Dienstag, 19. August 2008

Das 'THW' geriet an die Firma 'Htoo Trading Co.' des Juntagünstlings Tay Za

Die Htoo Trading Co. hat ihre Hilfskräfte nicht bezahlt!

jonas m lanter

Das Deutsche Technische Hilfswerk 'THW' geriet an einen der Günstlinge (oder 'Cronies') der Junta. Wie jetzt aus sicherer Quelle zu erfahren ist, hat diese juntanahe Firma keinen ihrer angeheuerten Arbeiter entschädigt.
Nein, die 'Htoo Trading Company' hat die Helfer, welche zum Teil selbst schwer unter dem Wirbelsturm 'Nargis' leiden, ohne einen Kyat oder sonstiger Hilfe wie Lebensmittel oder technisches Hilfswerk zurück in ihre zerstörten Dörfer geschickt.

Kyat ist die burmesische Währung. Offiziell erhält man für 1 US$ 7 Kyats; auf dem Schwarzmarkt dagegen das 50-fache! Auch sonst hat sich diese Firma, welche zuoberst auf der EU-Embargoliste steht, nicht an die Abmachungen gehalten. Warum hat sich das 'THW' nicht genügend informiert oder sich Vor-Ort ein Bild gemacht?

Jeder Einheimische weiss, dass hinter dem roten H im roten Kreis der 44-jährige Zögling Tay Za des Generals Than Shwe steht.

Sieht so die Internationale Hilfe aus?

Bitte lesen Sie den untenstehenden Artikel.


19. August 2008

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Lieber Herr Lanter,
so sehr ich Ihre Berichterstattung schätze, habe ich doch den Eindruck, dass der Idealismus weit über dem Fachwissen liegt - leider nicht das erste Mal. Und nachdem gestern in Bangkok 10 Jahre erfolgreicher journalistischer Auslandsarbeit der Exil-Opposition gefeiert wurde, sollten doch Europäer sauber arbeiten - sonst können die Militärs darauf hinweisen, dass hier weiter übertrieben und gelogen wird.

1. der Schwarzmarktkurs liegt nicht beim 50-fachen von 7 Kyat für den Dollar, sondern bei 1170, was ja wohl weitaus mehr ist und jederzeit nachzulesen.

2. Das THW und andere haben jedoch in der Regel weder zu diesem, noch zum Schwarzmarktkurs (einige) Beschaffungen getätigt, sondern zum FEC-Kurs, der derzeit etwa auf 80% des Schwarzmarktkurses liegt. Zu Beginn der Hilfsaktionen waren jedoch Dollar und FEC gleichwertig, sodass das Problem garnicht bestand und erst in den folgenden Wochen spürbar wurde.

Und was ist denn die Alternative einer Zusammenarbeit mit Teza - die Leute weiter sterben lassen? Aus der Schweiz lässt sich das sicher moralisch einfacher regeln und die Boykottliste dient doch nur der Beruhigung unser Regierungen - nun müssen die Burmesen unter chinesischer, russischer, indischer und sonstiger asiatischer Knute zu weitaus schlechteren Bedingungen malochen, als mit den Europäern - fragen Sie doch mal die frühere Mitkämpfer von ASSK, was die davon halten.

3. Früher schrieben Sie, dass ASSK 2003 bei einer "Wahlkampfreise" angegriffen und verletzt und NLD-Mitglieder getötet wurden. Natürlich stimmt letzteres, doch ist es absoluter Unsinn, diese Reise mit einem Wahlkampf in Verbindung zu bringen als hätte es 2003 einen Wahlkampf gegeben, völlig abwegig. Vielmehr war sie auf Einladung der Junta mehrere Wochen im Landesinneren unterwegs, um sich überzeugen zu lassen, dass die Militärs im Landesinneren viel für das Volk tun - ob korrekt oder nicht.

Leider entglitt ihr dabei die Kontrolle über die eigenen Anhänger, da sie in ihren Reden die (einladenden und begleitenden) Militärs massiv angriff - bis diese Panik bekamen und die "Reissleine zogen" - mit tragischem Ausgang. Falls Sie die Dokumentation über Depayin nicht haben, sollten Sie sich das Video besorgen. Da sieht man zwar, wie zum Schluss der Angriff auf sie und ihre Anhänger erfolgte. Ist man objekttiv, wird man jedoch auch feststellen, dass sie sich vorher um Kopf und Kragen redete und die Uniformierten massiv provozierte - wie seit 1998 immer wieder, als die Militärs bis zu einem gewissen Grad gesprächsbereit waren. Als sie im Mai 19988 in Yangon einen Parteitag veranstalten durfte, und statt vorsichtig weiter die Öffnung zu betreiben dann massiv Druck auf die Militärs machte, kostete dies damals schon fast den Kopf von Khin Nyunt, der die Zusammenarbeit und Öffnung mit der NLD auf seine Kappe genommen hatte - weiss wohl niemand mehr.

