene Reihe von 969 Reden abgehalten, wurde jedoch von den birmanischen Behörden nicht gestoppt.

(969 Demonstration)
(Der ehrwürdige "Bin Laden" Birmas -  Wiseitta Biwuntha besser bekannt als Mönch Wirath)
(Abgebrannte Schule in der Muslimische Jungen unterrichtet wurden)


Freitag, 12. April 2013

New: Conflict Areas around the World / Burma (Asia), Africa, South- & Nordamerica, Europe

Birmaberichterstattung ist in neuer Bearbeitung


Paperblog

Natürlich bleibt Burma weiterhin auch ein Thema. Seit 1992 bereise ich Konflikt- und Krisenherde in Asien (Burma - Grenzübertritte im Norden Laos, Süden Thailand, Umphiem District, Mae Sot, Mae Sariang (u.a. unterwegs mit 'Rambo' - Unit der Thais im Drogenkrieg zu Burma und in Bangkok, Laos, Indonesien :Genozid Winter 2008/2009 Jakarta / Jogjakarta (Ausweisung via Singapur nach BKK) u.a. Malaysia, Kambodscha) und in Südamerika (Brasilien 1993) Kolumbien, Bolivien, Guatemala, Panama, Mexiko 2011). Neu dazugekommen sind seit 2009/10 Afrika (zuletzt Mali, Senegal November bis Februar 2013, Algerien, Tunesien, Libyien 2009 (Ausweisung aus Libyien)

Mein neuer Schwerpunkt liegt in Afrika, dem Nahem & Mittleren Osten und Südamerika. 

Aber auch Auseinandersetzungen in Europa (G8 in Genua 2001, Gorleben und 1. Mai Krawalle) gehören zu meinewm Aufgabengebiet.    

Somit hoffe ich, Euch weiterhin als LeserInnen zu schätzen.  

Mit lieben, solidarischen Grüssen 

Jonas M Lanter, Zch April 2013 

 

Freitag, 18. Januar 2013

Burma Behörden untersuchen Unruhen im Kachin - State

Burmesische Behörden prüfen, ob Genfer Konvention im Kachin-State verletzt wurde

Burma must take all possible steps to avoid civilian casualties in Kachin state, Amnesty International said after three people were killed in air strikes which were reportedly carried out by the armed forces in the region.

The Kachin Independence Army (KIA) equally must ensure that they do not position potential military targets near civilian areas, and that they fully respect international humanitarian law.

On 14 January, three civilians including one young teenager were killed in an air strike which was reportedly carried out by the Burma armed forces in the Kachin town of Laiza. Four others, two children and two women, were injured in the same attack.

Laiza, a town on the border with China, is used as the de facto headquarters of the KIA.

“Both the army and the KIA must ensure that civilians caught in the conflict area are protected. The three tragic deaths in Laiza shows that there are real concerns that civilian lives might be at risk if indiscriminate fire is used,” said Isabelle Arradon, Amnesty International’s Deputy Asia-Pacific Director.

“We urge the Burma authorities to immediately launch an investigation into the attack on 14 January and to determine if international laws of war were violated.”

The current conflict between the Burmese army and the KIA started in June 2011 after a 17-year ceasefire broke down, and the fighting started to intensify in November 2012.

The KIA, the military wing of the Kachin Independence Organisation (KIO) are calling for increased Kachin autonomy and is the only significant armed group in Burma which the authorities have failed to reach a ceasefire agreement with.

In December 2012, the army launched a new operation in Kachin state. Military helicopters and aeroplanes have been flying low over camps for internally displaced persons (IDPs) and towns in the KIA-controlled area since early January 2013, which is causing extreme fear amongst civilians, including people in camps and children.

Ethnic Kachin civilians have reported that the Myanmar armed forces carried out air strikes near two towns in eastern and northern KIA controlled areas in mid-December and air strikes near the town of Laiza on 24 December 2012.

The conflict has left more than 75,000 displaced and requiring shelter in IDP camps. The Burmese authorities were throughout 2012 reportedly restricting humanitarian access to the IDP camps in the KIA controlled areas leaving people with insufficient food and inadequate sanitation.

“It is absolutely vital that there are no restrictions on aid groups and others trying to reach people in need of assistance as a result of the ongoing conflict. There is a real risk of a humanitarian crisis in the region,” said Arradon.

Amnesty International has received credible reports in 2012 of the army committing human rights violations against Kachin civilians, including extrajudicial executions, torture and other ill-treatment, arbitrary detention, forced labour and sexual violence.

15th January 2013 / jonas m lanter

Samstag, 17. November 2012

Kids in Notsituation. Gründung einer Stiftung

 

Stiftungsmitglieder für 'Kids in Notsituationen' gesucht

Stiftungsmitglieder für Nicht-Regierungs-Organisation (Not-for-Profit-Organisation), welche  Hilfe bei Kinder und Jugendliche bieten, die Schutz benötigen. Kranke Kinder beziehungsweise Jugendliche sollen sich zusätzlich an uns wenden können. 

Dies soll eine rein private Stiftung werden. Es muss im Vorfeld immer abgewägt werden, ob rechtliche Schritte im Sinne des Kindes / Jugendlichen eingeleitet werden müssen. Eine kurzweilige Unterbringung bei einer Familie muss möglich sein. 

