Samstag, 13. November 2010

Burmas Friedensikone Aung San Suu Kyi ist frei!


Burmas Friedensikone und Führerin der Nationalen Liga für Demokratie

wurde nach 15 Jahren Hausarrest freigelassen

Nach den Wahlen endlich aus dem Hausarrest entlassen;
Daw Aung San Suu Kyi. Friedensnobelpreisträgerin
und Chairman der Nationalen Liga für Demokratie

jonas m lanter

Unter dem Jubel tausender ihrer Anhänger ist Burmas Friedensikone Daw Aung San Suu Kyi aus ihrem jahrelangem Hausarrest freigelassen worden. Die 65-jährige Oppositionsführerin zeigte sich am Samstag vor ihrem Haus in der Hafenstadt Rangun. In diesem Haus am schönen Inyasee (nicht zu verwechseln mit dem Inle-Lake, dieser befindet sich im Shan State) war nebst dem Insein-Gefängnis siebeneinhalb Jahre ihr zuhause. So durfte die Lady kein Besuch empfangen, hatte nur zeitweise Strom und kein sauberes oder warmes Wasser. Es ist ein schönes Anwesen, wäre sie nicht hier unter Hausarrest gestanden. Die meisten Häuser auch in grossen Städten haben nur wenige Stunden Strom am Tage. Das Wasser muss meist abgekocht werden und jedes Haus besitzt nur eine Bezugsquelle. In ländlichen Regionen fehlen diese Ressourcen gänzlich.

"Wie schön, euch alle zu sehen!" rief sie strahlend und winkte der begeisterten Menge zu. Die Dissidentin ist seit einem Studentenaufstand 1988 politisch aktiv und fordert Demokratie für das seit 1962 vom Militär regierte Burma. "Lang lebe Suu Kyi!" rufen ihre teils in Tränen aufgelösten Anhänger. Auch kündigte die Lady an, sich am Sonntag in der Parteizentrale ausführlicher über deren zukünftigen Ziele zu informieren.


Freilassung kein Gnadenakt

Ihre Freilassung sei kein Gnadenakt der Militärmachthaber. Vielmehr habe Aung San Suu Kyi, die nach einem unfairen Prozess verhängte Strafe, vollständig abgesessen.


Sie könnte wieder zu einem Ziel von gedungenen Mördern werden

Der unter dem Namen 'Depayin-Massaker' bekannte Anschlag galt Aung San Suu Kyi, als sie Im Jahre 2003 aus dem Arrest entlassen wurde um im Nordosten des Landes eine Rede zu halten. Mindestens 70 Mitglieder ihrer Partei wurden von den Speerspitzen der USDP*; dem politischen Sprachrohr der burmesischen Generäle, ermordet.
Dank ihres geistesgegenwärtigen Fahrers blieb sie am Leben und konnte dem Hinterhalt entkommen.

*USDP ist der politische Flügel der burmesischen Junta. Die 'Union der Solidarität und Entwicklung' habe laut ihrem Sprecher mit einer Mehrheit von fast 80 Prozent der Stimmen 'gewonnen'.

Wahlbeobachter oder gar Journalisten aus anderen Ländern wurden von Burmas Generälen nicht zugelassen.

13. November 2010


More than welcome: Schreiben an Daw Aung San Suu Kyi an die Adresse of the NLD Headquarters is No 97(B) West Shwe-Gone-Daing Street, Bahan Township, Rangoon, Burma.

Kommentare:

Birma Journalist hat gesagt…

Nun wird in den öffentlichen TV-Medien so getan, als wusste man es erst seit heute, das Nordkorea Burma, Iran und Pakistan beim Bau von Atomanlagen geholfen hat.

Birmaberichterstattung berichtete seit zwei Jahren darüber.

Gruss
Chief-Editor von Burmaberichterstattung

Birma Journalist hat gesagt…

Siehe Beitrag vom 4. Juni zum Bau der burmesischen Atombombe (nicht für friedliche Zwecke) unter: http://birmaberichterstattung.blogspot.com/2010/06/burma-atomwaffenprogramm-nun-offiziell.html

jonas m lanter, chief-editor burmaberichterstattung

Anonym hat gesagt…

In ihrer ersten Rede seit sieben Jahren hat die freigelassene burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ihre Rückkehr in die Politik des südostasiatischen Landes angekündigt. Sie werde mit «allen demokratischen Kräften» zusammenarbeiten, sagte Suu Kyi am Sonntag vor Anhängern am Sitz ihrer Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) in Rangun. «Ich möchte der Stimme des Volkes Gehör verschaffen, und dann entscheiden wir über das, was wir machen wollen.»

«Ich glaube an die Menschenrechte und den Rechtsstaat», sagte die Friedensnobelpreisträgerin. «Grundlage der demokratischen Freiheit ist die Meinungsfreiheit», sagte Suu Kyi vor Tausenden Anhängern weiter. Demokratie sei, wenn das Volk die Regierung kontrolliert.

Die 65-Jährige rief ihre Anhänger dazu auf, die Hoffnung auf einen Wandel im vom Militär abgeschotteten Land nicht aufzugeben. «Wir müssen dafür einstehen, was richtig ist», sagte sie in einer von Beobachtern als kämpferisch eingeschätzten Rede.

Sie wolle sich zudem dafür einsetzen, die Lebensbedingungen in Burma zu verbessern. Suu Kyi machte deutlich, «keinen Groll» gegenüber der Militärjunta zu hegen, die sie eingesperrt hatte.

Suu Kyi war am Samstag aus dem Hausarrest entlassen worden. Von den vergangenen 21 Jahren hatte sie mehr als 15 Jahre in Haft oder im Hausarrest zugebracht. Vor ihrer Rede war Suu Kyi mit ausländischen Diplomaten zusammengetroffen.