Doch Informationen über die Dame sind ebenso religiös geprägt, wie die Tatsachen über Jesus Christus im Neuen Testament - leider nichts mit Journalismus zu tun, sondern mit idealistischen Träumen - und daher wird sich auch nichts ändern. Heldelhaft, wie Justin Wintel eine ASSK-Biographie schrieb, ohne ihr jemals begegnet zu sein - wie er mir bestätigte

Daher: wäre schön, wenn nicht jeder Journalist Halbwahrheiten vom Kollegen abschriebe (Sie sind in bester Gesellschaft), oder waren Sie in Depayin selbst dabei? Der Drahtzieher des "Massakers" war übrigens nicht der immer wieder zitierte inzwischen verstorbene Soe Win, obwohl dies 99% der Journalisten voneinander abschreiben, sondern jemand anderes. Doch Experten wie ich hüten sich, damit in die Öffentlichkeit zu gehen, da die verträumte Exilopposition die Wahrheit sowieso nicht wissen will.

Danke für Ihre Berichterstattung aber doch bitte den Idealismus durch Fachwissen ergänzen, es dient der Sache.
MfG

Birma Journalist hat gesagt…

Ihren Kommentar schätze ich sehr. Konstruktive Einwände, welche berechtigt oder nicht, sind immer erwünscht. Aber bitte nicht anonym.
Vielen Dank
Birmaberichterstattung.blogspot.com

Birma Journalist hat gesagt…

Ich bin bestimmt kein Anhänger der Junta. Auch mir ist es bewusst, dass eine Demokratisierung in diesem Vielvölkerstaat sehr schwierig, wenn nicht unmöglich scheint.
Aber was schlagen sie vor? Einfach weiter das Volk unterjochen. Auch mir ist bekannt, dass Daw ASSK teilweise sehr charismatisch-kämpferisch auftrat. Aber ist es nicht u.a. Daw Aung San Suu Kyis Kampf, für das sie ihr Leben hergab und gibt und Burma überhaupt eine Stimme in der Weltpresse erhielt? Ich ziehe den Hut vor dieser mutigen Frau. Hätten mehr Leute solche Courage, wäre sicherlich vieles besser in Burma. Auch mir ist klar; sollte die Junta eines Tages fallen, dass ein langer und steiniger Weg dem Vielvölkerstaat bevorsteht. Ob schlussendlich eine Demokratie oder nicht, ist vorerst zweitrangig. In erster Linie geht es darum, dass alle genügend Trinkwasser und Nahrmittel erhalten und sich die Ethnien untereinander nicht weiterbekämpfen. Denn dies macht die Sache auch nicht leichter.
Wie sie behaupten, "dass die Exilopposition die Wahrheit sowieso nicht wissen will" kann ich ihnen nur eines sagen:
Der kürzlich verstorbene Chairman der Karens National Union - KNU/KNLA und des 'Ethnic National Councils', Saw Ba Thin Sein, wusste genau Bescheid über die internen Machtkämpfe innerhalb des Vielvölkerstaates und wusste auch um die schwierigen Umstände Bescheid. Auch er wusste, dass ein langer Weg vor Burma steht. Trotzdem kämpfte er weiter für ein faires Miteinander.

Birma Journalist hat gesagt…

Nebenbei: Ich mache diesen Blog in meiner Freizeit. Glauben sie wirklich, dass ich gerne fast täglich unerwünschte & anonyme Drohungen per Mail oder Telephon erhalte? Glauben sie, ich schreibe einfach so, ohne selbst Kenntnisse des Landes und seiner Bewohner zu haben? Genau solche 'Anonyme' sind es, welche meinen Blog 'hacken' und Artikel löschen oder abfälschen. Einiges bemerke und behebe ich sofort, von älteren Beiträgen erfahre ich meistens durch Zufall. Warum muss ich fast täglich das Passwort ändern?
Was glauben sie?