Die Entscheidung zur Stiftungserrichtung braucht Sorgfalt und Zeit. Vieles ist abzuwägen und zu klären, damit aus der ersten Idee eine erfolgreiche Stiftungsrealität wird. Persönliche und familiäre Gegebenheiten spielen eine bedeutende Rolle, sodann die vermögens- und steuerrechtlichen Aspekte und schliesslich die Gestaltung der künftigen Stiftungstätigkeit.  Dies muss alles sorgfältig ausgearbeitet werden.

 

Ein wünschenswertes Konzept benötigt eine erfolgreiche Umsetzung!

  Folgende Aspekte müssen ausreichend vertreten sein: 

 -  Erfolgsentscheidende MitarbeiterInnen in Sach - und Sozialkompetenzen sind Bedingung. 
 -  Der Name der Stiftung soll kurz und für alle sozialen Schichten erkennbar sein!     



Antwort an aseannews@gmx.net. Neuer Blog zur Stiftung folgt.



Jonas M Lanter, 27. November 2012 / 24. Dezember 2012

 

Montag, 22. Oktober 2012

Burma: Weiterhin kein Frieden mit den ethnischen Volkstämmen



Kein Frieden in Sicht 

jonas m lanter 



Seitdem in Burma ein Demokratisierungsprozess eingesetzt hat und deren Friedensikone 
Aung San Suu Kyi in Freiheit lebt ist das Medienecho gering. 

Für die ethnische Volksstämme wie der christlich- und buddhistischen Karens, den muslemischen Rohyngias und weiteren Gruppierungen, ist weiterhin kein Frieden in Sicht. 


Die burmesischen Buddhisten bekämpfen die muslemische Minderheit mit aller Härte. Auch die christlichen Karens widersetzen sich der Regierung. Denn diese will das alleinige Recht an den reichen Bodenschätzen. 


Somit steht Burma vor einem langen Friedensprozess, bis die Rechte für alle Volksgruppen gelten.


Zurich, 21. Oktober 2012      



Dienstag, 20. März 2012

Burma: Kämpfe gegen Minderheiten weiten sich aus



Demokratisierung Burmas in Gefahr





Minen sind eine der grössten Gefahren in den umkämpften Gebieten


jonas m lanter

Die Friedensverhandlungen der Regierung mit dem ‚Ethnic National Council’ (ENC) wurden explizit als erfolgreich bezeichnet. Dies erweist sich nunmehr als Farçe. In fünf von sieben autonomen ethnischen Staaten sind die Verhandlungen mit den Führern im Karen-, Karenni- (Rote Karens), Shan-, Chin-, Arkan- und Kachin-Staate gescheitert!
Dies bedeutet nicht nur ein herber Rückschlag im Demokratisierungsprozess, es schadet Burmas neu-errungenem Image nicht nur im Ausland.

Um dem Internationalem Gerichtshof zu entfliehen, zog es General Than Shwe nach dem Uprising-Massaker vor, die Friedensikone Daw Aung San Suu Kyi aus ihrem Hausarrest zu entlassen. Die Lady, wie sie in Burma genannt wird, ist Burmas einzige Chance auch die Minderheiten zu einigen. Ihre Partei drillt ihren Nachwuchs in speziellen Schulen der 'Nationalen Liga für Demokratie' (NLD).

'Human Rights Watch' wirft der burmesischen Armee vor, sie greife Dörfer der Minderheit der Kachin an. Die Soldaten zerstören deren Häuser, plündern und vertreiben Zehntausende Menschen. Zivilisten werden bedroht und bei Verhören gefoltert, Frauen vergewaltigt. Die Armee und die Kachin-Rebellen müssten zusehen, dass sich die Lage der Zivilisten nicht weiter verschlechtere, meinte Elaine Pearson von 'Human Rights Watch'. Die Missstände müssten abgestellt werden.

Von den seit Juni vertriebenen 75.000 Angehörigen der Kachin hätten mindestens 45.000 in 30 Lagern zwischen Burma und China Zuflucht gesucht. Diese Gebiete werden von den Kachin-Freiheitskämpfern kontrolliert. Die burmesische Regierung hat den Vereinten Nationen nur einmal im Dezember Zugang zu dieser Region gewährt. Damals hätten die UNO-Organisationen jedoch nicht alle Gebiete mit Zehntausenden Vertriebenen besuchen können. Aber auch im Karen-Staate und weiteren drei werden die Menschen weiterhin verfolgt und vertrieben.

21. März 2012

Samstag, 7. Januar 2012

Burmas Friedensikone soll Ministerin werden


Aung San Suu Kyi soll Ministerin werden



jonas m lanter

Politischer Karriere nach Hausarrest: Aung San Suu Kyi soll in Burma in die Regierung

Die birmanische Führung hat der jahrelang verfolgten und inhaftierten Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ein Regierungsamt in Aussicht gestellt. „Es besteht die Möglichkeit, dass sie in die Regierung berufen wird“, sagte ein Berater von Präsident Thein Sein am Sonntag.
Die Staatsführung werde Suu Kyi nach der für April geplanten Nachwahl zum Parlament ein „angemessenes“ Amt zubilligen und sich dabei nach den Wünschen der Friedensnobelpreisträgerin richten. Voraussetzung sei, dass sie bei dem Urnengang ein Abgeordnetenmandat erringe.


07.01.2012

Samstag, 17. Dezember 2011

Burmas lautloser Griff nach dem Kapitalismus


Ein letzter Schachzug der Militärs, dem Kriegsverbrechertribunal zu entgehen?

jonas m lanter

Burmas Generäle sind abgetreten oder halten sich im Hintergrund. Jenseits von Touristenpfaden und Abseits des eigenen Volkes verschanzen sie sich in der neuen Verwaltungshauptstadt ‚Naypidaw’ im unzugänglichen Nordosten des Landes.

Aung San Suu Kyi, die Ikone und Friedensnobelpreisträgerin, ist frei und kämpferischer denn je. Für die kommenden Nachwahlen sind ‚die Lady’ und ihre Mitstreiter der ‚Nationalen Liga für Demokratie’ (NLD) bestens gewappnet. Ihre Partei gehört jetzt genauso dazu wie die der Junta. Ihre Parteisprösslinge werden wie einst jene von den Generälen von eigenen parteiinternen Lehrern „gedrillt“. Viele der politisch Inhaftierten wurden bereits entlassen oder diese ist in Aussicht gestellt.

Mit den letzten militärisch-autonomen Kampfeinheiten, wie derer im Karen – Staate; der ‚Demokratic Karen Buddhist Army’ oder der ‚Karen National Liberations Army’, sowie anderer ethnischen Gruppierungen im Karenni, Mon, oder im Arakan-Staate, wurden Friedensabkommen ausgehandelt. Wer sich dennoch weigert, wird zu langjährigen Zuchthausstrafen verdonnert. Wie der Leader der ‚Karen National Union’, Saw Mahn Nyein Maung. Er wurde wegen 'ungesetzlicher Zusammenarbeit' (unlawful association) zu 17 Jahren Haft verurteilt.

Im ewigen Unruheherd des ‚Shan – Staates’; im berüchtigten ‚Goldenen Dreieck’, ’Burma – Laos – Thailand’, das vorab von gnadenlosen und blutrünstigen Kriegs- beziehungsweise Drogenlords, wie der mann- und waffenstarken ‚Shan-State Army South’ (SSA-S) und einigen anderen kontrolliert werden, hat der ‚Staatsrat für Frieden und Entwicklung’ (SPDC; wie sich die Juntapartei selbst nennt*), lukrative Friedensabkommen abgehandelt. Diese heissen Beteiligung an sämtlichen Ressourcen der ehemaligen Waffengegner der burmesischen Junta in ihrem autonomen, abgestammten Gebiete.

Nach 50 Jahren endlich Frieden – ein Weiser Schachzug der Militärs?

Es scheint seit nun mehr als 50 Jahren tatsächlich eine Art von Waffenruhe zu Stande gekommen zu sein. Die Generäle setzen lieber auf Diplomatie oder ziehen sich ganz aus der Politik zurück um dem Westen nicht die Möglichkeit; oder gar Hand, für ein Kriegsverbrechertribunal zu bieten.

Gerade jetzt, wo eines der grössten Staudamm-Projekte der Menschheit am ‚Irrawaddy’ – Fluss (UNESCO Weltkulturerbe) auf Eis gelegt wurde; nähert sich Burma zum Schrecken Chinas auch noch Amerika und der EU zu. Notabene hat China 2,6 Milliarden Euro (3,6 Mia. US$) in das Myitsone-Kraftwerk-Projekt und zur Sicherung dieser Nutzungsrechte bereitgestellt.


Nicht nur das Hillary Clinton auf Besuch weilt, zeigt, wie weit die Demokratisierung bereits fortgeschritten ist.

Da stellt sich zwangsläufig die Frage, wie Ernst es der burmesischen Regierung doch ist, ihr Land der Globalisierung, dem erhofften Wohlstand und dem Kapitalmarkt zu öffnen. Auch werden im Süden des Landes bereits riesige Gebiete an ausländische Investoren abgetreten.

Denn auch der Tourismus soll in Zukunft eine wichtige Stütze des weder allen Erwartungen erstarkendem Staates sein.

Ein wahres Schlaraffenland

Auch ist Burma reich an Bodenschätzen: Von edlen Metallen und Hölzern, reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen im Golf von Bengalen verfügt Burma über die weltweit teuersten Rubine. Trotz Amerikanischem- und EU-Embargo, hat dies den burmesischen Generälen alleine im Jahre 2006 offiziell 300'000'000.00 US$ (300 Mio. US$) an Einkünften beschert. Der Boden ist äusserst nahrhaft. Getreide, vorwiegend Reis und allerlei Früchte, können drei- bis viermal jährlich geerntet werden: Ein wahres Schlaraffenland!

Ein letztes Mal ausgetrickst…..

Durch dieses einst reichste Land Südostasiens winden sich neben den grössten Wasserwegen (60% aller Menschen in Südostasien befinden sich im Einzugsgebiet eines dieser Gewässer) auch wichtige chinesische Öl- und Gaspipelines. Burmas Generäle scheinen auf das richtige Pferd gesetzt zu haben: Sie haben den Westen vor Ihrer „Abwahl“ ein letztes Mal ausgetrickst!


*Die 'USDP' = 'Union Solidarity and Development Party' ersetzte nach den Wahlen 2010 die 'SPDC'.