Anonym hat gesagt…

Dear Anonymous,

First, I apologize for posting in English; I know the discussion here is generally carried out in German. Aber Ich spreche nur ein bisschen Deutsch.

Where can I find more information about the nature of ASSK's trip into the interior? You mention that she was invited by the junta to see what they were doing up-country and how they were working to improve the economics there (construction of dams, bridges, roads, etc.), but I don't know where this can be verified. Where is there more information on the 5 years in which the junta tried to work with ASSK?

And where can I obtain the video you mention?

Also, what is the original source of the reporting on the Massacre at Depayin? I believe there are not many original sources -- perhaps just a single source, since you mention the "99% of journalists taking from each other."

Along these lines, if the perpetrator was not Soe Win, then whom? And where can I verify this?

Can you provide links or some more specific direction. Perhaps even a clarification in English would be helpful. Thank you in advance.

Again, I apologize for posting in English and for requesting clarification in English. Jonas, I would be interested to hear your thoughts, as well.

Best regards to Anonymous and to Jonas,

Bill
Graduate student, Bangkok

Anonym hat gesagt…

Dear Anonymous,

First, I apologize for posting in English; I know the discussion here is generally carried out in German. Aber Ich spreche nur ein bisschen Deutsch.

Where can I find more information about the nature of ASSK's trip into the interior? You mention that she was invited by the junta to see what they were doing up-country and how they were working to improve the economics there (construction of dams, bridges, roads, etc.), but I don't know where this can be verified. Where is there more information on the 5 years in which the junta tried to work with ASSK?

And where can I obtain the video you mention?

Also, what is the original source of the reporting on the Massacre at Depayin? I believe there are not many original sources -- perhaps just a single source, since you mention the "99% of journalists taking from each other."

Along these lines, if the perpetrator was not Soe Win, then whom? And where can I verify this?

Can you provide links or some more specific direction. Perhaps even a clarification in English would be helpful. Thank you in advance.

Again, I apologize for posting in English and for requesting clarification in English. Jonas, I would be interested to hear your thoughts, as well.

Best regards to Anonymous and to Jonas,

Bill
Graduate student, Bangkok

Birma Journalist hat gesagt…

Anmerkung: Burma braucht eine couragierte Frau wie Aung San Suu Kyi.
Dass Khin Nyunt (u.a. im Jahre 2002 / 2004 Chef des Militärischen Geheimdienst) massgebend an der blutigen Niederschlagung der Aufstände 1988 beteiligt war, wird dabei nicht erwähnt.
Erst danach wurde er zum PM und gab seinen "7-Punkte-Fahrplan" bzw. die Roadmap zur Wiederherstellung der Demokratie bekannt.
Da aber dieser Fahrplan u.a. keine zeitlichen Angaben enthielt, wurde die Roadmap von der Oposition wie auch vom Westen als ungenügend kritisiert.
Der erste Schritt dieser Roadmap sah vor, die ausgesetzte Nationalversammlung wieder einzuarbeiten, um eine - in Anführungszeichen - neue Verfassung zu erarbeiten.
Khin Nyunt's Unterstützung für diesen Fahrplan lässt sich auch daran ermessen, dass er an der Eröffnungsfeier zur Nationalversammlung nicht teilnahm, obwohl er die Notwendigkeit zu einem Dialog mit der Opposition erkannte.
Ich glaube daher nicht, dass seine gemässigte Politik gegenüber der Opposition für seine Inhaftierung bzw. Hausarrest alleine verantwortlich ist. Ich denke eher, dass der wichtigste Teil seiner Kaltstellung darin liegt, dass er der Obergünstling des ehemaligen Machthabers Ne Wins war. Ne Win wiederum war einer der '30 Comrades', welche 1945 nach dem erneuten Einmarsch der Briten sich gegen die Japaner stellte. Nachdem 1948 erneut kommunistische Seperatisten aus dem Untergrund gegen die Regierung 'operierten', plante Ne Win die Gegenmassnahmen von der Stadt Pyinmana aus.
Anbei sei noch bemerkt, dass die neue Regierungs-Hauptstadt Naypidaw in der Nähe Pyinmanas mit enormen Aufwand gebaut wird.

Birma Journalist hat gesagt…

Dear Bill.
I write in german language because there is almost no other sourcer with relevant information over Burma.
I hope you can understand this point. On the second, I do really not have any time to translate everything to english.
For any questions and answers I will give you my private email address. Also I will send you my skype contact.

E-Mail: jonas.lanter@gmx.ch