Zürich, 16.12.2011

Donnerstag, 17. November 2011

Die Burmesische Friedensnobelpreisträgerin Daw Aung Suu Kyi bereitet ihre Rückkehr in die Politik vor


Die Friedensikone bereitet ihre Rückkehr in die Politik Burmas vor



jonas m lanter

Burmas Friedensnobelpreisträgerin Daw Aung San Suu Kyi war 20 Jahre lang der Garant für die Massnahmen der westlichen Staaten, die sich an den Repressalien an ihr und ihrer Oppositionsbewegung orientierten. Der langjährige Hausarrest; beziehungsweise die Gefängnisaufenthalte im Insein-Prison, galten als Indiz für politische Unterdrückung. Der Boykott der ersten Wahlen seit 1991 letztes Jahr wurde als Beweis interpretiert, dass es sich bei der Wahl um eine Farçe handelt. Am Freitag beschloss nun die ‚Nationale Liga für Demokratie’ (NLD) von Aung San Suu Kyi, Mitte Dezember bei den Nachwahlen um knapp 50 Sitze für just jenes Parlament in der Hauptstadt Naypyidaw anzutreten, welches aus der 2010 boykottierten Wahl hervorgegangen ist. Damit nicht genug: Daw Aung San Suu Kyi, die Ikone des Widerstands, wird sich aller Voraussicht höchstpersönlich um einen Sitz in der von ehemaligen Militärs dominierten Regierung bewerben.

Die Kehrtwende der Friedensnobelpreisträgerin zwingt nun wohl auch die Skeptiker zum Umdenken. Selbst US-Präsident Barack Obama, dessen Regierung die Situation im Land regelmässig kritisiert, sah bei seinem Besuch auf der indonesischen Insel Bali vereinzelte "Lichter der Veränderungen". Im kommenden Monat wird nun seine Aussenministerin; Hillary Clinton, Präsident Thein Sein in der Hauptstadt Naypyidaw die Aufwartung; sprich Visité machen. Washington bezeichnet die Reise als historisch, weil es der erste Besuch eines US-Aussenministers seit 50 Jahren bei dem chinesisch-indischen Vasallen darstellt.

In Bali gab auch die südostasiatische Staatengemeinschaft Asean ihre Entscheidung bekannt, dem bisher geächteten Burma 2014 den Vorsitz des Staatenbunds zu überlassen. Eigentlich hätte Burma den Sitz jetzt schon inne, wenn da nicht die Niederschlagung der Demokratiebewegung gewesen wäre. "Das ist ein Zeichen, dass für uns die Zukunft wichtiger ist als die Vergangenheit", sagte Indonesiens Aussenminister Natalegawa. Burmas Präsident Thein Sein, der frühere Premierminister des langjährigen Diktators Than Shwe, genoss den Prestigegewinn und die internationale Aufmerksamkeit sichtlich beim protokollarischen Händedruck mit Jakartas Präsident Susilo Bambang Yudhoyono.

Vor allem die EU hatte vergeblich versucht, die Asean-Entscheidung zu vertagen. Noch sind die meisten Sanktionen gegen Burma weiterhin in Kraft. Aber immer weniger Länder und Geschäftsleute halten sich an die Einschränkungen. Viele birmanische Oppositionelle warnen zwar vor allzu grossem Optimismus. Aber Harn Yawnghwe, Leiter des Euro-Burma-Büros in Brüssel, war positiv überrascht von der birmanischen Diaspora nach seinem ersten Besuch des Landes nach 50 Jahren. "Ich fand eine sehr optimistische Atmosphäre, offener als erwartet. In einem Fall weigerte sich eine Hotelrezeptionistin sogar, einem Geheimagenten meine Zimmernummer zu geben."

Die Regierung weigerte sich bislang aus Furcht vor Demonstrationen, die zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Rädelsführer der Safran-Revolution von 2008, freizulassen. Immer noch sitzen zwischen 1500 und 2000 politische Gefangene in Gefängnissen oder Zwangslagern. Ihre Freilassung ist eine der Vorbedingungen der NLD für deren Teilnahme an den Nachwahlen Mitte Dezember. Der Beschluss der Anhänger von Suu Kyi zur Teilnahme legt die Vermutung nahe, dass selbst Aung San Suu Kyi inzwischen auf Burmas Form von Freiheit setzt.

Zürich, den 17.11.2011


Samstag, 1. Oktober 2011

Burma; letztes Interview mit dem verstorbenen Präsidenten aller Ethnischen Gruppierungen Burmas und Chairman der Karens

Interview mit Premier und Chairman Saw Ba Thin Sein, Premier aller grossen Ethnischen Gruppierungen Burmas und Chairman der Karen National Union (KNU), verstorben an Weihnachten 2007

Jonas M. Lanter, Sven Jakal, Thailand - Burma

Veröffentlichungen, auch auszugsweise, dürfen nur nach Absprache mit aseannews@gmx.ch veröffentlicht werden. Copyright by Jonas M. Lanter http://Birmaberichterstattung.blogspot.com

Premier Minister (Chairman) Saw Ba Thin Sein im Gespräch mit Jonas Lanter

Saw Ba Thin Sein, sie sind der Chairman aller Ethnischen grossen Gruppierungen Burmas und der Karen National Union (KNU). Die KNLA, also der militärische Arm der Karens, untersteht auch ihnen.

"Ja, dies ist richtig so. Ich bin der Chairman aller grossen Ethnischen Gruppierungen Burmas und auch Chairman der Karens, also des Kayin - Staates. Nochmals Entschuldigung für den angsteinflössenden Empfang mit meinen bewaffneten Bodyguards. Normalerweise empfange ich nachts keine Gäste mehr. Es ist einfach zu gefährlich für einen Politiker meines Ranges. Aber da wir uns ja nun schon seit 14 Jahren kennen, wollte ich dich auch gerne treffen."

Anmerkung: Saw (Anrede für Herrn) Ba Thin Sein ist der höchstrangige Politiker (Präsident) der unten aufgeführten sieben (7) Staaten in Burma. Daneben existieren noch sieben (7) Divisionen, welche von der Junta 'geführt' werden. Total zählt Burma 14 Distrikte.
Die sieben Staaten, denen Ba Thin als Chairman vorsteht
sind hierbei aufgeführt:

- Arakan State (vorher Rakhaing)
- Chin State
- Kachin State
- Karen State (Kayin)
- Karenni State (Kayah)
- Mon State
- Shan State


Anmerkung: nach dem Chairman folgt der Vize-Chairman, von denen jeweils zwei existieren. Danach folgt der Premier Minister des Staates bzw. der Distrikte.


Wir pflegen auch sonst brieflichen Kontakt zueinander, und dies über viele Jahre. Ihren Brief von anfangs November habe ich dankend erhalten. In den Mails können wir ja keinen politischen Dialog führen. Sie sagten mir, unsere Mails werden vom Geheimdienst abgefangen?

"Ja, dem ist so. Dies betrifft aber nicht nur den Burmesischen Staat, sondern auch Nachrichtendienste anderer Staaten, vorab den der Chinesen und Russlands."

Trotz Ihres Alters von 80 Jahren scheinen Sie einen gesunden Eindruck zu hinterlassen?

"Du hast mich ja beim letzten Besuch im Hospital in Mae Sot besucht. Ich leide an Parkinson und nehme Sauerstoff zu mir. Aber nur wenn ich will. Geraucht und getrunken habe ich früher oft und viel!" Alle Anwesenden lachen.
"Ja, ich bin bereit, dir auch Informationen zu geben und mit dir offen über neue und gelöste Probleme zu sprechen. Ich gebe sonst keine Interviews, denn es wurden schon einige Attentatsversuche auf mich unternommen. Deshalb auch die vielen bewaffneten Bodyguards. Den letzten Mordanschlag habe ich im Spital nur dank einer meiner Bodyguards überlebt. Dieser wurde von der Burmesischen Junta geplant und durch hiesige, korrupte Individuen durchgeführt. Den Namen sollst du hier nicht nennen, dies ist auch für dich zu gefährlich. Du musst hier immer vorsichtig sein. Viele Spitzel, welche von den Burmesen bezahlt werden, machen sich gerade an Journalisten heran. Sehe dich immer vor und traue niemandem!.Vorab eben jenen, welche hier eigentlich für die Sicherheit verantwortlich sind."


Wie viele Menschen vertreten Sie gesamt?

"Die Shan-Bevölkerung im Nordosten Burmas ist neben den Birmanen nicht mehr die grösste Volksgruppe. Die Karens zählen heute in Burma und Thailand sieben Millionen Menschen. Daneben vertrete ich aber auch alle grossen Ethnischen Volksgruppen wie die der Karennis, der Mons, der Chins, den Arkan-State, den Kachin-State, den Shan-State und noch einige andere.
Total sind dies etwa an die 17 Millionen Menschen".

Sie haben letztmals erwähnt, dass die Generäle mit Hilfe Chinas das Projekt für einen Atomreaktor "ins Auge" fassen.

"Momentan ist dies eines der Ziele der Junta. Erst letzthin hatten wir ein Geheimtreffen mit Dr. Sein Win, dem Premier Minister aller Exilburmesen. Auch der Amerikanische Ex-Präsident Jimmy Carter, welcher bei mir auf Besuch weilte, hat an diesem Treffen teilgenommen. Daneben hatten wir auch Kontakt mit einem Vertreter von Aung San Suu Kyi's NLD.
Die Angst, dass die Generäle an angereichertes Uran oder Plutonium zum Bau einer Atombombe herankommen, ist begründet. Warum die USA hier nicht schon lange intervenieren, verstehe ich nicht!
General Than Shwe hat nun seine Berater angewiesen, die Pläne anzugehen."


2 v.l. Dr. Sein Win, Präsident der Exilburmesen, 4 ehem. US-Präsident Jimmy Carter und Ba Thin Sein PM und Chairman des ENC und der KNU.

Jimmy Carter wurde im Jahre 2002 mit dem Friedens-Nobelpreis für seine Bemühungen um friedliche Konfliktlösungen im Nahen Osten und Afrika ausgezeichnet.


Wissen Sie, an welchen Fluss dieser gebaut werden soll?

"Nein, ich glaube selbst die Generäle sind sich hier nicht einig. Die einten wollen es im innern des Landes und wieder andere in der Nähe zu China.
Ein anderes Problem liegt darin, dass die Generäle ein unterirdisches Bunkersystem in der neuen Hauptstadt Naypyidaw weiter ausbauen. Wie viele Kilometer dieses System nun misst, kann niemand von uns genau sagen. Alle Ministerien sind unterirdisch miteinander verbunden. Und die Chinesen erhalten im Gegenzug die meisten Ressourcen unseres Landes. Auch wurden schon erhebliche Teile unseres Urwaldes von den Chinesen gerodet, dies ist doch absurd! Nun haben wir vermehrt Erdrutsche und in der Regenzeit Überschwemmungen. Aufforstungen wird hier keine betrieben. Aber ich denke, General Than Shwe will auch Gutes für sein Volk."

Sind Sie da so sicher? Warum kauft denn die Generalität zehn MIG-29 zum Preise von drei Jahren des Burmesischen Brutto-Sozialproduktes? Und anscheinend sind ja nur noch drei MIG-29 in der Lage überhaupt geflogen zu werden. Die anderen sieben werden als Ersatzteillager für die übrigen drei gebraucht!

"Seine Gedanken kann ich nicht lesen, aber ich glaube es in meinem Innersten. General Than Shwe wurde in psychologischer Kriegsführung ausgebildet, er ist ein Tatmadaw (Anmerkung Birmanischer Militär). Er ist halt wie unser verstorbener General Bo Mya ein Militarist, und die müssen halt andere Prioritäten setzen.
Auch sollten wir von der Ideologie einer westlichen Demokratie Abstand nehmen. Unsere Volkseinheiten benötigen ein anderes System. Welches genau wird sich dann zeigen. Pläne sind vorhanden.

Auch haben wir bereits für die Zeit nach einem Umsturz hingearbeitet. Aung San Suu Kyi wird zwar vom Volke zu Recht verehrt, aber auch sie ist für einen solchen Posten nicht unbedingt geeignet. Auch wenn es der Westen so sieht."

Wer würde dann Ihrer Meinung nach in Frage kommen?

"Wir wollen, dass das Volk mitbestimmt. Und die haben folgende Personen gewählt: Dr. Sein Win, der die Mehrheit Burmas, also die Barmaren vertritt. Er lebt im Exil. Diese Barmaren stellen ungefähr 68% oder 37 Millionen des gesamten Birmanischen Volkes.
Daneben müssten die verschiedenen Ethnischen Völker ihren eigenen, autonomen Staat erhalten. So wie die Shans, welche mit der Junta operieren und dafür ihr Territorium selbst verwalten.
Sicherlich muss auch mein Nachfolger vertreten sein, schliesslich bin ich der gewählte Chairman aller grossen sieben Ethnischen Volksgruppen (ENC) in Burma."

Anmerkung: Es existieren exakt 135 verschiedene Volksgruppen in Burma, welche im Buche Ba Thin Sein's aufgeführt sind.

"Dies sind wiederum ungefähr 26% des Volkes. Die Ethische Gruppierung der Rohyngias muss auch eingebunden werden. Heute zählt diese Muslimische Minderheit ja nicht zum Burmesischen Staate. Angeblich darum, weil diese sich vor 400 Jahren von den Birmanen im Nachbarland Bangladesh abspalteten.
Den Grund dafür sehe ich aber darin, dass diese Muslimischen Glaubens sind."

Die Ethnische Vielfältigkeit Burmas: Hier sind nur die sieben Grossen abgebildet, welche einen Staate inne haben. Von eben diesen ist Saw Ba Thin Sein deren Chairman.

Sie haben mir vor Jahren schon gesagt, dass sie die einzige Gruppierung sind, welche in den über 50 Jahren Krieg nie die Seite zur Junta wechselten.

"Wir führen jetzt seit über einem halben Jahrhundert Krieg gegen die Junta und deren Verbündete.
Einem Seitenwechsel, welcher uns mit viel Geld und versprochener Macht unterbreitet wurde, stimmten wir nie zu.
Die Soldaten vergewaltigen unsere Frauen und Kinder als Akt dieser Kriegsführung. Unsere Dörfer werden niedergebrannt, die Felder zerstört.
Es gilt als legitim, auch Kinder zu entführen und bereits ab vier Jahren in den 'Ye Njunt Youth' Militärschulen zu drillen. Diese werden später hohe Offiziere. Meistens sind es Vollwaisen und diese Kinder gehören eben unseren Volkseinheiten an, also unsere eigenen Kinder werden gegen uns eingesetzt! Sie lernen nur eines, das Handwerk des Tötens! Auch sind Fälle bekannt, wo diese ihre eigenen Freunde erschiessen mussten, um deren Loyalität den Juntas zu zeigen."

Vor 14 Jahren, wo wir uns und den Chef des militärischen Flügels der Karens, General Bo Mya kennenlernte, war eine Gruppe der 'First Baptist Church' aus den Vereinigten Staaten hier. Ein gewisser Dr. Brian. Ich hatte dazumal den Konvoi noch über die Grenze zu euerm Hauptquartier begleitet. Dabei sah ich, dass die First Baptist Church viele Medikamente und anderes Material in einem eigens gemieteten Transport-Flugzeug direkt nach Mae Sot brachten.

"Ja, auch heute noch stammt das meiste Geld, welches wir benötigen, aus den USA. Die 'First Baptist Church' unterstütz uns sehr. Natürlich wollen sie auch missionieren. Deren Hilfe ist uns sehr wichtig. Nebst den Exilburmesen selbst ist es eben diese Gruppierung, welche uns am meisten unterstützt. Daneben erhalten wir noch vom Amerikanischen Staat Unterstützung. In welcher Art will ich hier nicht sagen."

Ich habe in einem Artikel geschrieben, dass die KNU die Zeichen der Zeit erkannt hat!
Denn Sie selbst haben die
UN-Security Council Resolution 1612 zum sofortigen Stopp von Kindersoldaten unter 18 Jahren in euren Truppen ratifiziert. Danke für die Kopie. Wie kam das 'Deed of Commitment' überhaupt zu Stande?

"Ich wurde schon vor einigen Jahren von Kofi Annan direkt darauf angesprochen.
Im März 2007 hat mir der Generalsekretär der UN, Herr Ban Ki-Moon, seine General-Sekretärin von 'Children and Armed Conflict', Miss Radhika Coomaraswamy, gesandt. Wir haben dadurch Unterstützung erhalten und können so mehr Druck auf die UN ausüben."

Wie ich aber in Euren Camps und in Eurer 101st. Special Forces sehen konnte, sind immer noch etliche Kinder darunter.

"Ja, leider ist dem so. Ich kann in Burma den Kindern nicht verbieten, bei der KNLA oder anderen Gruppierungen mitzukämpfen. Sie wollen dies. Und viele Eltern wollen auch, dass ihre Kinder bei uns sind. Lies mal mein Buch 'Policy Papers, Letters and Statements' des 'Ethnic Nationalities Council' der Union of Burma. Ist erst gerade neu herausgekommen. Bei uns gelten Kinder ab zwölf Jahren als Erwachsene, bei anderen Ethnien spätestens ab 14 Jahren."

Aber dies ist doch eine Farce? Warum können Sie als Chef dies nicht unterbinden.

Ba Thin überlegt und bespricht sich mit seinen Beratern. Sie sprechen in ihrer Karen-Sprache, welche wir nicht verstehen.
"Die Staatengemeinschaft glaubt immer, uns etwas aufzwingen zu wollen. Diese Kinder haben mit ansehen müssen, wie ihre Eltern ermordet, ihre Schwestern vergewaltigt und ihre Brüder in den Burmesischen Militärumerziehungslager zwangsinterniert wurden. Sie selbst wurden gedemütigt und geschlagen. Die wenigen, welche in unseren Lagern sind, konnten fliehen. Und denen soll ich verbieten, gegen ihre Todfeinde zu kämpfen? Kämpfen sie nicht, werden sie in die Lager jenseits der Grenze verbracht. Ich bin auch gegen Kinder in der Armee! Mehr will ich dazu nicht sagen."

Aber viele Politiker, Botschafter und 'Nicht Regierungs-Organisationen' (NGO's) versprechen immer wieder zu helfen. Stimmt es, dass in diesen Lagern auch Menschen zu Tode geprügelt werden?

"Da diese als 'Internally displaced peoples' gelten, dürfen die UNO, die NGO's und die Staaten nicht helfen. Auch werden immer wieder Bewohner in den Lagern von den Thai-Militärs zu Tode geschlagen. Auch Wasserbrunnen, welche wir mit grosser Mühe anfangs gebaut haben, wurden von den Thais mit Steinen wieder zugeschüttet."

Warum dies?

"Sie verkaufen lieber das Wasser und verdienen so einige Bath zusätzlich. Auch gespendete Kleider des 'Roten Kreuzes' werden nicht gratis verteilt wie vorgesehen, sondern verkauft. Auch alte Lebensmittel, die sonst nicht mehr gebraucht werden können, werden hier in den Lagern verkauft."

Schon vor Jahren wurde bekannt, dass rund um Mae Sot (Anmerkung an der Grenze zu Thailand) immer wieder ermordete illegale Arbeiter aus Burma aufgefunden werden. Was hat dies auf sich?

"Ganz einfach, so müssen diese nicht bezahlt werden. Einige dieser Firmenbesitzer wurden zwar verhaftet und einer davon hingerichtet, aber dennoch kommt es noch vor. Heute wird es halt einfach so gemacht, dass ein Stundenlohn, welcher sehr niedrig ist, schlussendlich halt doch nicht ausbezahlt wird oder sie erhalten nur ein Bruchteil davon."

Ich habe gesehen, wie Thailändische und Burmesische Soldaten zusammen in Mae Sot waren.

SPDC und Thai-Soldaten bei einem Meeting

"Es wird sich um ein Treffen handeln. Auch Meetings werden hier im 'Mae Sot Hill Ressort' Hotel zwischen den Thais und der SPDC abgehalten. Im Westen gelten sie offiziell als Feinde, bei uns nicht. Denn Burma ist ein wichtiger Handelspartner Thailands."

Jetzt noch eine letzte Frage: Wie lautet die Verfassung Burmas?

"Burma hat bis heute unter den Militärs keine offizielle Verfassung. Stellen sie sich dies mal vor. Wie soll ein Land so funktionieren? Die Befehlshaber sind alles Generäle und von einigen ist bekannt, dass sie Drogen und Alkoholsüchtig sind. Einige sind gar Analphabeten! Sie verlassen sich lieber auf Wahrsager als auf gebildete Politiker! Ganz hier in der Nähe ist die grösste Yaba-Produktionsstätte der Welt. Auch das grösste Heroinlabor Burmas befindet sich hier. Es kommt schon mal vor, dass die Menschen Masken tragen müssen. Sonst hätten diese bei Ostwind eine Überdosis. Der Ostwind bläst aber nur selten am Ende der Regenzeit."

Sie haben vorhin noch auf das 'Panglong-Agreement' hingewiesen!

"Unsere Republik wollte am 12. Februar 1947 unter General Aung San und anderen, führenden Vertretern unserer Staaten, dieses Agreement einführen. Es handelt sich um ein Vereintes Burma, in der jede Gruppierung über sich selbst bestimmen kann und in einer Zentralregierung die Massnahmen untereinander besprochen werden. Das heisst im Besonderen, dass jedes Ethnische Volk seine eigene Eigenständigkeit bewahren kann und auch Massnahmen durchsetzt, welchen ihrem Glauben gerecht wird. Nicht jede Ethnie kann hier wie in einer Demokratie geführt werden. Nein, dies ist viel komplizierter. Es benötigt viele Kenntnisse der örtlichen Begebenheiten, des Glaubens und deren Bräuche. Viele wirken fremd, aber so können wir untereinander die Loyalität fördern. Viele Völker sind indigenen Ursprungs, auch wir, die Karens. Leider kam es nicht zu diesem 'Panglong-Agreement', den fünf Monate später wurde General Aung San und weitere Unterzeichnende am 19. Juli 1947 ermordet!"

Anmerkung: Ein Chairman ist höher gestellt als ein Premier Minister, er ist der oberste Führer einer Nation oder eben eines Volkes.

Das Interview wurde im Hause von Premier Ba Thin Sein am 5. Dezember geführt.

Copyright by Jonas M. Lanter (aseannews@gmx.net)

Samstag, den 01. Oktober 2011

Donnerstag, 8. September 2011

Eilmedlung: Schwere Kämpfe zwischen burmesischen Juntasoldaten, thailändischem Militär und Karenrebellen




Burmas Juntasoldaten beschiessen thailändische
Militärs über den Moei-Grenzfluss auf das thailändische Mae Sot



Momentan finden hier die heftigsten Gefechte auf thailändischem Gebiet statt;
gegenüber liegt das burmesische Myawaddy



Copyright by jonas m lanter: Thai / Burma-Grenze Mae Sot

Burmesische Junta zetteln schwere Kämpfe mit thailändischen Militärs und
Karen - Kämpfern an

jonas m lanter

Nach Angaben des Gouverneurs Samart Loyfah der thailändischen Tak-Provinz und des Leaders der Karen National Liberation Army 'KNLA' wurden bis jetzt bei schweren Kämpfen im thailändischen Mae Sot und im benachbarten, burmesichen Myawaddy mindestens fünf Thailänder und fünf burmesische Juntasoltaden schwer verletzt. Über die Zahl der Toten liegen noch keine Zahlen vor.

Die Zahl der Menschen, die sich über den Moei Grenzfluss nach Thailand zu flüchten wagen, wird auf 3000 geschätzt.

In der Grenzstadt Mae Sot ist momentan schweres Artelleriefeuer zu hören. Mae Sot wird weiter beschossen. Das thailändische Militär versucht, die burmesischen Juntasoldaten zurückzuschlagen.

"Ein japanischer Fotograf wurde am Sonntag im burmesischen Myawaddy unter dem Verdacht des illegalen Grenzübertrittes festgenommen", so der japanische Botschafter in Thailand. Er habe versucht über die 'Parlamentswahl' zu berichten. Ausländische Journalisten waren zu der Abstimmung nicht zugelassen.


Bürgerkrieg droht

Organisationen der ethnischen Minderheiten, die rund 40 Prozent der Bevölkerung Burmas ausmachen, hatten in den vergangenen Tagen vor einem Bürgerkrieg gewarnt (siehe Beitrag "Burmesische bewaffnete Einheiten bereiten
sich auf einen Krieg gegen burmesische Truppen vor").
Wenn die Junta unter General Than Shwe ihnen die Verfassung aufzwingt und sie ihrer Rechte beraubt werden, wird es Krieg geben.
Es waren die ersten Wahlen seit 20 Jahren. Im In- und Ausland wurde damit gerechnet, dass die von den Militärs unterstützte "Union Solidarität und Entwicklung" - 'USDP' stärkste Partei wird. Die unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Daw Aung San Suu Kyi hatte zum Boykott der Wahlen aufgerufen. Bei der Parlamentswahl 1990 hatte ihre Partei einen Erdrutschsieg erzielt, der von der Militärregierung jedoch nicht anerkannt wurde. Zur Wahl standen 494 Sitze in dem aus zwei Kammern bestehenden Parlament und 665 weitere in den 14 Regionalparlamenten. Ein Viertel der Parlamentssitze ist laut Verfassung dem Militär vorbehalten. In 3400 Ortschaften in überwiegend von ethnischen Minderheiten bewohnten Gegenden wurden die Wahlen abgesagt, so dass ungefähr eineinhalb Millionen Menschen nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen konnten.

Die Gefechte haben sich in den letzten Stunden ausgeweitet. Wie Ner Dah Mya, Leader der Karen National Liberation Army 'KNLA' gegenüber Birmaberichterstattung bestätigte, sind die Kämpfe im vollen Gange. Auf ihrer Seite seien einige Tote zu beklagen. "Die genaue Zahl liege aber nicht fest, denn die Kämpfe sind im vollen Gange!"

Das thailändische Militär wird zur Zeit weiterhin von den Burmesen angegriffen und mit schweren Geschützen über den Moei-Grenzfluss hinweg beschossen.

Weitere Meldungen sind bei den Kommentaren ersichtlich!

jonas m lanter, Chief Editor Birmaberichterstattung


08. September 2011 / 0100 p.m.